Zu den Vertriebenen zählt auch die Gruppe von Kindern, die in der kleinen Gemeinde Itoculo ihre einzige Mahlzeit des Tages zu sich nehmen: Einen Brei, der aus Mais, Milch, geriebenen Eierschalen und sonstigem Essbaren besteht. Der Hunger und die Folgeerkrankungen sind hier allgegenwärtig, wissen Zeca Virgilio und Amon Ali. Die beiden Mitarbeiter der Caritas im katholischen Bistum Nacala koordinieren das neue Projekt von „Kirche in Not“.
117 Flüchtlinge leben aktuell in der Pfarrei, über die Hälfte sind Kinder. „Wir bringen ihnen bei, auf Hygiene zu achten, wir beten und spielen mit ihnen, wir machen ein wenig Unterricht“, erzählt Virgilio. Jeden Tag lassen er und sein Kollege am Straßenrand ein „Klassenzimmer“ und eine „Schulkantine“ unter freiem Himmel entstehen. Trotz der kaum vorhandenen Infrastruktur arbeiten die beiden Helfer gern hier, „weil unsere Arbeit den Menschen direkt hilft.“
Zu den Helfern gehört auch der portugiesische Missionar Mário João. „Kirche in Not“ erreichte ihn in Mweravale, einer weiteren Gemeinde, die Flüchtlinge aus Cabo Delgado aufgenommen hat. „Die Vertriebenen aus dem Norden kamen im März 2020 hier bei uns an“, erzählt João. „Im September haben wir dann dieses Projekt gestartet. Es hat drei Schwerpunkte: Die psychosoziale Versorgung von traumatisierten Kindern, Unterricht und Weiterbildung für Erwachsene und Gesprächsrunden, in denen sich die Flüchtlinge ihr Leid von der Seele reden können.“
An dem Projekt, das von den Wohltätern von „Kirche in Not“ finanziert wird, sind sieben lokale Partner beteiligt. Drei Missionare koordinieren die Arbeit. Die Betreuer sowohl der Kinder wie der Erwachsenen sind psychologisch geschult. Die Erinnerungen an die zurückliegenden Erlebnisse brechen bei den Flüchtlingen oft mit Wucht auf.
Der Missionar kennt ihre Geschichten gut: „Als sie mitbekommen haben, dass die Terroristen immer näher rücken, sind sie innerhalb weniger Stunden geflohen. Sie sind hierhergekommen, weil sie Verwandte in der Region haben. Doch auch die können sie kaum versorgen.“
Die Situation sei dramatisch, erklärt auch der zuständige Bischof Alberto Vera. Aufgrund ausbleibender Niederschläge herrsche eine Hungersnot. Der Großteil der Bevölkerung befinde sich „in einer Situation extremer Verwundbarkeit“, so der Bischof.
Die Erwachsenen dagegen sind voller Unruhe: Sie warten sehnsüchtig auf jede Nachricht aus dem Norden. Sie wollen zurück in ihre Heimat. Alles deutet jedoch darauf hin, dass der Friede noch in weiter Ferne liegt. Die Hilfe für die Flüchtlinge ist noch lange gefragt.
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Patriarch Sako erklärte: „Der Hausbesitzer betreibt ein Spirituosengeschäft und scheint bereits viele Drohungen erhalten zu haben. Es ist klar, dass der Angriff augenscheinlich mit dem Verkauf von Alkohol zu tun hat, obwohl die Person eine offizielle Lizenz besitzt.“ Berichten zufolge soll sich der Ladenbesitzer geweigert haben, den Verkauf von Alkohol einzustellen.
Die Christen im Irak seien auch nach dem militärischen Sieg über den „Islamischen Staat“ zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt, beklagte Patriarch Sako. Christen würden an ihren Arbeitsplätzen schikaniert und bei der Jobsuche benachteiligt, „obwohl es ein Gesetz gibt, dass Christen die Arbeitsplätze anderer Christen zusichert, die ausgewandert oder in Ruhestand gegangen sind.“ Auch sei noch immer christliches Eigentum beschlagnahmt. „Ich hoffe, dass jeder das anhaltende Leid der Christen versteht und dass verbliebenen Christen nicht gezwungen sind, auch noch auszuwandern“, schloss der Patriarch.
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Verwendungszweck: Irak
Über 20 Prozent der neu bereitgestellten Fördermittel kommen Bildungsprojekten für Kinder und Jugendliche in Syrien und im Libanon zugute. „Kirche in Not“ unterstützt christliche Schulen, Kindergärten, Tagesstätten, Jugendaktionen in den Kirchengemeinden oder Religionsunterricht.
In Aleppo unterstützt „Kirche in Not“ unter anderem ein Projekt für junge Ehepaare. Sie bekommen einen Zuschuss für Mietkosten und den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft. Dieses Projekt sei besonders dringend, sagt die Projektdirektorin von „Kirche in Not“, Regina Lynch: „Viele junge Menschen heiraten nicht, weil sie es schlicht nicht leisten können, ein gemeinsames Zuhause einzurichten. Wir arbeiten jetzt an einem Projekt, das die jungen Paare in den ersten beiden Jahren unterstützt.“
Auch im Libanon fördert „Kirche in Not“ unter anderem Lebensmittelpakete für bedürftige Familien, Heizmaterial und Existenzhilfen für die Seelsorgearbeit von Priestern, vor allem über Mess-Stipendien. In Zusammenarbeit mit der maronitisch-katholischen Diözese der Hafenstadt Tyros konnte dank der neuen Hilfen für die kommenden acht Monate eine Lebensmittelausgabe für Familien in Not eingerichtet werden.
Der Libanon leidet seit Jahren unter einer schweren Politik- und Wirtschaftskrise. Das Land hatte in der Vergangenheit gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Kriegsflüchtlinge aus Syrien aufgenommen und versorgt; „Kirche in Not“ unterstützt diese Arbeit. Nun brauchen viele Libanesen selbst Hilfe. Nach der Explosion in Beirut hat das Hilfswerk deshalb die Fördermittel für den Libanon aufgestockt.
„Kirche in Not“ arbeitet bei seiner Projektarbeit intensiv mit den christlichen Kirchen vor Ort zusammen. Die auf den Weg gebrachten Projekte sind Reaktionen auf konkrete Hilferufe von Bischöfen und anderen Kirchenvertretern in der Region. Die Zusammenarbeit ist ökumenisch; zahlreiche Mittel aus den neuen Hilfspaketen gehen auch an griechisch-orthodoxe, syrisch-orthodoxe und armenisch-apostolische Gemeinden.
Christen waren einst die Mehrheit der libanesischen Bevölkerung und machten rund zehn Prozent der Einwohner Syriens aus. Jahre der Instabilität und des Krieges haben jedoch viele Bewohner veranlasst, ihre Heimat zu verlassen. Die christlichen Gemeinschaften in beiden Ländern drohen auszubluten. Kirchenvertreter mahnen seit Jahren mehr Unterstützung an, um diesen Trend zu stoppen.
Unterstützen Sie die notleidenden Menschen in Syrien und im Libanon sowie die Arbeit der christlichen Kirchen mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
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Verwendungszweck: Libanon oder Syrien
– Radiointerview mit Reinhard Backes über die Hilfe von KIRCHE IN NOT im Libanon
– Ein Strahl der Hoffnung – KIRCHE IN NOT hilft in Beirut
– KIRCHE IN NOT schnürt zweites Hilfspaket für Beirut
– Hoffnung für den Libanon
– Junge Christen leisten Nothilfe für Überlebende der Explosion in Beirut
Florian Ripka: „Kirche in Not“ hat den „Red Wednesday“ 2015 ins Leben gerufen. Die Idee dazu kam aus Brasilien. Kirchen, öffentliche Gebäude in aller Welt wurden seither in rotes Licht getaucht – in Erinnerung an das Blut der Märtyrer. Dazu zählen zum Beispiel der Trevi-Brunnen oder das Kolosseum in Rom, Sacré-Coeur in Paris, das österreichische Parlament und viele mehr. Auch in Deutschland machen in diesem Jahr rund um den 24. November mehr als 70 Pfarrgemeinden mit, darunter auch die Kathedralen in Passau und Paderborn. Vielerorts finden Gebete und Andachten für verfolgte Christen statt. Aus dem „Red Wednesday“ ist eine weltweite Bewegung geworden, und darüber freuen wir uns!
Welche Entwicklungen in Sachen Christenverfolgung stellen Sie aktuell fest?
Auch wenn das Thema nicht viele Schlagzeilen macht: Christenverfolgung findet statt, Tag für Tag. Christen, aber auch andere religiöse Gruppen, leiden unter dschihadistischem Terror, autoritären Regime oder einem erstarkenden Nationalismus, der das Christentum als „kulturfremd“ ansieht. Ein Beispiel dafür ist der erstarkende Hindu-Nationalismus in Indien. Große Sorgen machen wir uns aktuell um die Länder in Subsahara-Afrika. Dort explodiert der Terror. Christenverfolgung findet mittlerweile auch digital statt. Ein Beispiel sind Massenüberwachungssysteme. Es wird immer gefährlicher, Christ zu sein: Das zeigt auch eine aktuelle Ehrhebung der OSZE. Demnach ist die Zahl der Hassverbrechen gegen Christen und christliche Einrichtungen im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent gestiegen. Noch höher ist der Anstieg bei antisemitischen Gewaltverbrechen. Wer für verfolgte Christen betet, darf Religionsfreiheit insgesamt nicht vergessen.
„Kirche in Not“ gibt einen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ heraus. Verwässert das nicht den Einsatz für verfolgte Christen?
Ganz und gar nicht! Wir sollten da immer redlich sein: Wo Christen verfolgt werden, werden auch andere religiöse Gruppen verfolgt. Der islamistische Terror in Afrika richtet sich auch gegen die Muslime, um nur ein Beispiel zu nennen. Darum dokumentieren wir in unserem Bericht Verstöße gegen die Religionsfreiheit und die Menschenrechtslage in 196 Ländern weltweit. Alle reden über Menschenrechte, Religionsfreiheit fristet demgegenüber oft ein Schattendasein. Das kann so nicht bleiben. Deshalb suchen wir den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit.
Zahlen mögen griffig sein, aber sie suggerieren auch Zusammenhänge, die so nicht zutreffen. Niemand kann seriös sagen, wie viele Christen tatsächlich verfolgt sind. Auch da geht es um Glaubwürdigkeit. Wir können aus unseren Erkenntnissen von „Religionsfreiheit weltweit“ hochrechnen: Zwei Drittel der Menschen weltweit leben in Ländern, in denen die Religionsfreiheit eingeschränkt ist. Das sind 5,2 Milliarden Menschen. Die Zahl der Christen in diesen Ländern liegt bei über 600 Millionen. Das heißt nicht, dass alle diese Gläubigen blutig verfolgt sind. Das heißt aber sehr wohl, dass sie unter Umständen leben, die ihr alltägliches und religiöses Leben beeinträchtigen.
Was kann man konkret für verfolgte Christen tun?
Wir folgen bei „Kirche in Not“ dem Dreiklang: Gebet – Information – Hilfe. Der „Red Wednesday“ schafft Aufmerksamkeit und lädt zum Gebet ein. Das Zweite ist Information, und zwar seriöse Information. Und tatkräftige Hilfe: „Kirche in Not“ fördert über 5000 Einzelprojekte pro Jahr, damit Priester, Ordensleute, Katecheten auch unter widrigen Umständen ihre Arbeit machen können – und zwar nicht nur für die Pfarrangehörigen. Vom Engagement der Kirche profitieren alle, niemand wird weggeschickt und niemand fragt einen Menschen in Not nach dem Taufschein. Auch das ist gelebte Religionsfreiheit.
Weitere Informationen und Tipps zur Gestaltung des „Red Wednesday“: www.redwednesday.kirche-in-not.de.
Unterstützen Sie den Einsatz von „Kirche in Not“ für bedrängte und notleidende Christen weltweit mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
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„Hunderte Millionen Christen leben derzeit rund um den Erdball in einem Umfeld, in dem sie gewaltsam verfolgt, diskriminiert oder an der freien Ausübung ihres Glaubens gehindert werden“, erklärt der KIRCHE-IN-NOT-Deutschland-Geschäftsführer, Florian Ripka, den Hintergrund dieses internationalen „Red Wednesday“.
Zu den Bauwerken, die in den vergangenen Jahren im Rahmen der Aktion rot angestrahlt wurden, zählen das Kolosseum und der Trevi-Brunnen in Rom, die Christusstatue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro, das österreichische Parlamentsgebäude und der Frankfurter Dom. In vielen Kirchen fanden darüber hinaus „Abende der Zeugen“ statt, während denen geflüchtete Christen von der Verfolgung in ihren Heimatländern berichteten.
Im November 2021 haben bereits zwei „Abende der Zeugen“ in Neumarkt und Passau mit Gästen aus der Weltkirche und unter Beteilung von Bischof Stefan Oster stattgefunden. Ein dritter Abend wird am 26. November, ab 19:30 Uhr in der Basilika St. Suitbertus in Düsseldorf-Kaiserswerth stattfinden.
1. Auch Ihre Pfarre möchten wir einladen, einen Beitrag zu leisten und diese Aktion zu unterstützen, indem eine rote Beleuchtung der Pfarrkirche von Mittwoch, den 17. November, bis Sonntag, den 21. November 2021, ermöglicht wird.
2. Außerdem möchten wir Sie ermutigen, den “Red Wednesday“ durch einen Gottesdienst– oder Gebetsabend spirituell zu begleiten. Es gäbe beispielsweise die Möglichkeit eine Messe für verfolgte Christen zu feiern – Tipps beziehungsweise Ideen zu Fürbitten, Lesungen, oder Predigt stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung bzw. finden Sie unten.
3. Tragen Sie an diesem Tag ein rotes Kleidungsstück und ermutigen Sie Ihre Mitmenschen ebenfalls dazu, um ein Zeichen der Solidarität mit unseren verfolgten Schwestern und Brüder zu setzen.
4. Beten Sie für unsere bedrohten und verfolgten Glaubensbrüder und -Schwestern. Wir bieten hierfür ein unentgeltliches Gebetsheft an.
5. Nutzen Sie soziale Medien, um die Veranstaltung bekannt zu machen. Verwenden Sie hierfür den Hashtag #RedWednesday.
Wenn Sie am „Red Wednesday“ teilnehmen wollen, melden Sie sich bitte unter:
Schicken Sie uns auch gerne ein Foto Ihrer rot beleuchteten Kirche beziehungsweise eines anderen beleuchteten Gebäudes. Vielen Dank!
Die Idee für das „Handbuch katholischer Gebete“ geht auf den brasilianischen Zweig von „Kirche in Not“, eine der 23 Nationalsektionen des Hilfswerks, zurück. Es wurde von Mitarbeitern von „Kirche in Not“ Deutschland überarbeitet, mit Illustrationen versehen und mit bekannten Gebeten der deutschsprachigen Tradition sowie persönlichen Lieblingsgebeten angereichert.
Zur Motivation für die Veröffentlichung des neuen „Handbuch katholischer Gebete“ schreibt der Geistliche Assistent von „Kirche in NOT“ (ACN) International, Pater Martin Barta, im Vorwort: „Das Leben und die Zukunft eines jeden Gläubigen, ja sogar ganzer Völker und Nationen, beruhen im Tiefsten auf dem Gebet. So besteht auch die Mission des päpstlichen Hilfswerks ,Kirche in Not’ vorrangig im Gebet. Ohne das Beten ist (…) keine selbstlose Nächstenliebe möglich.“
Das „Handbuch katholischer Gebete“ erscheint als Hardcover-Ausgabe mit praktischen Einlegebändchen. Es eignet sich für das persönliche ebenso wie für das gemeinsame Gebet in der Familie, im Gottesdienst oder Gebetkreis. Das Gebetbuch kostet 7,50 Euro zzgl. Versandkosten und ist am einfachsten online hier bestellbar.
Interessenten können sich unter Angabe der Bestell-Nummer 4404 auch wenden an:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistraße 62
81545 München
Tel.: 089 64 24 888 0
Fax: 089 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de
„Kirchliche Mitarbeiter werden oft gezielt Opfer von Gewalt“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern, am Sitz der internationalen Zentrale des Hilfswerks in Königstein im Taunus. Manchmal sei das Motiv finanzieller Natur, etwa wenn es sich um einen Raubüberfall oder eine Lösegeldforderung handele. „Manchmal wollen die Angreifer die Stimme der Kirche, die Ungerechtigkeit und Gewalt anprangert, zum Schweigen bringen. Aber es gibt auch eine zunehmende Aggression, die ihren Ursprung in fehlender Religionsfreiheit hat.“
Besonders besorgt ist „Kirche in Not“ über die Lage in Nigeria. Dort wurden in diesem Jahr bislang zwei kirchliche Mitarbeiter ermordet und sieben entführt. Zu ihnen zählt Pater Izu Marcel Onyeocha aus dem Claretiner-Orden. Er wurde in der Nacht des 10. April verschleppt, als er mit dem Auto unterwegs nach Owerri im Süden Nigerias war. Als er wegen einer Panne ausstieg, wurde er von einer bewaffneten Gruppe attackiert und verschleppt. Dabei soll es sich um Extremisten aus dem Nomaden-Stamm der Fulani gehandelt haben. Der Ordensmann kam nach zwei Tagen wieder frei.
Auch in Südamerika kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Geistliche. In Mexiko wurden 2021 bislang mindestens drei Priester und ein Katechet ermordet. Einer von ihnen ist der Franziskaner-Pater Juan Antonio Orozco Alvarado. Er wurde auf dem Weg zur heiligen Messe in einem Dorf von rivalisierenden Banden getötet.
Berichte über Entführungen, Gewalt und Morde an Priestern, Ordensleuten und pastoralen Mitarbeitern hat „Kirche in Not“ im zu Ende gehenden Jahr auch aus Venezuela, Peru, Haiti, den Philippinen, Angola, Burkina Faso, Mali und anderen Staaten erhalten – auch aus Europa: Am 9. August wurde der französische Ordensmann Olivier Maire von einem Mann getötet, der auf seinen Prozess wegen mutmaßlicher Brandstiftung in der Kathedrale von Nantes wartete.
„Kirche in Not“ weist rund um den 24. November auf das Schicksal verfolgter Christen hin. Das Hilfswerk hat für den letzten Mittwoch im November die Aktion „Red Wednesday“ ins Leben gerufen. Rund um diesen Tag werden zahlreiche Kirchen und öffentliche Gebäude in blutrotes Licht getaucht. Auch in Deutschland machen bislang über 70 Pfarreien mit. Mehr Informationen: www.redwednesday.kirche-in-not.de.
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Den Anfang machte am 10. November 2021 die Münsterpfarrei Neumarkt in der Oberpfalz mit einer ökumenischen Andacht für verfolgte Christen. Domkapitular Pfarrer Norbert Winner begrüßte als Zeugen aus der Weltkirche den eritreischen Priester Dr. Mussie Zerai, der auf Einladung von „Kirche in Not“ über die verzweifelte Lage der Menschen in seiner Heimat berichtete. Das maoistische Regime in Eritrea raube vor allem der Jugend jede Chance, da alle Männer unter 50 Jahren zum zeitlich unbegrenzten Militärdienst herangezogen werden, betonte Zerai: „Das macht das Erlernen eines Berufs unmöglich und verbaut jungen Familien ihre Zukunft.“ Zahlreiche Eritreer hätten sich daher zur Flucht „durch Wüste und Meer“ entschlossen – eine Flucht, die für viele Menschen tödlich endet.
Zerai ist selbst geflohen und darf nicht mehr in seine Heimat zurückkehren. Seit Jahrzehnten bereits lebt er in Italien und hat von dort eine Hilfshotline für Bootsflüchtlinge in Seenot eingerichtet. Er appellierte an die europäischen Staaten, sich wieder stärker für den Frieden in Nordost-Afrika einzusetzen. Vor allem mit Blick auf den Bürgerkrieg in Äthiopien befürchtet Zerai sonst „einen neuen Flüchtlingsstrom von mehreren Millionen Menschen in Richtung Europa“.
Am 14. November 2021 war der koptische Christ Kerols Lindemann auf Einladung von „Kirche in Not“ im Passauer Dom zu Gast. Er berichtete über den Alltag als Christ in Ägypten. Von klein auf sei er von der muslimischen Mehrheit als Mensch zweiter Klasse behandelt worden. „Unsere Nachbarin hat uns ständig ihren Müll vor die Tür geleert und dazu gesagt: ‚Ihr Christen seid nicht mehr wert als dieser Müll‘“, erzählte Lindemann.
Der nächste „Abend der Zeugen“ findet am Freitag, 26. November, ab 19:30 Uhr in der Basilika St. Suitbertus in Düsseldorf-Kaiserswerth statt. Zu Gast ist dann Pater Pier Luigi Maccalli, der über zwei Jahre lang in Niger und Mali von Islamisten als Geisel festgehalten worden war.
Mehr Informationen: www.redwednesday.kirche-in-not.de.
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Bereits seit 2015 werde durch das rote Anstrahlen von Kirchen und staatlichen Gebäuden die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Schicksal verfolgter und benachteiligter Christen gelenkt. „Wir wollen unseren Glaubensgeschwistern dadurch eine Stimme geben und für sie beten“, sagt Ripka.
Im November 2021 sind rund um den „Red Wednesday“ bereits zahlreiche Veranstaltungen geplant. Um eine möglichst hohe Beteiligung zu erreichen, steht den Pfarreien die Terminwahl frei. Eine Teilnahme an der Aktion ist weiterhin möglich, KIRCHE IN NOT bittet um Anmeldung unter: redwednesday@kirche-in-not.de. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite www.redwednesday.kirche-in-not.de.
Innerhalb kurzer Zeit habe sich die Sorge um die humanitäre Hilfe für die Binnenflüchtlinge in Angst vor der näher rückenden Front verwandelt. „Die Lage hat sich verschlechtert. Jetzt sind auch wir gezwungen, zu fliehen“, schrieb der Priester in einer Nachricht am Abend des 30. Oktober. Einen Tag später nahm die TPLF die Städte Kombolcha und Dessie ein, nachdem sie die Regierungstruppen immer weiter in die Defensive gedrängt hatte.
Schon vor der Eskalation der Ereignisse Anfang der Woche habe eine Massenflucht aus der Region eingesetzt: „Wer Verwandte in Addis Abeba hatte, schickte Frauen und Kinder dorthin. Wir haben auch unsere Priesterseminaristen aus Kambolcha in die Hauptstadt evakuiert. Nur wir Priester sind zunächst geblieben, um bei den vielen Flüchtlingen zu sein – und um zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln“, sagte der Missionar „Kirche in Not“.
Die im Sommer aufkeimenden Friedenshoffnungen nach der Wiederwahl von Premierminister Abiy Ahmed seien enttäuscht worden: „Vor der Vereidigung waren überall in der Hauptstadt Schilder mit der Aufschrift ,Neuanfang’ zu sehen. Wir hofften, dass der Krieg zu Ende gehen würde. Stattdessen ist er uns immer nähergekommen.“
Am 4. November 2020 hatten die Kämpfe in der Region Tigray begonnen. Premierminister Abiy Ahmed warf der TPLF damals die Abhaltung illegitimer Wahlen vor und entsandte Truppen in die Region. Vorausgegangen waren jahrelange ethnische und politische Auseinandersetzungen zwischen den Tigray und den anderen Bevölkerungsgruppen. In dem Bürgerkrieg kamen den Regierungstruppen auch Einheiten aus dem Nachbarland Eritrea zu Hilfe. Auch das reiche christliche Erbe Äthiopiens wurde durch die Kämpfe bedroht: Die Städte Lalibela, bekannt für ihre Felsenkirchen, und Axum, die ehemalige Hauptstadt und nach äthiopischer Überlieferung Aufbewahrungsort der Bundeslade, gerieten zwischen die Kampflinien.
Die äthiopische Bevölkerung setzt sich je zur Hälfte aus Christen und Muslimen zusammen. Das Land ist von einer jahrtausendealten christlichen Tradition geprägt. Die meisten Christen gehören der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche an. Es gibt eine kleine, aber lebendige katholische Gemeinschaft, die sich in den lateinischen Ritus und den äthiopischen Geez-Ritus aufteilt.
Unterstützen Sie das Überleben und die Arbeit der Seelsorger für die notleidende Bevölkerung Äthiopiens – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
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Verwendungszweck: Äthiopien
– Hoffnungslos in Afrika – Was tun gegen Flucht und Migration?. Interview mit Prinz Asfa-Wossen Asserate
– Äthiopien: Menschen in der umkämpften Region Tigray „stehen am Rand des Abgrunds“
– Äthiopien: „In der Region Tigray findet ein Völkermord statt“
– Aktuelles Beispielprojekt aus Äthiopien: Pflegebetten und Rollstühle für ein Altenheim
– Flüchtlingsdramen abseits der Medien
– Unterstützung der kirchlichen Jugendarbeit in Äthiopien
Bischof Franjo Komarica: Daran sind nicht die Einheimischen schuld, die hier nicht erst seit gestern zusammenleben. Die internationale Staatengemeinschaft, insbesondere die Europäer, haben es zugelassen, dass hier von 1992 bis 1995 ein Stellvertreterkrieg geführt wurde. Bosnien und Herzegowina ist seit dem Ende des Krieges noch immer ein Provisorium, es herrscht Stillstand.
Warum ist das so?
Bosnien und Herzegowina wird de facto geführt von einem internationalen Vertreter, dem Hohen Repräsentanten. Obwohl seit 1995 schon der achte Amtsinhaber hier ist, hat diese Präsenz das Land nicht zu einem Rechtsstaat gemacht. Und die einheimischen Politiker haben nicht die notwendigen Voraussetzungen und die Macht, um aus Bosnien und Herzegowina einen funktionierenden Rechtsstaat zu machen.
Bosnien und Herzegowina ist ein Staat mit drei konstitutiven Völkern (Serben, Bosniaken und Kroaten; Anm. d.Red.) und zwei Entitäten (Föderation Bosnien und Herzegowina und Republik Srpska; Anm. d. Red.). Die Republik Srpska steht unter dem Einfluss Russlands, die Föderation unter dem Einfluss der Türkei bzw. der islamischen Welt. Und das dritte Volk, die Kroaten (die mehrheitlich den katholischen Bevölkerungsanteil ausmachen; Anm. d. Red), geht zugrunde. Wir kommen unter die Räder, wir sind einfach nirgendwo mehr zu Hause.
Inwieweit werden die Katholiken benachteiligt?
In jeder Hinsicht: Politisch, gesellschaftlich und auch wirtschaftlich. Oft haben Katholiken Probleme, wenn sie einen kroatischen Namen tragen. Es ist auch schwierig für sie, Arbeit zu finden. Es gibt noch einen Landesteil, West-Herzegowina, wo sie mehr oder weniger leben können. Aber auch dort wandern die Katholiken aus.
Die katholischen Kroaten wirken wie „Klebstoff“ zwischen Serben und Bosniaken. Wenn dieser Klebstoff wegfällt, dann werden diese beiden Welten – die islamische und die die orthodoxe – noch weiter auseinanderklaffen. Dann würde es noch mehr Unruhe geben.
Es sind ja auch während des Krieges Katholiken geflüchtet. Verhindert die aktuelle Situation deren Rückkehr?
Der Annex 7 des Abkommens von Dayton, der die Rückkehr aller Flüchtlinge und Vertriebenen regeln sollte, wurde nicht umgesetzt. Der Vertrag legte auch fest, dass Bosnien und Herzegowina und die internationale Staatengemeinschaft den Rückkehren politisch, rechtlich und materiell helfen müssen. Das ist im Falle der Kroaten nicht passiert. Ich habe die Papiere in Händen gehalten, auf denen stand: „So und so viel Millionen für die vertriebenen Serben, so und so viel für Rückkehr der Bosniaken.“ Und dann nur ein Satz: „Die Rückkehr der bosnischen Kroaten existiert nicht“. Also erhalten wir von dieser Seite nichts.
Wie wichtig war und ist Ihnen die Hilfe von „Kirche in Not“?
Wenn es in Europa eine Kirche in Not gibt, dann ist es unsere Kirche. In meinem Bistum Banja Luka wurden 95 Prozent der kirchlichen Gebäude im Krieg zerstört oder schwer beschädigt. Hier hat „Kirche in Not“ besonders beim Wiederaufbau geholfen. Das gilt auch für viele andere Projekte. Wichtig ist aber auch, dass „Kirche in Not“ unsere Probleme versteht, uns zuhört und wir auch in Zukunft mit Verständnis rechnen dürfen. Vergelt´s Gott an alle Wohltäter, die hier in eine Sache Gottes investieren! „Kirche in Not“ ist nicht die Sache von Bischöfen und Priestern, nicht die Sache einer Gemeinschaft, es ist die Sache Gottes.
Wir wollen das Zentrum im ehemaligen Trappistenkloster „Maria Stern“ (Marija Zvijezda) beheimaten. Es wurde 1869 noch in osmanischer Zeit von Pater Franz Pfranner aus Voralberg in Österreich gegründet. Als es Probleme mit Baugenehmigungen gab, reiste Pfranner persönlich nach Konstantinopel, um mit dem Großwesir des Sultans zu verhandeln – mit Erfolg. Dialog ist möglich. In diesem Geist soll das Zentrum ein Ort der Begegnung, Bildung, Versöhnung und der internationalen wie interreligiösen Zusammenarbeit sein. Ich habe für diese Projekte schon wertvolle Mitstreiter gewinnen können. So steht zum Beispiel der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff an der Spitze des Gründungskuratoriums. Wir wollen die Europäisierung Bosniens. Das ist eine großartige Chance.
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Christopher warnte, dass nicht nur die christliche Minderheit nun um ihre Sicherheit fürchten müsse. Betroffen seien ebenso die gemäßigten Muslime: „Auch in friedlichen und fortschrittlichen muslimischen Gemeinden wird Angst herrschen. Aber die Personen mit einer militanten Denkweise sind froh, dass die Taliban wieder an der Macht sind.“
Auch die Befürchtungen um die wenigen noch in Afghanistan verbliebenen religiösen Minderheiten sind groß. Unbestätigten Berichten zufolge sind Taliban-Kämpfer von Haus zu Haus gegangen, um einheimische Christen und Angehörige weiterer religiöser Minderheiten aufzuspüren. Menschen seien gezwungen worden, ihre Telefone abzugeben. Die Taliban hätten darauf nach Online-Bibeln oder weiterem religiösen Material gesucht.
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