Auf Anfrage von „Kirche in Not“ teilten die Projektpartner in Fada N’Gourma mit, dass von den über 500 Städten und Dörfern auf dem Gebiet des Bistums aktuell mehr als 90 Prozent von der Außenwelt abgeschnitten seien. Raubüberfälle, Entführungen und Morde hätten so massiv zugenommen, dass die Diözese seit Anfang 2022 ihre Seelsorger aus fünf weiteren Pfarreien abberufen musste.
Auslöser dieser dramatischen Situation ist der islamistische Terror, der sich seit dem Jahr 2015 in Burkina Faso immer weiter vorwärts frisst. Dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von „Kirche in Not“ zufolge ist das Land zu einem der Hauptoperationsgebiete des militanten Dschihadismus in Afrika geworden. Während sich die Gewalt zu Beginn unterschiedslos gegen die gesamte Bevölkerung richtete, kommt es nach Angaben von lokalen Beobachtern seit 2019 vermehrt zu gezielten Attacken auf Christen, die etwa ein Viertel der Bevölkerung Burkina Fasos ausmachen.
In vielen Orten der Diözese Fada N’Gourma sei es verboten, eine andere Religion als den Islam auszuüben, heißt es in dem Bericht. Mancherorts dürften zwar noch christliche Gottesdienste abgehalten werden, würden aber von den lslamisten überwacht. Trotz der prekären Lage gebe es jedoch nach wie vor ein lebendiges Gemeindeleben. Vielen christlichen Bewohnern aus den abgeschnittenen Dörfern sei die Flucht gelungen; sie hätten sich rund um die Ortschaft Matiakoali niedergelassen, wo Militär stationiert und es deshalb vergleichsweise sicher ist.
Mit Mess-Stipendien, der Gabe für die Feier einer heiligen Messe, hilft „Kirche in Not“ den mittellosen Seelsorgern. Die Einnahmen kommen darüber hinaus häufig den karitativen Einsätzen zugute, zum Beispiel wenn ein Priester kranke oder verletzte Gemeindemitglieder ins nächstgelegene Krankenhaus bringt oder Medikamente besorgt. Da viele Kommunikationskanäle abgeschnitten sind, ist das Radio oft die einzige Möglichkeit, um Informationen weiterzugeben. „Kirche in Not“ unterstützt deshalb die Medienarbeit der katholischen Diözese und wird das auch in Zukunft intensivieren.
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Verwendungszweck: Burkina Faso
– Gebetsheft „Afrikanischer Kreuzweg“ bestellen
– Burkina Faso: Christen werden aus ihren Dörfern vertrieben
– Burkina Faso: Gefangen zwischen Terror und Covid-19
– Burkina Faso: Blutiger Beginn der Adventszeit
– Glaubens-Kompass „Christenverfolgung heute“
– Buch „Christen in großer Bedrängnis“
– Blutiger Sonntag für Christen: Attacken in Burkina Faso und Syrien
Bei mehr als einem Drittel der dokumentierten Fälle handelt es sich laut dem Bericht um Anfeindungen und Angriffe auf Priester, Bischöfe, Ordensfrauen, Priesterseminaristen und Gläubige. In Einzelfällen seien missliebige Personen ausgebürgert und des Landes verwiesen worden. In 19 Prozent der Fälle seien Kirchen geschändet worden; bei 17 Prozent handelt es sich um Brandstiftungen, Zerstörung oder Belagerung von Kircheneigentum. Auch seien kirchliche Krankenhäuser oder Hilfseinrichtungen vom Staat gesperrt oder ganz geschlossen worden.
Der Bericht umfasst den Zeitraum zwischen Januar 2018 und Frühjahr 2022. Aus diesem Grund sind die jüngsten Schikanen gegen die katholische Kirche in Nicaragua noch nicht enthalten: So kündigte das Innenministerium Nicaraguas Ende Juni die Schließung von 101 sozialen Institutionen an, darunter auch die Niederlassungen der von Mutter Teresa gegründeten „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Die Ordensfrauen, die sich dem Dienst an den Ärmsten der Gesellschaft widmen, wurden des Landes verwiesen. Insgesamt mussten in den vergangenen Jahren mehr als 750 Nichtregierungsorganisationen ihre Arbeit in Nicaragua einstellen.
Bis 2018 habe es in Nicaragua nur sporadische Angriffe auf die Kirche gegeben, so der Bericht. Das habe sich geändert, als die katholische Kirche sich in auf die Seite der Demonstranten stellte, die seit April 2018 gegen die Korruption und die politische Elite des Landes protestierten. Das Regime unter Präsident Ortega ging gewaltsam dagegen vor; hunderte Menschen wurden getötet.
Die Kirche öffnete ihre Türen, um den Demonstranten Schutz zu gewähren und bot sich als Vermittlerin an. Daraufhin seien „die beleidigende und bedrohliche Sprache des Präsidentenpaars gegenüber der katholischen Führungsebene“ immer deutlicher geworden, heißt es in dem Bericht. „Die Aktionen von Behörden gegen die karitative Arbeit der Kirche in Nicaragua haben zugenommen.“
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– Nicaragua: Geistliche und Gläubige von Militär attackiert
– Projektbeispiel aus Nicaragua
– Publikationen zum Thema „Bedrängte Christen”
– Unterstützen Sie aktuelle Projektbeispiele
Die Tat hatte sich am 20. Juni ereignet, wurde jedoch von der örtlichen Gemeinde aus Angst vor Repressalien erst einen Tag später publik gemacht. Lokale Quellen berichteten gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: Ein weiterer Jesuit, der unverletzt blieb, habe die Täter gebeten, die Leichen der drei Getöteten in der Kirche zurückzulassen. Diese hätten die Körper jedoch abtransportiert. Zwei Tage nach der Tat seien sie dann von der Polizei gefunden worden.
Internationalen Presseangaben zufolge gilt der Bandenboss José Noriel Portillo, genannt El Chueco, als Hauptverdächtiger. Er soll eine militante Gruppe leiten, die mit einem Drogenkartell zusammen operiert und vor allem in den südlichen Bergregionen des Bundesstaats Chihuahua aktiv ist. Die Region wird nach der dort siedelnden ethnischen Gruppe auch „Tarahumara-Gebirge“ genannt.
Der Jesuiten in Mexiko teilten in einer Erklärung mit: „Wie viele andere Regionen unseres Landes ist auch die Tarahumara-Region anhaltender Gewalt und Vernachlässigung ausgesetzt. Jeden Tag werden Frauen und Männer willkürlich getötet, so wie unsere Mitbrüder getötet wurden.“
Mit den jüngsten Morden hat sich die Zahl der getöteten Geistlichen in Mexiko seit 2019 auf insgesamt sieben erhöht. Das teilte das „Centro Católico Multimedial“ gegenüber „Kirche in Not“ mit. Mexiko sei für Priester und Seelsorger eines der gefährlichsten Länder der Welt – obwohl es nach Brasilien die Nation mit den meisten katholischen Gläubigen weltweit ist.
Der von „Kirche in Not“ alle zwei Jahre herausgegebene Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ hat die Menschrechtslage in dem lateinamerikanischen Land als besorgniserregend eingestuft. Dies betreffe auch das Recht auf freie Religionsausübung und den Einsatz der Kirche. Die Entwicklung bleibe weiterhin negativ. Lokalen Gesprächspartnern von „Kirche in Not“ zufolge hat sich die Situation seit Amtsantritt von Präsident Andrés Manuel López Obrador Ende 2018 nochmals verschlimmert.
Auch Papst Franziskus hat im Rahmen der Generalaudienz am vergangenen Mittwoch in Rom seine Trauer über die Ereignisse zum Ausdruck gebracht: „So viele Morde in Mexiko! Ich wiederhole noch einmal, dass Gewalt niemals Probleme löst, sondern nur nutzloses Leid verstärkt.“
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Verwendungszweck: Mexiko
Einige Jahre nach meiner Heirat mit Shafqat zogen wir nach Gojra und mein Mann fand dort eine Arbeit. Mein Mann ist seit zwölf Jahren teilweise gelähmt. Er hatte versucht, einen Streit zu schlichten und war dabei von einem Querschläger aus einer Waffe getroffen worden. Das Leben danach war hart, doch wir hatten Glück und fanden beide eine Arbeit an einer christlichen Schule, wo wir Hausmeisterdienste verrichteten. Nebenbei reparierte mein Mann Handys.
Im Juli 2013 stürmte die Polizei unser Haus und verhafteten meinen Mann und mich. Sie warfen uns Gotteslästerung vor. Über die SIM-Karte unseres Handys sei eine SMS über den Propheten Mohammed verfasst worden. Die Nachricht war auf Englisch geschrieben – eine Sprache, die weder mein Mann noch ich sprechen oder lesen können.
Acht Monate waren wir inhaftiert, als wir vom Gericht schuldig gesprochen und zum Tod verurteilt wurden. Unser Anwalt durfte sein Schlussplädoyer nicht zu Ende führen, keiner von uns wurde angehört. Als ich das Todesurteil hörte, wurde ich ohnmächtig.
Mein Mann und ich wurden nach der Verhandlung getrennt: Shafqat wurde in das Gefängnis von Faisalabad überführt, während ich in eine Todeszelle in Multan gebracht wurde. Meine Kinder konnten mich nur zweimal im Jahr für knapp eine halbe Stunde besuchen. Auch für sie war es sehr schwer: Sie mussten ständig umziehen und sich verstecken. Islamisten hatten sie mit dem Tod bedroht, weil sie unsere Kinder waren.
Eine Zeit lang war Asia Bibi, die ebenfalls unter der falschen Anklage der Blasphemie zum Tode verurteilt worden war, meine Nachbarin in der Todeszelle in Multan. [Asia Bibi war 2010 als erste Frau in Pakistan zum Tod wegen Gotteslästerung verurteilt worden. Ihr Schicksal erregte internationale hohe Aufmerksamkeit. Sie kam schließlich nach einer Revisionsverhandlung Anfang 2019 frei; Anm. d. Red.]
Mittlerweile wurden weltweit Stimmen laut, die sich gegen unseren unfairen Prozess und unsere Verurteilung wandten. Sie beteten für unsere Freilassung und boten uns moralischen und geistlichen Beistand an. Und schließlich geschah es – man ließ meinen Mann und mich frei. Doch konnten wir ebenso wie Asia Bibi nicht mit unserer Familie in Pakistan bleiben, weil fanatische und extremistische Muslime darauf aus waren, uns zu töten, wenn wir in Pakistan blieben.
Informationen zur Lage der Religionsfreiheit in Pakistan im Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von „Kirche in Not“:
„Kirche in Not“ unterstützt die pastorale Arbeit und das Gemeindeleben der katholischen Minderheit Pakistans. Das Hilfswerk hilft über die Partner vor Ort auch Personen, die wegen Blasphemie angeklagt sind und macht auf internationaler Ebene auf ihr Schicksal aufmerksam. „Kirche in Not“ finanziert auch Initiativen, die sich gegen die Entführung von Frauen und Mädchen einsetzen.
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Verwendungszweck: Pakistan
Mit Blick auf die weitere Perspektive für die Ukraine betonte der Bischof, dass es für sein Land keine Alternative zu Unabhängigkeit, Freiheit und der Orientierung nach Europa gebe. „Das ist unser Weg, den wir gewählt haben. Diesen Weg wollen wir weitergehen, auch wenn er für uns alle ein Kreuzweg ist.“
Sehr angespannt sei die Lage in den beiden anderen nordöstlich von Odessa gelegenen Hafenstädten Cherson und Mykolajiw. Cherson sei mittlerweile komplett besetzt; in Mykolajiw habe sich die russische Armee zwar weiter zurückgezogen, aber es gäbe tägliche Luftangriffe.
In der Nacht von 28. auf 29. März sei bei einem Angriff auch ein Gebäude der katholischen Pfarrgemeinde in Mykolajiw zerstört worden, berichtete der Bischof: „Dennoch wollen viele Bewohner bleiben, das ist meine große Sorge.“ Auch alle Priester seien nach wie vor in den umkämpften Regionen präsent. „Die Pfarrer fahren von Dorf zu Dorf und bringen den Menschen Hilfsgüter. Sie machen eine sehr engagierte Arbeit, obwohl es sehr gefährlich ist.“
Da der Seeweg abgeschnitten ist, hat die Diözese Odessa-Simferopol eigene Transporter organisiert, die Lebensmittel und Medikamente aus dem westukrainischen Lwiw (Lemberg) abholen – oft unter Lebensgefahr. Lwiw ist der zentrale Verteilpunkt von Waren, die aus Polen und dem westlichen Ausland eintreffen.
Die humanitäre Versorgung in der Region Odessa sei aktuell weitgehend sichergestellt, erklärte der Bischof: „Wir helfen ohne Ansehen der Religion oder Nationalität – in Odessa leben Menschen aus 120 Nationen.“ Die Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Konfessionen bei der Hilfe für die notleidende Bevölkerung laufe sehr gut, auch mit der ukrainisch-orthodoxen Kirche und mit den Protestanten.
„Kirche in Not“ sei ebenfalls eine wichtige Stütze. Das Hilfswerk habe nicht nur als erstes seine Unterstützung angeboten, sondern gerade auch die Finanzierung von weiteren Fahrzeugen zugesagt, damit die Versorgung der Menschen in entlegenen Dörfern gewährleistet ist. „Wir sind von der Solidarität sehr bewegt“, betonte Bischof Schyrokoradjuk.
Insgesamt hielten die Menschen im Kriegsgebiet fest zusammen; es herrsche sogar Optimismus, stellt der Bischof fest: „Die Menschen habe den Humor nicht verloren und versuchen, auch die positive Seite des Lebens zu sehen. So ist Odessa!“
Nach Beginn des Ukraine-Krieges hat „Kirche in Not“ Nothilfen in Höhe von 1,3 Millionen Euro gestartet. Aktuell sind weitere Projekthilfen auf dem Weg. Die Unterstützung kommt Priestern und Ordensleuten zugute, die im ganzen Land in den Pfarreien, bei den Flüchtlingen, in Waisenhäusern und Altenheimen arbeiten.
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Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine in den Gebeten gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.
– Flüchtlinge in der Westukraine: „Es gibt keine Angst mehr, nur noch den Wunsch, nützlich zu sein“
– Bischof in Kiew: „Kann nirgends sonst sein!“
– Bischof von Charkiw: „Wir leben jetzt in einer anderen, traurigen Realität“
– Ukrainischer Priester: „Die Kirche muss bei ihren Gläubigen sein“
– KIRCHE IN NOT hilft Ukraine-Flüchtlingen in Breslau
– Bischof von Odessa-Simferopol: Odessa: „Der Krieg hat uns geeint“
– Mariupol (Ukraine): Ein Priester berichtet aus „der Hölle“
– Ordensfrauen helfen unter Lebensgefahr
– Krieg in der Ukraine: Die Kirche bleibt bei den Menschen
Jede Nacht verbringt Pfarrer Mateusz mit seiner kleinen Gemeinde Stunden mit eucharistischer Anbetung. Das gebe ihnen große Kraft, erzählt der Priester: „Neulich bei der abendlichen Anbetung habe ich dem Herrn gesagt: ‚Ich bin bereit zu allem, und ich danke für mein ganzes Leben‘. Und ich dachte darüber nach, was für Pläne Gott für uns und für die Ukraine hat. Wenn das zur Saat werden kann, zur Saat der Hoffnung und des Glaubens für andere Menschen, dann sind wir glücklich.“
Die Mitglieder der Pfarrei St. Antonius, die sich an anderen Orten aufhalten, können die heilige Messe aktuell noch online verfolgen. Pfarrer Mateusz versucht in seinen Predigten, den Menschen Mut zu machen: „Wir sind die Hirten aller, und jeden Tag kommen mehr Leute. Gott begleitet uns wirklich. Und indem es uns gelingt, das Notwendige zu tun – zum Beispiel einzukaufen und Lebensmittel zu organisieren – geben wir die Hoffnung nicht auf.“
Trotz der stärker werdenden Angriffe auf Kiew ist Pfarrer Mateusz und seiner kleinen Gemeinde im Luftschutzkeller eine Botschaft sehr wichtig: „Wir vertrauen darauf, dass die Stimme der Kriegsopfer, der Waisen und Witwen zu allen Menschen der Welt gelangt – nicht um Hass im Herzen zu stiften oder Bitterkeit zu säen. Ein Christ soll für seine Feinde beten. Und deshalb sollten wir uns alle vor Hass und Gewalt hüten!“
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Verwendungszweck: Nothilfe Ukraine
Auch Papst Franziskus beobachtet die Entwicklungen an der Ostgrenze der Ukraine und rief zum Gebet auf: „Ich appelliere eindringlich an alle Menschen guten Willens, ihr Gebet zum Allmächtigen Gott zu erheben, damit jede politische Aktion und Initiative im Dienst der menschlichen Geschwisterlichkeit stehe, mehr als der Einzelinteressen. Wer seine eigenen Ziele zum Schaden anderer verfolgt, verachtet seine eigene Berufung als Mensch, denn wir wurden alle als Geschwister geschaffen.“
Besonders werden wir in unseren Mittagsgebeten der Menschen in der Ukraine in den Gebeten gedenken. Schließen Sie sich bitte an, damit der Glaube lebt und unser Gebet stärker sein möge als Waffen.
– Krieg in der Ukraine: Die Kirche bleibt bei den Menschen
– Ukraine: Seelsorge in Bunkern und unter Flüchtlingen
– Priester aus der Ukraine: „Wir haben keine Zeit, Angst zu haben“
– Ukraine: „Die Armen mit den Augen Gottes sehen“
– Vertane Chance für den Frieden in der Ostukraine
– „Die Menschen brauchen jetzt unsere Hilfe und unser Zeugnis“. Ordensfrauen aus der Ukraine im Einsatz gegen Covid-19
– Papst hat den „leidenden Bruder” nicht vergessen
Mitarbeiter des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) haben sich vor Ort ein Bild gemacht und mit mehreren Flüchtlingsfamilien gesprochen. So auch mit der Familie von Lida. Sie hat in Artaschat Zuflucht gefunden, einer Kleinstadt im Dreiländereck zwischen Armenien, der Türkei und Aserbaidschan. Das Stadtzentrum liegt weit entfernt, lange, staubige Schotterstraßen führen durch verlassene Industrieanlagen – Relikte aus sowjetischer Zeit. Am Ende eines dieser Fabrikgrundstücke steht ein verlassen aussehendes Haus. Doch der erste Eindruck trügt.
In der Tür steht Lida, eine Frau mittleren Alters. Sie freut sich über den Besuch, sonst kommt kaum jemand vorbei. Ihre Schwiegertochter Mariam und Enkelin Nané sind bei ihr. „Unser Leben war gut in Bergkarabach“, erinnert sich Lida. Sie hat als Lehrerin gearbeitet. Seit Jahren ist sie verwitwet, zwei Söhne mit Familien lebten bei ihr.
Schließlich hätte sie der Dorfvorsteher informiert, dass sie ihre Heimat verlassen müssen. Zunächst flohen sie in die Stadt Bedsor, wie viele andere Bewohner von Bergkarabach. Doch schon nach einer Woche mussten sie auch dort weg: „Wir sind in Bussen nach Armenien abtransportiert worden. Wir hatten nur einen Koffer dabei.“ Zuerst kamen sie in Artaschat bei Verwandten unter. Aber die Enge sei belastend gewesen, erzählt Lida. „Das war kein Dauerzustand. Seit einem halben Jahr leben wir jetzt hier, in diesem verlassenen Haus.“
Staatliche Hilfe in Höhe von umgerechnet etwa 130 Euro gab es nur vier Monate lang. Familien, die einen Angehörigen im Krieg verloren haben, bekamen eine einmalige Zahlung von rund 18 000 Euro. Glücklicherweise kamen Lidas Söhne unversehrt aus dem Krieg zurück, körperlich zumindest. Ihr Ältester, berichtet Lida, sei jedoch schwer traumatisiert und arbeitsunfähig. „Mein jüngerer Sohn hat jetzt wenigstens ein Job in einer Konservenfabrik gefunden. Aber er wird schlecht bezahlt. Den ersten Lohn hat er erst nach einem halben Jahr bekommen.“ Auch Lida versucht etwas zum Unterhalt der fünfköpfigen Familie beizutragen: Sie gibt Nachhilfeunterricht.
Viele Flüchtlingsfamilien haben ihre Haupternährer verloren, auch wenn sie den Kriegseinsatz überlebt haben: Teilweise sind die Männer in Bergkarabach geblieben, um ihr Eigentum zu schützen oder sie durchlaufen Reha-Maßnahmen nach dem Militäreinsatz. Manche Familienväter sind auch nach Russland gegangen und suchen dort Arbeit.
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Verwendungszweck: Armenien
Laut Mathew sei etwa im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh ein Mob vor das Kloster „Mathridham Ashram“ in Varanasi gezogen. Die Menge skandierte „Church Murdabad“, auf Deutsch in etwa „Nieder mit der Kirche“ oder „Tod der Kirche“. In der Stadt Ambala im Bundesstaat Haryana hätten Extremisten eine Christusstatue beschädigt; in Silchar (Bundesstaat Assam) sei eine Christmette gestürmt und die Gläubigen bedroht worden. An mehreren Orten gab es Proteste gegen Weihnachtsfeiern an christlichen Schulen oder auf öffentlichen Plätzen.
Einem im Oktober erschienenen Bericht mehrerer Menschenrechtsorganisationen zufolge herrsche in 21 der 28 Bundesstaaten Indiens Christenverfolgung; bis September 2021 registrierte der Bericht 305 Gewalttaten gegen Christen oder christliche Einrichtungen. „Die organisierte Gewalt gegen Christen weitet sich im ganzen Land aus“, erklärte A. C. Michael, einer der Mitherausgeber des Berichts vom „United Christian Forum“. Weitere Herausgeber waren die „Association for Protection of Civil Rights“ und die Gruppe „United Against Hate“. Der Bericht kritisiert, dass Polizei und Behörden zu zögerlich gegen die Täter vorgingen. Auch immer mehr christliche Frauen gerieten ins Visier der Fanatiker. „Wir leben in einer sehr bedrohlichen Situation“, sagte Michael gegenüber „Kirche in Not“.
Weitere Informationen zu antichristlicher Gewalt in Indien und Attacken gegen andere religiöse Minderheiten enthält die Dokumentation „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von „Kirche in Not“: https://acninternational.org/religiousfreedomreport/de/reports/in/
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Verwendungszweck: Indien
– Indien: Gewalttätige Kampagne gegen Christen
– Bericht „Verfolgt und vergessen?” über verfolgte Christen bestellen
– Internetseite zum Bericht „Verfolgt und vergessen?”
– Ein Traum wurde Wirklichkeit – KIRCHE IN NOT unterstützt Kirchenbau in Indien
– „Wir geben nicht auf” – Dokumentation über Christen im Bundesstaat Chhattisgarh
– Beiträge über Indien finden Sie auch in unserer Mediathek
„Im Jahr 2021 war unsere Arbeit bei ,Kirche in Not’ geprägt von Dankbarkeit und Sorge. Dankbar sind wir vor allem, dass Gott auch in diesem Jahr unsere Arbeit sichtbar gesegnet hat. Dankbar sind wir auch so vielen Wohltätern, Freunden und Verbündeten weltweit.
Im Irak, in Syrien und auch im Libanon leidet die christliche Minderheit unter den Folgen von Krieg und wirtschaftlicher Misere. Der Exodus der Christen geht ungebremst weiter. ,Kirche in Not’ arbeitet zusammen mit Wohltätern und Projektpartnern daran, den Christen im Nahen Osten Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat zu eröffnen und ihr Elend zu verringern.
Ein weltweit wahrgenommener Lichtblick im Zusammenleben von Christen und Muslimen in der arabischen Welt war Anfang Dezember die Weihe der Kathedrale ,Unsere Liebe Frau von Arabien’ in Bahrain, deren Bau ,Kirche in Not’ unterstützt hat.
Besonders erfreulich ist auch das große Echo auf unseren Bericht ,Religionsfreiheit weltweit 2021’, den wir im April vorgelegt haben. Der Bericht deckt nicht nur die religiöse Verfolgung in vielen Ländern weltweit auf. Er ist auch, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen, Politik und öffentliche Akteure zusammen einstehen müssen für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Die Freiheit des religiösen Bekenntnisses ist der Gradmesser unserer Humanität.
Zum weltweit sichtbaren Zeichen für bedrängte Christen hat sich auch die Initiative ,Red Wednesday/Red Week’ entwickelt. 2015 von ,Kirche in Not’ ins Leben gerufen, machen mittlerweile Ende November immer mehr Kirchen und Einrichtungen auf der ganzen Welt mit. Ich danke allen Teilnehmern für ihre Solidarität und ihr Gebet.
Leider erreichten uns im zu Ende gehenden Jahr fast wöchentlich Berichte über religiöse Verfolgung und Gewalt. Priester, Ordensleute und Laien werden in ihrem Einsatz getötet, entführt oder misshandelt. Gerade die aktuelle Lage in Indien oder Nigeria erfüllt uns mit großer Sorge und setzt uns in Alarmbereitschaft.
Auch in den westlichen Ländern registriert ,Kirche in Not’ zunehmende Gewaltakte gegen religiöse Einrichtungen und eine Entwicklung, die Papst Franziskus als ,höfliche Verfolgung’ beschrieben hat: Glaubensüberzeugungen sollen unter dem Deckmantel einer vermeintlichen ,Toleranz’ aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden.
Besonders denken wir zum Jahresende an die Opfer der Covid-19-Pandemie: Viele Ordensfrauen, Bischöfe, Priester und Katecheten sind in Ausübung ihres Dienstes an der Krankheit gestorben. Sie haben ihr Leben geopfert, um trotz der gesundheitlichen Gefahr den ihnen anvertrauten Menschen nahe zu sein. Das ist ein großes Zeugnis der Hingabe.“
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Frohe Weihnachten, liebe Freunde von KIRCHE IN NOT! Ich bin Pater Michele, und ich befinde mich in der Kirche St. Anna in Genua, dem ältesten Kloster der Unbeschuhten Karmeliten außerhalb Spaniens. Ich wünsche euch alles, alles Gute für dieses Weihnachtsfest, und ich wollte bei der Krippe anfangen, die wir in dieser Kirche aufgebaut haben, damit sie euch Hoffnung, Freude und inneren Frieden einflößt. Es ist wahr, wir befinden uns noch in der Zeit der Pandemie, die Ansteckungen nehmen zu, es gibt noch so viele Kriege, so viele Christen werden verfolgt, und es gibt so viele Flüchtlinge.
Aber wir wollen nicht mutlos werden! Vertrauen wir auf den Kleinen König! Seine Gegenwart möge uns Hoffnung und Frieden schenken! Ich befinde mich auch in der Kapelle der heiligen Märtyrerin Ursula, die ihr hinter mir seht, da ich weiß, wie viele Christen weltweit verfolgt werden, weil sie Zeugnis für Christus ablegen. Und ich weiß, wie sehr ihr diese Verfolgten liebt und sie unterstützt, liebe Wohltäter von KIRCHE IN NOT.
Daher möchte ich euch an diesem Ort des Martyriums und der Hoffnung so viele gute Wünsche für diese heilige Zeit aussprechen. Und ich gebe euch den Segen des Jesuskindes, damit Es euch und besonders alle Leidenden, immer beschützen möge. Der Herr sei mit euch! Es segne euch der Allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Alles Gute, liebe Freunde, und frohe Weihnachten!
Deshalb übte Moskau auf die polnische Regierung Druck aus, das Kriegsrecht auszurufen, um so die Aktivitäten von Solidarność zu unterbinden. Der sowjetische Parteichef Leonid Breschnew drohte sogar mit dem Einmarsch der Roten Armee. In Polen war die Angst davor groß. General Jaruzelski ließ Ministerpräsident Gierek verhaften und verhängte das Kriegsrecht. Die Solidarność wurde verboten, und Lech Walesa verhaftet. Streiks wurden niedergeschlagen, Oppositionelle inhaftiert oder des Landes verwiesen. Es gab Tote.
In Deutschland und Frankreich finanzierte „Kirche in Not“ Ankauf und Transport vieler Tausender Liter Messwein. In England wurden 150.000 Dollar für Lebensmittel gesammelt. Am 19. Februar 1982 rollten in Anwesenheit von Königin Fabiola von Belgien 40 LKWs mit mehr als 200 Tonnen Zucker, Konserven, Milchpulver und ein Tankwagen voller Diesel für die Heimfahrt von Belgien nach Polen. Hinzu kamen 300 Tonnen Speck, Fett, Kleider und Nähmaschinen aus dem Warenlager des Hilfswerks sowie 60 Tonnen Zucker und Milchpulver des belgischen Bauernvereins. Es war die größte sozial-caritative Hilfsaktion von „Kirche in Not“ seit der Ungarnaktion von 1956.
„Ein Schiff für Polen“ war nicht die erste Hilfsaktion von KIRCHE IN NOT in Polen. Bereits vor der Ausrufung des Kriegsrechts 1981 wurden dort 57 beschauliche Klöster mit 1.355 Klausurschwestern ebenso unterstützt, wie die Priesterseminare des Landes, die zu der Zeit mit 8.500 Priesteramtskandidaten brechendvoll waren. Weitere Hilfen galten der Versorgung alter Priester, der Unterstützung kirchlicher Druckereien, dem Druck von Bibeln und anderer religiöser Bücher, der Einrichtung oder Sanierung von katholischen Krankenhäusern, der Förderung katechetischer Mittel u.v.m.
Als die kommunistischen Machthaber eine riesige Arbeiter-Trabantenstadt planten, Nowa Huta bei Krakau, eine ,,Stadt ohne Gott“, in der kein Platz für eine Kirche sein sollte, half „Kirche in Not“ auch hier. Kardinal Wojtyla gelang es, dem Regime 1967 eine Baugenehmigung für ein Gotteshaus abzuringen. Zwischen 1967 und 1977 wurde in Nowa Huta eine Kirche mit Hilfe von „Kirche in Not“ errichtet, die schließlich am 15. Mai 1977 der ,,Königin von Polen“ geweiht wurde. Diese Kirche gilt in Polen bis heute als Symbol des siegreichen Katholizismus gilt.
Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) gehört zu den Unterstützern des neuen Gotteshauses, das auch als Meilenstein im christlich-muslimischen Dialog gilt. Das wird auch dadurch unterstrichen, dass am Tag vor der Kirchweihe der bahrainische König, Scheich Hamad bin Isa Al Chalifa, den neuen Gebäudekomplex eröffnet. König Al Chalifa gehört zu den größten Förderern des Projekts und hat der katholischen Gemeinschaft auch den Baugrund zur Verfügung gestellt. Die kirchliche Weihe an diesem Freitag wird Louis Antonio Kardinal Tagle, Präfekt der Vatikan-Kongregation für die Evangelisierung der Völker, vollziehen.
Die Kathedrale „Unsere Liebe Frau von Arabien“ ist der neue geistliche Mittelpunkt für die christliche Minderheit des Apostolischen Vikariats für das Nördliche Arabien. Das Vikariat umfasst neben Bahrain auch Kuwait, Katar und Saudi-Arabien. Auf der Arabischen Halbinsel leben etwa 2,5 Millionen Katholiken; die meisten von ihnen sind Wanderarbeiter verschiedener Nationen und Kulturen. Ihr geistliches Oberhaupt ist Bischof Paul Hinder, ein gebürtiger Schweizer Kapuziner. Er hat im Mai 2020 zusätzlich zu seinem Amt als Apostolischer Administrator für das Südliche Arabien auch die Verantwortung für die katholischen Gemeinden im Nördlichen Arabien übernommen, nachdem der dortige Administrator, Bischof Camillo Ballin, verstorben war. Ballin war der Motor hinter dem Bauprojekt.
„Die neue Kathedrale ist ein wichtiger Schritt in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat, und sie zeugt auch von der wachsenden Zahl der Katholiken auf der Arabischen Halbinsel“, erklärte Regina Lynch, Projektdirektorin am Sitz der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ in Königstein im Taunus. „Bisher gab es nur fünf offiziell anerkannte Kirchen für die Gläubigen in einer Region, die fast so groß ist wie Deutschland und Frankreich zusammen.“ In Bahrain, wo etwa 90 000 Katholiken leben, existierten bislang nur eine Kirche in der Hauptstadt Manama und eine Kapelle in einem Vorort. Dort mussten über das Wochenende bislang 25 heilige Messen gefeiert werden, um allen Gläubigen die Teilnahme zu ermöglichen. Die Gottesdienste waren stets überfüllt.
Auch viele Christen verschiedener Riten aus Saudi-Arabien und anderen Ländern kämen nach Bahrain, um dort ihren Glauben zu praktizieren und die Sakramente zu empfangen, erklärte Lynch: „Auf der gesamten arabischen Halbinsel, insbesondere aber in Saudi-Arabien, ist die öffentliche Ausübung des Christentums stark eingeschränkt. Christen können sich nur in ausländischen Botschaften oder Privathäusern treffen. Deshalb ist die neue Kathedrale in Bahrain auch ein wichtiges Hoffnungssignal für die Christen in anderen Ländern der Region.“
Für den Leiter des Bauprojekts, Dompfarrer Saji Thomas, ist das neue Gotteshauses „ein Paradebeispiel für religiöse Harmonie und Toleranz und ein großartiges Beispiel für friedliche Koexistenz“, wie er gegenüber „Kirche in Not“ erklärte. Bahrain fährt im Vergleich zu den anderen Staaten der Arabischen Halbinsel einen toleranteren Kurs gegenüber der christlichen Minderheit. Bereits die erste katholische Kirche der Neuzeit war 1939 in Bahrain errichtet worden, auch damals hatte der Emir ein Grundstück zur Verfügung gestellt.
Dennoch sei die Lage der Christen in Bahrain schwierig, erklärte Projektdirektorin Regina Lynch: „Nicht wegen der Regierung, sondern weil sie ihre Heimatländer, ihre Familien und Freunde verlassen haben.“ Die Mitglieder der katholischen Gemeinde in Bahrain stammen nach Angaben des Apostolischen Vikariats vorrangig aus Indien, Pakistan, Sri Lanka, von den Philippinen, aus dem Libanon, Jordanien, aber auch aus afrikanischen und südamerikanischen Staaten. „Viele dieser Migranten leben allein und unter armseligen Umständen“, sagte Lynch. Die Corona-Pandemie und wirtschaftliche Krisen hätten die Situation für viele Menschen noch schlimmer gemacht. „Sie brauchen eine spezielle Begleitung und Fürsorge, sonst gehen sie verloren.“
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