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Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) unterstützt ein Projekt zur psychosozialen Versorgung von Binnenflüchtlingen aus Nord-Mosambik. Es ist in der Diözese Nacala im Nordosten des Landes angesiedelt. Dort halten sich aktuell etwa    22 000 Binnenflüchtlinge aus der Provinz Cabo Delgado auf. In der Grenzregion zu Tansania wütet seit 2017 der islamistische Terror. Internationalen Angaben zufolge sollen dabei bisher 3000 Menschen getötet und über 850 000 vertrieben worden sein.

 

Zu den Vertriebenen zählt auch die Gruppe von Kindern, die in der kleinen Gemeinde Itoculo ihre einzige Mahlzeit des Tages zu sich nehmen: Einen Brei, der aus Mais, Milch, geriebenen Eierschalen und sonstigem Essbaren besteht. Der Hunger und die Folgeerkrankungen sind hier allgegenwärtig, wissen Zeca Virgilio und Amon Ali. Die beiden Mitarbeiter der Caritas im katholischen Bistum Nacala koordinieren das neue Projekt von „Kirche in Not“.

Zeca Virgilio, einer der Mitarbeiter des Projekts. © Kirche in Not

117 Flüchtlinge bekommen Hilfe, über die Hälfte sind Kinder

 

117 Flüchtlinge leben aktuell in der Pfarrei, über die Hälfte sind Kinder. „Wir bringen ihnen bei, auf Hygiene zu achten, wir beten und spielen mit ihnen, wir machen ein wenig Unterricht“, erzählt Virgilio. Jeden Tag lassen er und sein Kollege am Straßenrand ein „Klassenzimmer“ und eine „Schulkantine“ unter freiem Himmel entstehen. Trotz der kaum vorhandenen Infrastruktur arbeiten die beiden Helfer gern hier, „weil unsere Arbeit den Menschen direkt hilft.“

 

Zu den Helfern gehört auch der portugiesische Missionar Mário João. „Kirche in Not“ erreichte ihn in Mweravale, einer weiteren Gemeinde, die Flüchtlinge aus Cabo Delgado aufgenommen hat. „Die Vertriebenen aus dem Norden kamen im März 2020 hier bei uns an“, erzählt João. „Im September haben wir dann dieses Projekt gestartet. Es hat drei Schwerpunkte: Die psychosoziale Versorgung von traumatisierten Kindern, Unterricht und Weiterbildung für Erwachsene und Gesprächsrunden, in denen sich die Flüchtlinge ihr Leid von der Seele reden können.“

Unterricht unter freiem Himmel für erwachsene Flüchtlinge. © Kirche in Not

Viele Flüchtlinge sind traumatisiert

 

An dem Projekt, das von den Wohltätern von „Kirche in Not“ finanziert wird, sind sieben lokale Partner beteiligt. Drei Missionare koordinieren die Arbeit. Die Betreuer sowohl der Kinder wie der Erwachsenen sind psychologisch geschult. Die Erinnerungen an die zurückliegenden Erlebnisse brechen bei den Flüchtlingen oft mit Wucht auf.

 

Der Missionar kennt ihre Geschichten gut: „Als sie mitbekommen haben, dass die Terroristen immer näher rücken, sind sie innerhalb weniger Stunden geflohen. Sie sind hierhergekommen, weil sie Verwandte in der Region haben. Doch auch die können sie kaum versorgen.“

 

Die Situation sei dramatisch, erklärt auch der zuständige Bischof Alberto Vera. Aufgrund ausbleibender Niederschläge herrsche eine Hungersnot. Der Großteil der Bevölkerung befinde sich „in einer Situation extremer Verwundbarkeit“, so der Bischof.

Ein Flüchtlingskind in Itoculo/Mosambik. © Kirche in Not
Schaut man den spielenden Kindern auf der Dorfstraße von Itoculo zu, ist diese Verwundbarkeit wenigstens für eine Sekunde vergessen. „Die Kinder spielen, springen und lachen jetzt mehr“, erzählt Mário João. Sie machten gute Fortschritte, einige Kinder hätten angefangen, Portugiesisch zu lernen.

 

Die Erwachsenen dagegen sind voller Unruhe: Sie warten sehnsüchtig auf jede Nachricht aus dem Norden. Sie wollen zurück in ihre Heimat. Alles deutet jedoch darauf hin, dass der Friede noch in weiter Ferne liegt. Die Hilfe für die Flüchtlinge ist noch lange gefragt.

 

Unterstützen Sie die Versorgung von Binnenflüchtlingen in Mosambik mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

 

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Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Kardinal Sako hat einen Brandanschlag auf das Haus eines christlichen Landbesitzers im Südirak scharf verurteilt: „Die Tat hat Schrecken in der Familie und in der christlichen Gemeinschaft ausgelöst, weil dadurch Erinnerungen an die Gewalt in der Vergangenheit wach wurden“, schreibt Sako in einer Erklärung, die dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) vorliegt. Glücklicherweise sei bei dem Anschlag niemand getötet oder verletzt worden, so das Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche mit Sitz in Bagdad.
Louis Raphael Kardinal Sako, Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche. © Kirche in Not

Die Tat ereignete sich am 28. November, dem ersten Adventssonntag, in Amara. Die Stadt liegt etwa 400 Kilometer südöstlich von Bagdad und ist die Hauptstadt der Provinz Maisan. Nach Polizeiangaben hatte ein bislang unbekannter Täter von einem Motorrad aus einen selbstgebauten Sprengsatz auf das Haus einer christlichen Familie geworfen.

 

Hatte der Anschlag mit dem Verkauf von Alkohol zu tun?

 

Patriarch Sako erklärte: „Der Hausbesitzer betreibt ein Spirituosengeschäft und scheint bereits viele Drohungen erhalten zu haben. Es ist klar, dass der Angriff augenscheinlich mit dem Verkauf von Alkohol zu tun hat, obwohl die Person eine offizielle Lizenz besitzt.“ Berichten zufolge soll sich der Ladenbesitzer geweigert haben, den Verkauf von Alkohol einzustellen.

Zerstörte Kirche im Nordirak. Der Terror des „Islamischen Staats“ war ein Grund für den Rückgang der Zahl der Christen in der vergangenen zwei Jahrzehnten.
Anschläge wie dieser hätten zur weitgehenden Abwanderung der Christen aus dem Irak geführt, so Patriarch Sako: „Wir fragen uns, wer sich um uns und unser Leid kümmert, denn wir sind Bürger dieses Landes.“ Angaben des chaldäischen Patriarchats zufolge ist die Zahl der Christen im Irak in den vergangenen zwei Jahrzehnten um mehr als eine Million zurückgegangen; in der Region Amara, wo der jüngste Anschlag stattfand, leben nur noch acht christliche Familien. Schätzungen zufolge leben heute kaum mehr als 200 000 Christen im Land, vor allem rund um Bagdad und im Nordirak.

 

Christen nach wie vor benachteiligt

 

Die Christen im Irak seien auch nach dem militärischen Sieg über den „Islamischen Staat“ zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt, beklagte Patriarch Sako. Christen würden an ihren Arbeitsplätzen schikaniert und bei der Jobsuche benachteiligt, „obwohl es ein Gesetz gibt, dass Christen die Arbeitsplätze anderer Christen zusichert, die ausgewandert oder in Ruhestand gegangen sind.“ Auch sei noch immer christliches Eigentum beschlagnahmt. „Ich hoffe, dass jeder das anhaltende Leid der Christen versteht und dass verbliebenen Christen nicht gezwungen sind, auch noch auszuwandern“, schloss der Patriarch.

Regina Lynch von KIRCHE IN NOT International über Projekte im Irak

Weitere Informationen zur Situation der Christen finden sich im Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von „Kirche in Not“: https://acninternational.org/religiousfreedomreport/de/reports/ml/

 

Unterstützen Sie das Überleben der Christen und den Wiederaufbau im Irak mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

 

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Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“(ACN) hat neue Hilfsprojekte für Syrien und Libanon in Höhe von fünf Millionen Euro bewilligt. Sie gehen an christliche Gemeinden und Hilfseinrichtungen in beiden Krisenländern. Viele Anlaufstellen sind offen für die gesamte Bevölkerung, unabhängig von der Religionszugehörigkeit.

 

Über 20 Prozent der neu bereitgestellten Fördermittel kommen Bildungsprojekten für Kinder und Jugendliche in Syrien und im Libanon zugute. „Kirche in Not“ unterstützt christliche Schulen, Kindergärten, Tagesstätten, Jugendaktionen in den Kirchengemeinden oder Religionsunterricht.

Lebensmittelausgabe einer Suppenküche in Zahlé/Libanon. © Kirche in Not
Rund eineinhalb Millionen Euro fließen in Bau- und Restaurierungsprojekte, zum Beispiel im christlichen Stadtviertel von Beirut. Dieses wurde durch die Hafen-Explosion im August 2020 besonders hart getroffen. In Syrien fließen Gelder in den Wiederaufbau von kirchlichen Schulen, Kindergärten, Klöstern und Kirchen, die durch den Krieg schwer beschädigt sind.

 

Starthilfe für junge Ehepaare in Syrien

 

In Aleppo unterstützt „Kirche in Not“ unter anderem ein Projekt für junge Ehepaare. Sie bekommen einen Zuschuss für Mietkosten und den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft. Dieses Projekt sei besonders dringend, sagt die Projektdirektorin von „Kirche in Not“, Regina Lynch: „Viele junge Menschen heiraten nicht, weil sie es schlicht nicht leisten können, ein gemeinsames Zuhause einzurichten. Wir arbeiten jetzt an einem Projekt, das die jungen Paare in den ersten beiden Jahren unterstützt.“

Eine Ordensschwester in Beirut besucht einen schwerbehinderten Mann. © Kirche in Not
Viele Menschen in Syrien müssten mit umgerechnet einem US-Dollar pro Tag auskommen, berichtet Lynch. Die Teuerungsraten seien enorm, Dinge des alltäglichen Bedarfs knapp und unerschwinglich. Deshalb finanziert „Kirche in Not“ auch weiterhin unter anderem Lebensmittelprogramme für ältere und kranke Menschen, Brennmaterial für die Heizung eines kirchlichen Studentenwohnheims, Stipendien für Schüler und Studenten, Medikamentenhilfe und Zuschüsse für die Lebenshaltungskosten von Familien.

 

Hilfen für Libanon aufgestockt

 

Auch im Libanon fördert „Kirche in Not“ unter anderem Lebensmittelpakete für bedürftige Familien, Heizmaterial und Existenzhilfen für die Seelsorgearbeit von Priestern, vor allem über Mess-Stipendien. In Zusammenarbeit mit der maronitisch-katholischen Diözese der Hafenstadt Tyros konnte dank der neuen Hilfen für die kommenden acht Monate eine Lebensmittelausgabe für Familien in Not eingerichtet werden.

 

Der Libanon leidet seit Jahren unter einer schweren Politik- und Wirtschaftskrise. Das Land hatte in der Vergangenheit gemessen an der Einwohnerzahl die meisten Kriegsflüchtlinge aus Syrien aufgenommen und versorgt; „Kirche in Not“ unterstützt diese Arbeit. Nun brauchen viele Libanesen selbst Hilfe. Nach der Explosion in Beirut hat das Hilfswerk deshalb die Fördermittel für den Libanon aufgestockt.

Ein Vater mit seinen Töchtern in Aleppo/Syrien. © Ismael Martinez Sanchez/Kirche in Not

Enge ökumenische Zusammenarbeit

 

„Kirche in Not“ arbeitet bei seiner Projektarbeit intensiv mit den christlichen Kirchen vor Ort zusammen. Die auf den Weg gebrachten Projekte sind Reaktionen auf konkrete Hilferufe von Bischöfen und anderen Kirchenvertretern in der Region. Die Zusammenarbeit ist ökumenisch; zahlreiche Mittel aus den neuen Hilfspaketen gehen auch an griechisch-orthodoxe, syrisch-orthodoxe und armenisch-apostolische Gemeinden.

 

Christen waren einst die Mehrheit der libanesischen Bevölkerung und machten rund zehn Prozent der Einwohner Syriens aus. Jahre der Instabilität und des Krieges haben jedoch viele Bewohner veranlasst, ihre Heimat zu verlassen. Die christlichen Gemeinschaften in beiden Ländern drohen auszubluten. Kirchenvertreter mahnen seit Jahren mehr Unterstützung an, um diesen Trend zu stoppen.

 

Unterstützen Sie die notleidenden Menschen in Syrien und im Libanon sowie die Arbeit der christlichen Kirchen mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Libanon oder Syrien

„Der Rest“ – Das Leben der Christen in Syrien nach dem Krieg

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Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) hat rund um den letzten Mittwoch im November die Aktion „Red Wednesday“ ins Leben gerufen, um auf das Schicksal verfolgter Christen weltweit aufmerksam zu machen. Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, informiert im Interview über die Aktion und aktuelle Brennpunkte der Christenverfolgung.
Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland. © Kirche in Not
Wie kam es zur Aktion „Red Wednesday“?

Florian Ripka: „Kirche in Not“ hat den „Red Wednesday“ 2015 ins Leben gerufen. Die Idee dazu kam aus Brasilien. Kirchen, öffentliche Gebäude in aller Welt wurden seither in rotes Licht getaucht – in Erinnerung an das Blut der Märtyrer. Dazu zählen zum Beispiel der Trevi-Brunnen oder das Kolosseum in Rom, Sacré-Coeur in Paris, das österreichische Parlament und viele mehr. Auch in Deutschland machen in diesem Jahr rund um den 24. November mehr als 70 Pfarrgemeinden mit, darunter auch die Kathedralen in Passau und Paderborn. Vielerorts finden Gebete und Andachten für verfolgte Christen statt. Aus dem „Red Wednesday“ ist eine weltweite Bewegung geworden, und darüber freuen wir uns!

Welche Entwicklungen in Sachen Christenverfolgung stellen Sie aktuell fest?

Auch wenn das Thema nicht viele Schlagzeilen macht: Christenverfolgung findet statt, Tag für Tag. Christen, aber auch andere religiöse Gruppen, leiden unter dschihadistischem Terror, autoritären Regime oder einem erstarkenden Nationalismus, der das Christentum als „kulturfremd“ ansieht. Ein Beispiel dafür ist der erstarkende Hindu-Nationalismus in Indien. Große Sorgen machen wir uns aktuell um die Länder in Subsahara-Afrika. Dort explodiert der Terror. Christenverfolgung findet mittlerweile auch digital statt. Ein Beispiel sind Massenüberwachungssysteme. Es wird immer gefährlicher, Christ zu sein: Das zeigt auch eine aktuelle Ehrhebung der OSZE. Demnach ist die Zahl der Hassverbrechen gegen Christen und christliche Einrichtungen im Vergleich zum Vorjahr um 70 Prozent gestiegen. Noch höher ist der Anstieg bei antisemitischen Gewaltverbrechen. Wer für verfolgte Christen betet, darf Religionsfreiheit insgesamt nicht vergessen.

„Kirche in Not“ gibt einen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ heraus. Verwässert das nicht den Einsatz für verfolgte Christen?

Ganz und gar nicht! Wir sollten da immer redlich sein: Wo Christen verfolgt werden, werden auch andere religiöse Gruppen verfolgt. Der islamistische Terror in Afrika richtet sich auch gegen die Muslime, um nur ein Beispiel zu nennen. Darum dokumentieren wir in unserem Bericht Verstöße gegen die Religionsfreiheit und die Menschenrechtslage in 196 Ländern weltweit. Alle reden über Menschenrechte, Religionsfreiheit fristet demgegenüber oft ein Schattendasein. Das kann so nicht bleiben. Deshalb suchen wir den Dialog mit Politik und Öffentlichkeit.

Der rot erleuchtete Dom St. Stephan in Passau bei einer Gebetsveranstaltung für verfolgte Christen zum „Red Wednesday“. © Kirche in Not
Es kursieren immer wieder unterschiedliche Zahlen, wie viele Christen von Verfolgung betroffen sind. Wie beziffern Sie das?

Zahlen mögen griffig sein, aber sie suggerieren auch Zusammenhänge, die so nicht zutreffen. Niemand kann seriös sagen, wie viele Christen tatsächlich verfolgt sind. Auch da geht es um Glaubwürdigkeit. Wir können aus unseren Erkenntnissen von „Religionsfreiheit weltweit“ hochrechnen: Zwei Drittel der Menschen weltweit leben in Ländern, in denen die Religionsfreiheit eingeschränkt ist. Das sind 5,2 Milliarden Menschen. Die Zahl der Christen in diesen Ländern liegt bei über 600 Millionen. Das heißt nicht, dass alle diese Gläubigen blutig verfolgt sind. Das heißt aber sehr wohl, dass sie unter Umständen leben, die ihr alltägliches und religiöses Leben beeinträchtigen.

Was kann man konkret für verfolgte Christen tun?

Wir folgen bei „Kirche in Not“ dem Dreiklang: Gebet – Information – Hilfe. Der „Red Wednesday“ schafft Aufmerksamkeit und lädt zum Gebet ein. Das Zweite ist Information, und zwar seriöse Information. Und tatkräftige Hilfe: „Kirche in Not“ fördert über 5000 Einzelprojekte pro Jahr, damit Priester, Ordensleute, Katecheten auch unter widrigen Umständen ihre Arbeit machen können – und zwar nicht nur für die Pfarrangehörigen. Vom Engagement der Kirche profitieren alle, niemand wird weggeschickt und niemand fragt einen Menschen in Not nach dem Taufschein. Auch das ist gelebte Religionsfreiheit.

Weitere Informationen und Tipps zur Gestaltung des „Red Wednesday“: www.redwednesday.kirche-in-not.de.

 

Unterstützen Sie den Einsatz von „Kirche in Not“ für bedrängte und notleidende Christen weltweit mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

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Red Wednesday 2020: Impressionen weltweit:

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Mit dem „Red Wednesday“ möchte das internationale katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT auf das Schicksal von Millionen verfolgten, unterdrückten und bedrohten Christen weltweit aufmerksam machen. In vielen Ländern weltweit werden rund um diesen Tag hunderte berühmte Kathedralen, Kirchen, Klöster, Monumente und öffentliche Gebäude blutrot angestrahlt. Nehmen Sie teil!

 

Hunderte Millionen Christen leben derzeit rund um den Erdball in einem Umfeld, in dem sie gewaltsam verfolgt, diskriminiert oder an der freien Ausübung ihres Glaubens gehindert werden“, erklärt der KIRCHE-IN-NOT-Deutschland-Geschäftsführer, Florian Ripka, den Hintergrund dieses internationalen „Red Wednesday“.

Red Wednesday – weltweite Impressionen aus dem Jahr 2020

Bereits seit 2015 werde durch das rote Anstrahlen von Kirchen und staatlichen Gebäuden die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Schicksal verfolgter und benachteiligter Christen gelenkt. „Wir wollen unseren Glaubensgeschwistern dadurch eine Stimme geben und für sie beten“, sagt Ripka.

 

Zu den Bauwerken, die in den vergangenen Jahren im Rahmen der Aktion rot angestrahlt wurden, zählen das Kolosseum und der Trevi-Brunnen in Rom, die Christusstatue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro, das österreichische Parlamentsgebäude und der Frankfurter Dom. In vielen Kirchen fanden darüber hinaus „Abende der Zeugen“ statt, während denen geflüchtete Christen von der Verfolgung in ihren Heimatländern berichteten.

 

Im November 2021 haben bereits zwei „Abende der Zeugen“ in Neumarkt und Passau mit Gästen aus der Weltkirche und unter Beteilung von Bischof Stefan Oster stattgefunden. Ein dritter Abend wird am 26. November, ab 19:30 Uhr in der Basilika St. Suitbertus in Düsseldorf-Kaiserswerth stattfinden.

Red Wednesday – Eindrücke von den Abenden der Zeugen 2021
Der Dom St. Stephan in Passau zum Red Wednesday 2021 rot angestrahlt. (© KIRCHE IN NOT)
Kerols Lindemann, Bischof Dr. Stefan Oster und KIRCHE-IN-NOT-Deutschland-Geschäftsführer Florian Ripka (von links).
Das Portal des Neumarkter Münsters im roten Licht. (© KIRCHE IN NOT)
Dr. Mussie Zerai aus Eritrea im Neumarkter Münster, im Hintergrund Domkapitular Norbert Winner. (© KIRCHE IN NOT)
Kerols Lindemann bei seinem Zeugnis im Passauer Dom.
Im Passauer Dom.
Kerols Lindemann.
Im Passauer Dom.
Anbetung beim „Abend der Zeugen“ in Passau.
KIRCHE-IN-NOT-Deutschland-Geschäftsführer Florian Ripka erläutert die Aktion „Red Wednesday“.
Bischof Stefan Oster bei seinem geistlichen Impuls im Passauer Dom.
Musikalisch ging es zu in der rot erleuchteten Kirche von Merchweiler (Saarland).
Kolumbariumskirche Heilig Geist in Georgsmarienhütte-Oesede (NIedersachsen).
In der Kolumbariumskirche Heilig Geist in Georgsmarienhütte-Oesede (Niedersachsen).
Jetzt auch in Deutschland – machen Sie mit! Be REDy, Wear RED, Light RED, #RedWednesday

 

1. Auch Ihre Pfarre möchten wir einladen, einen Beitrag zu leisten und diese Aktion zu unterstützen, indem eine rote Beleuchtung der Pfarrkirche von Mittwoch, den 17. November, bis Sonntag, den 21. November 2021, ermöglicht wird.

2. Außerdem möchten wir Sie ermutigen, den “Red Wednesday“ durch einen Gottesdienst– oder Gebetsabend spirituell zu begleiten. Es gäbe beispielsweise die Möglichkeit eine Messe für verfolgte Christen zu feiern – Tipps beziehungsweise Ideen zu Fürbitten, Lesungen, oder Predigt stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung bzw. finden Sie unten.

3. Tragen Sie an diesem Tag ein rotes Kleidungsstück und ermutigen Sie Ihre Mitmenschen ebenfalls dazu, um ein Zeichen der Solidarität mit unseren verfolgten Schwestern und Brüder zu setzen.

4. Beten Sie für unsere bedrohten und verfolgten Glaubensbrüder und -Schwestern. Wir bieten hierfür ein unentgeltliches Gebetsheft an.

5. Nutzen Sie soziale Medien, um die Veranstaltung bekannt zu machen. Verwenden Sie hierfür den Hashtag #RedWednesday.

Wenn Sie am „Red Wednesday“ teilnehmen wollen, melden Sie sich bitte unter:

redwednesday@kirche-in-not.de

Schicken Sie uns auch gerne ein Foto Ihrer rot beleuchteten Kirche beziehungsweise eines anderen beleuchteten Gebäudes. Vielen Dank!

Zeugnis des aus Ägypten stammenden Christen Kerols Lindemann auf dem „Abend der Zeugen“ in Passau

Wissenswertes und Informationen für eine Teilnahme:
Rot angestrahlt werden im Lauf des Novembers 2021 bundesweit folgende Kirchen und Bauwerke:
  • Der Hohe Dom zu Paderborn
  • Das Priesterseminar Redemptoris Mater in Berlin
  • Die katholische Kirche St. Dominicus in Berlin
  • Die katholische Kirche Bruder Klaus in Britz-Süd in Berlin
  • Die katholische Kirche St. Joseph in Rudow in Berlin
  • Die katholische Kirche Herz Jesu in Berlin-Tempelhof
  • Die Pfarrei Hl. Johannes XXIII. Lichtenrade mit den Kirchen Herz Jesu und Salvator in Berlin.
  • Die katholische Kirche St. Bonifatius in Erkner
  • Die katholische Kirche St. Joseph Siemensstadt in Berlin
  • Die katholische Kirche St. Konrad von Parzham in Falkensee
  • Die katholische Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit in Königs-Wusterhausen
  • Die katholische Kirche St. Maria vom Heiligen Rosenkranz in Soltau
  • Die katholische Kirche St. Michael in Munster
  • Die Filialkirche St. Ansgar in Schneverdingen
  • Die katholische Kirche St. Jakobus in Hünfeld
  • Die katholische Kirche St. Pantaleon in Jüchen-Hochneukirch
  • Kirchen im Marienwallfahrtsort Neviges in Velbert
  • Die katholische Kirche St. Peter und Paul in Voerde
  • Die katholische Kirche Königin des Friedens in Voerde
  • Die katholische Kirche St. Marien und Johannes in Sassenberg
  • Die katholische Kirche Oesede in Georgsmarienhütte
  • Die katholische Kirche St. Dionysius in Köln-Longerich-Lindweiler
  • Die katholische Kirche St. Martinus in Linnich
  • Die katholische Kirche St. Lambertus in Waldfeucht
  • Der pastorale Raum Kichhundem
  • Kirchen in der Seelsorgeeinheit Mannheim-Nord
  • Die katholische Kirche Herz Jesu in Leimen
  • Die katholische Kirche St. Peter und Paul in Rauenberg
  • Die katholische Kirche St. Martinus in Kornwestheim
  • Kirchen der Röm.-Kath. Kirchengemeinde Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen
  • Die katholische Kirche in Volkertshausen
  • Die katholische Seelsorgeeinheit St. Georgen-Hexental in Merzhausen
  • Das Malteserhaus in München
  • Die katholische Kirche Allerheiligen in München
  • Die katholische Kirche Maria vom Guten Rat in München
  • Der katholische Pfarrverband Unterhaching
  • Die katholische Kirche St. Nikolaus in Rosenheim
  • Die katholische Kirche St. Martin Au in Bad Feilnbach
  • Die katholische Kirche St. Rupert in Eiselfing
  • Die katholische Kirche St. Agatha in Hausham
  • Die katholische Kirche St. Johann Baptist in Eching
  • Die katholische Kirche St. Vitus in Kirchweidach
  • Die katholische Pfarrei Gerolfing in Ingolstadt
  • Die katholische Kirche St. Bonifatius in Böhmfeld
  • Kirchen in der Pfarreiengemeinschaft Nördlingen
  • Die katholische Kirche St. Martin Kay in Tittmoning
  • Kirchen in der Seelsorgeeinheit Heidenheim
  • Die katholische Kirche St. Maria in Heidenheim
  • Kirchen der Pfarrei Winkelhaid-Burgthann
  • Die katholische Kirche St. Josef in Baiersdorf
  • Die katholische Kirche in Pautzfeld
  • Die katholische Kirche St. Blasius in Raitenbuch
  • Die katholische Kirche St. Dionysius in Weiden
  • Die katholische Kirche St. Josef in Cham
  • Die katholische Kirche St. Walburga in Lohberg
  • Die katholische Kirche St. Nikolaus in Hundersdorf
  • Die Pfarreiengemeinschaft Marktleuthen, Kirchenlamitz, Röslau, Weißenstadt in Marktleuthen
  • Die katholische Kirche St. Dionysius in Neunkirchen
  • Die katholische Kirche Herz Jesu in Pechbrunn
  • Die katholische Kirche St. Elisabeth in Küps
  • Die katholische Kirche in Wallenfels
  • Die katholische Kirche in Steinwiesen (Mariä Geburt und St. Stephanus)
  • Die katholische Kirche St. Veit in Iphofen (Umsetzung durch die Stadt Iphofen)
  • Kirchen in der Stadtpfarrei Schweinfurt
  • Die katholische Kirche St. Johannes der Täufer in Stadtlauringen
  • Die katholische Kirche St. Elisabeth in Wertheim-Bestenheid
  • Die katholische Kirche St. Martin in Dünwald-Hüpstedt

 

Machen Sie mit und setzen Sie ein Zeichen der Solidarität mit verfolgten Christen:
redwednesday@kirche-in-not.de
Telefon 0 89 / 64 24 888 – 0

Weitere Informationen

Der deutsche Zweig des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) gibt ein „Handbuch katholischer Gebete. Anregungen für das geistliche Leben“ heraus. Auf 140 Seiten im Format DIN A5 enthält das Buch unter anderem die katholischen Grundgebete, eine Anleitung zum Rosenkranz, Gebete zu Festen und geprägten Zeiten im Kirchenjahr, zur Anbetung, für verfolgte Christen oder Anregungen zum Gebet in der Familie. Auch die Rubriken „Mit den Heiligen beten“, „Wallfahrt“ und „Segensgebete“ sind in dem neuen Handbuch enthalten.

 

Die Idee für das „Handbuch katholischer Gebete“ geht auf den brasilianischen Zweig von „Kirche in Not“, eine der 23 Nationalsektionen des Hilfswerks, zurück. Es wurde von Mitarbeitern von „Kirche in Not“ Deutschland überarbeitet, mit Illustrationen versehen und mit bekannten Gebeten der deutschsprachigen Tradition sowie persönlichen Lieblingsgebeten angereichert.

Blick in den Innenteil des neuen Handbuchs. © Kirche in Not

„Ohne Gebet ist keine selbstlose Nächstenliebe möglich“

 

Zur Motivation für die Veröffentlichung des neuen „Handbuch katholischer Gebete“ schreibt der Geistliche Assistent von „Kirche in NOT“ (ACN) International, Pater Martin Barta, im Vorwort: „Das Leben und die Zukunft eines jeden Gläubigen, ja sogar ganzer Völker und Nationen, beruhen im Tiefsten auf dem Gebet. So besteht auch die Mission des päpstlichen Hilfswerks ,Kirche in Not’ vorrangig im Gebet. Ohne das Beten ist (…) keine selbstlose Nächstenliebe möglich.“

 

Das „Handbuch katholischer Gebete“ erscheint als Hardcover-Ausgabe mit praktischen Einlegebändchen. Es eignet sich für das persönliche ebenso wie für das gemeinsame Gebet in der Familie, im Gottesdienst oder Gebetkreis. Das Gebetbuch kostet 7,50 Euro zzgl. Versandkosten und ist am einfachsten online hier bestellbar.

Interessenten können sich unter Angabe der Bestell-Nummer 4404 auch wenden an:

KIRCHE IN NOT

Lorenzonistraße 62

81545 München

Tel.: 089 64 24 888 0

Fax: 089 64 24 888 50

E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

- Papst Franziskus

Weitere Informationen

Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) zeigt sich alarmiert über die zunehmende Gefährdung von Priestern, Ordensleuten und Missionaren weltweit. Recherchen des Hilfswerks zufolge wurden im Jahr 2021 bislang 17 von ihnen ermordet und 20 entführt.

 

„Kirchliche Mitarbeiter werden oft gezielt Opfer von Gewalt“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern, am Sitz der internationalen Zentrale des Hilfswerks in Königstein im Taunus. Manchmal sei das Motiv finanzieller Natur, etwa wenn es sich um einen Raubüberfall oder eine Lösegeldforderung handele. „Manchmal wollen die Angreifer die Stimme der Kirche, die Ungerechtigkeit und Gewalt anprangert, zum Schweigen bringen. Aber es gibt auch eine zunehmende Aggression, die ihren Ursprung in fehlender Religionsfreiheit hat.“

Dr. Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von „Kirche in Not“ (ACN) International. © Kirche in Not

Steigende Zahl von Entführungen in Nigeria

 

Besonders besorgt ist „Kirche in Not“ über die Lage in Nigeria. Dort wurden in diesem Jahr bislang zwei kirchliche Mitarbeiter ermordet und sieben entführt. Zu ihnen zählt Pater Izu Marcel Onyeocha aus dem Claretiner-Orden. Er wurde in der Nacht des 10. April verschleppt, als er mit dem Auto unterwegs nach Owerri im Süden Nigerias war. Als er wegen einer Panne ausstieg, wurde er von einer bewaffneten Gruppe attackiert und verschleppt. Dabei soll es sich um Extremisten aus dem Nomaden-Stamm der Fulani gehandelt haben. Der Ordensmann kam nach zwei Tagen wieder frei.

 

Auch in Südamerika kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Geistliche. In Mexiko wurden 2021 bislang mindestens drei Priester und ein Katechet ermordet. Einer von ihnen ist der Franziskaner-Pater Juan Antonio Orozco Alvarado. Er wurde auf dem Weg zur heiligen Messe in einem Dorf von rivalisierenden Banden getötet.

 

Auch in Europa kommt es zu Übergriffen

 

Berichte über Entführungen, Gewalt und Morde an Priestern, Ordensleuten und pastoralen Mitarbeitern hat „Kirche in Not“ im zu Ende gehenden Jahr auch aus Venezuela, Peru, Haiti, den Philippinen, Angola, Burkina Faso, Mali und anderen Staaten erhalten – auch aus Europa: Am 9. August wurde der französische Ordensmann Olivier Maire von einem Mann getötet, der auf seinen Prozess wegen mutmaßlicher Brandstiftung in der Kathedrale von Nantes wartete.

- Dr. Thomas Heine-Geldern
Beisetzung eines ermordeten Priesters in Burkina Faso im Jahr 2019. © Kirche in Not
„Priester, Ordensleute und Missionare geraten in die Schusslinie wegen ihrer Hingabe und ihrem Dienst am Nächsten“, erklärte „Kirche in Not“-Präsident Heine-Geldern. „In vielen Ländern der Welt bleiben sie auch dann vor Ort, wenn die Sicherheitslage prekär ist und alle fliehen. Sie brauchen unser Gebet und unsere Unterstützung mehr denn je.“

 

„Kirche in Not“ weist rund um den 24. November auf das Schicksal verfolgter Christen hin. Das Hilfswerk hat für den letzten Mittwoch im November die Aktion „Red Wednesday“ ins Leben gerufen. Rund um diesen Tag werden zahlreiche Kirchen und öffentliche Gebäude in blutrotes Licht getaucht. Auch in Deutschland machen bislang über 70 Pfarreien mit. Mehr Informationen: www.redwednesday.kirche-in-not.de.

 

Unterstützen Sie den Einsatz von „Kirche in Not“ für bedrängte und notleidende Christen weltweit mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

 

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Fr. Douglas Bazi: Neun Tage als Gefangener des „Islamischen Staats“:

Weitere Informationen

Mit zwei „Abenden der Zeugen“ im Passauer Dom und im Münster St. Johannes in Neumarkt in der Oberpfalz hat die diesjährige „Red Wednesday“-Aktion des päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ in Deutschland begonnen. Rund um den letzten Mittwoch im November ruft „Kirche in Not“ dazu auf, Kirchen und öffentliche Gebäude als Zeichen der Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit rot anzustrahlen und Informationsveranstaltungen zur Religionsfreiheit zu organisieren.
Dr. Mussie Zerai aus Eritrea im Neumarkter Münster, im Hintergrund Domkapitular Norbert Winner © Kirche in Not
Verzweifelte Lage in Eritrea

Den Anfang machte am 10. November 2021 die Münsterpfarrei Neumarkt in der Oberpfalz mit einer ökumenischen Andacht für verfolgte Christen. Domkapitular Pfarrer Norbert Winner begrüßte als Zeugen aus der Weltkirche den eritreischen Priester Dr. Mussie Zerai, der auf Einladung von „Kirche in Not“ über die verzweifelte Lage der Menschen in seiner Heimat berichtete. Das maoistische Regime in Eritrea raube vor allem der Jugend jede Chance, da alle Männer unter 50 Jahren zum zeitlich unbegrenzten Militärdienst herangezogen werden, betonte Zerai: „Das macht das Erlernen eines Berufs unmöglich und verbaut jungen Familien ihre Zukunft.“ Zahlreiche Eritreer hätten sich daher zur Flucht „durch Wüste und Meer“ entschlossen – eine Flucht, die für viele Menschen tödlich endet.

Zerai ist selbst geflohen und darf nicht mehr in seine Heimat zurückkehren. Seit Jahrzehnten bereits lebt er in Italien und hat von dort eine Hilfshotline für Bootsflüchtlinge in Seenot eingerichtet. Er appellierte an die europäischen Staaten, sich wieder stärker für den Frieden in Nordost-Afrika einzusetzen. Vor allem mit Blick auf den Bürgerkrieg in Äthiopien befürchtet Zerai sonst „einen neuen Flüchtlingsstrom von mehreren Millionen Menschen in Richtung Europa“.

In Ägypten sind Christen Menschen zweiter Klasse

Am 14. November 2021 war der koptische Christ Kerols Lindemann auf Einladung von „Kirche in Not“ im Passauer Dom zu Gast. Er berichtete über den Alltag als Christ in Ägypten. Von klein auf sei er von der muslimischen Mehrheit als Mensch zweiter Klasse behandelt worden. „Unsere Nachbarin hat uns ständig ihren Müll vor die Tür geleert und dazu gesagt: ‚Ihr Christen seid nicht mehr wert als dieser Müll‘“, erzählte Lindemann.

Kerols Lindemann, Bischof Dr. Stefan Oster SDB und Florian Ripka im Passauer Dom © Kirche in Not
Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, berichtete auf beiden „Abenden der Zeugen“ über aktuelle Brennpunkte der Christenverfolgung weltweit und rief zum Gebet sowie zum tatkräftigen Engagement auf. „Wir sind in dieser Zeit des ‚Red Wednesday‘ mit Christen auf der ganzen Welt verbunden und lassen als Zeichen der Solidarität unsere Kirchen rot leuchten“, betonte er.

Der nächste „Abend der Zeugen“ findet am Freitag, 26. November, ab 19:30 Uhr in der Basilika St. Suitbertus in Düsseldorf-Kaiserswerth statt. Zu Gast ist dann Pater Pier Luigi Maccalli, der über zwei Jahre lang in Niger und Mali von Islamisten als Geisel festgehalten worden war.

- Bischof Stefan Oster
Das Portal des Neumarkter Münsters in rotem Licht. © Kirche in Not
Rund um den „Red Wedndesday“ am 24. November werden auf Initiative von „Kirche in Not“ weltweit Kirchen und öffentliche Gebäude rot angestrahlt; es finden Gebete und Gottesdienste für verfolgte Christen statt. In Deutschland beteiligen sich bislang über 70 Gemeinden an der Aktion.

Mehr Informationen: www.redwednesday.kirche-in-not.de.

Unterstützen Sie den Einsatz von „Kirche in Not“ für bedrängte und notleidende Christen weltweit mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT

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IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

BIC: GENODEF1M05

Zeugnis von Kerols Lindemann beim „Abend der Zeugen“ in Passau:

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Rund um den letzten Mittwoch im November ruft KIRCHE IN NOT dazu auf, Kirchen und öffentliche Gebäude als Zeichen der Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit rot anzustrahlen. „Hunderte Millionen Christen leben derzeit rund um den Erdball in einem Umfeld, in dem sie gewaltsam verfolgt, diskriminiert oder an der freien Ausübung ihres Glaubens gehindert werden“, erklärt der KIRCHE-IN-NOT-Deutschland-Geschäftsführer, Florian Ripka, den Hintergrund dieses internationalen „Red Wednesday“.

 

Bereits seit 2015 werde durch das rote Anstrahlen von Kirchen und staatlichen Gebäuden die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Schicksal verfolgter und benachteiligter Christen gelenkt. „Wir wollen unseren Glaubensgeschwistern dadurch eine Stimme geben und für sie beten“, sagt Ripka.

KIRCHE-IN-NOT-Deutschland-Geschäftsführer Florian Ripka.
Zu den Bauwerken, die in den vergangenen Jahren im Rahmen der Aktion rot angestrahlt wurden, zählen das Kolosseum und der Trevi-Brunnen in Rom, die Christusstatue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro, das österreichische Parlamentsgebäude und der Frankfurter Dom. In vielen Kirchen fanden darüber hinaus „Abende der Zeugen“ statt, während denen geflüchtete Christen von der Verfolgung in ihren Heimatländern berichteten.

 

Im November 2021 sind rund um den „Red Wednesday“ bereits zahlreiche Veranstaltungen geplant. Um eine möglichst hohe Beteiligung zu erreichen, steht den Pfarreien die Terminwahl frei. Eine Teilnahme an der Aktion ist weiterhin möglich, KIRCHE IN NOT bittet um Anmeldung unter: redwednesday@kirche-in-not.de. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite www.redwednesday.kirche-in-not.de.

„Glaubenszeuge“ Kerols Lindemann © Kirche in Not
„Abende der Zeugen“ mit verfolgten Christen aus der Weltkirche finden statt:
  • am Mittwoch, 10. November, ab 19:00 Uhr in der Münsterpfarrei Neumarkt in der Oberpfalz mit dem eritreischen Priester Dr. Mussie Zerai
  • am Sonntag, 14. November, ab 18:00 Uhr im Passauer Dom St. Stephan mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB und dem koptischen Christen Kerols Lindemann
  • am Freitag, 26. November, ab 19:30 Uhr in der Basilika St. Suitbertus in Düsseldorf-Kaiserswerth mit Pater Pier Luigi Maccalli aus Mali
Red Wednesday – weltweite Impressionen aus dem Jahr 2020:

Rot angestrahlt werden im Lauf des Novembers 2021 bundesweit folgende Kirchen und Bauwerke:
  • Der Hohe Dom zu Paderborn
  • Das Priesterseminar Redemptoris Mater in Berlin
  • Die katholische Kirche St. Dominicus in Berlin
  • Die katholische Kirche Bruder Klaus in Britz-Süd in Berlin
  • Die katholische Kirche St. Joseph in Rudow in Berlin
  • Die katholische Kirche Herz Jesu in Berlin-Tempelhof
  • Die Pfarrei Hl. Johannes XXIII. Lichtenrade mit den Kirchen Herz Jesu und Salvator in Berlin.
  • Die katholische Kirche St. Bonifatius in Erkner
  • Die katholische Kirche St. Joseph Siemensstadt in Berlin
  • Die katholische Kirche St. Konrad von Parzham in Falkensee
  • Die katholische Kirche St. Maria vom Heiligen Rosenkranz in Soltau
  • Die Filialkirche St. Ansgar in Schneverdingen
  • Die katholische Kirche St. Jakobus in Hünfeld
  • Die katholische Kirche St. Pantaleon in Jüchen-Hochneukirch
  • Kirchen im Marienwallfahrtsort Neviges in Velbert
  • Die katholische Kirche St. Peter und Paul in Voerde
  • Die katholische Kirche Königin des Friedens in Voerde
  • Die katholische Kirche St. Marien und Johannes in Sassenberg
  • Die katholische Kirche Oesede in Georgsmarienhütte
  • Die katholische Kirche St. Dionysius in Köln-Longerich-Lindweiler
  • Kirchen in der Seelsorgeeinheit Mannheim-Nord
  • Die katholische Kirche Herz Jesu in Leimen
  • Die katholische Kirche St. Peter und Paul in Rauenberg
  • Die katholische Kirche St. Martinus in Kornwestheim
  • Kirchen der Röm.-Kath. Kirchengemeinde Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen
  • Die katholische Kirche in Volkertshausen
  • Das Malteserhaus in München
  • Die katholische Kirche Maria vom Guten Rat in München
  • Die katholische Kirche St. Rupert in Eiselfing
  • Die katholische Kirche St. Agatha in Hausham
  • Die katholische Kirche in Kirchweidach
  • Kirchen in der Pfarreiengemeinschaft Nördlingen
  • Die katholische Kirche St. Martin Kay in Tittmoning
  • Kirchen in der Seelsorgeeinheit Heidenheim
  • Die katholische Kirche St. Maria in Heidenheim
  • Kirchen der Pfarrei Winkelhaid-Burgthann
  • Die katholische Kirche in Pautzfeld
  • Die katholische Kirche St. Blasius in Raitenbuch
  • Die katholische Kirche St. Dionysius in Neunkirchen
  • Die katholische Kirche Herz Jesu in Pechbrunn
  • Die katholische Kirche St. Elisabeth in Küps
  • Die katholische Kirche in Wallenfels
  • Die katholische Kirche in Steinwiesen
  • Kirchen in der Stadtpfarrei Schweinfurt
  • Die katholische Kirche St. Johannes der Täufer in Stadtlauringen
  • Die katholische Kirche St. Martin in Dünwald-Hüpstedt

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Ein Jahr nach Ausbruch des blutigen Konflikts in der Region Tigray im Norden Äthiopiens greifen die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und den Anhängern der „Tigray´s People Liberation Front“ (TPLF) auf benachbarte Landesteile über. In der Region Amhara, die an Tigray grenzt, setzte nach Eroberungen durch die TPLF eine Massenflucht ein, berichtet ein katholischer Missionar aus der Region dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN).
Landschaft in Tigray (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).
Aus Sicherheitsgründen muss der Name des Ansprechpartners anonym bleiben. Er lebte bis Ende Oktober in der Stadt Kombolcha am Rande der Region Amhara, etwa 380 Kilometer nördlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Er und weitere Priester kümmerten sich dort um die Menschen, die aus der Region Tigray geflüchtet waren: „Wir haben viel Leid gesehen. In unserer kleinen Stadt Kombolcha gab es über 4000 Binnenvertriebene. Wir taten, was wir konnten, um Lebensmittel, Decken und Wasser zu beschaffen. Es nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, berichtet der Ansprechpartner.

 

„Die Lage hat sich verschlechtert“

 

Innerhalb kurzer Zeit habe sich die Sorge um die humanitäre Hilfe für die Binnenflüchtlinge in Angst vor der näher rückenden Front verwandelt. „Die Lage hat sich verschlechtert. Jetzt sind auch wir gezwungen, zu fliehen“, schrieb der Priester in einer Nachricht am Abend des 30. Oktober. Einen Tag später nahm die TPLF die Städte Kombolcha und Dessie ein, nachdem sie die Regierungstruppen immer weiter in die Defensive gedrängt hatte.

Ein Priester besucht eine Familie in der Region Tigray (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).
„Meine Mitbrüder sind schon weg, jetzt bleibe ich alleine hier. Ich muss sehen, ob ich morgen auch fliehen kann“, schrieb der Missionar. Viele Menschen seien getötet worden. Wie er „Kirche in Not“ am Allerheiligentag berichtete, konnte er kurz vor der Einnahme der Stadt entkommen und sich etwa 50 Kilometer südlich Richtung Addis Abeba absetzen. „Ich bin nicht mehr in Gefahr. Die Straßen hier sind voller Menschen“, schrieb er in seiner bislang letzten Nachricht.

 

Friedenshoffnungen wurden enttäuscht

 

Schon vor der Eskalation der Ereignisse Anfang der Woche habe eine Massenflucht aus der Region eingesetzt: „Wer Verwandte in Addis Abeba hatte, schickte Frauen und Kinder dorthin. Wir haben auch unsere Priesterseminaristen aus Kambolcha in die Hauptstadt evakuiert. Nur wir Priester sind zunächst geblieben, um bei den vielen Flüchtlingen zu sein – und um zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln“, sagte der Missionar „Kirche in Not“.

 

Die im Sommer aufkeimenden Friedenshoffnungen nach der Wiederwahl von Premierminister Abiy Ahmed seien enttäuscht worden: „Vor der Vereidigung waren überall in der Hauptstadt Schilder mit der Aufschrift ,Neuanfang’ zu sehen. Wir hofften, dass der Krieg zu Ende gehen würde. Stattdessen ist er uns immer nähergekommen.“

In einem Flüchtlingslager in Kombolcha vor Oktober 2021. © Kirche in Not
Der Norden Äthiopiens ist für Hilfe von außen nahezu unzugänglich. Angesichts der Spannungen wissen die katholischen Missionare, dass materielle Hilfe schwer zu bekommen ist. „Wir bitten Sie um Ihr Gebet für Frieden und Sicherheit in unserer Region sowie um andere Formen der Unterstützung“, schrieb der Missionar an „Kirche in Not“.

 

Am 4. November 2020 hatten die Kämpfe in der Region Tigray begonnen. Premierminister Abiy Ahmed warf der TPLF damals die Abhaltung illegitimer Wahlen vor und entsandte Truppen in die Region. Vorausgegangen waren jahrelange ethnische und politische Auseinandersetzungen zwischen den Tigray und den anderen Bevölkerungsgruppen. In dem Bürgerkrieg kamen den Regierungstruppen auch Einheiten aus dem Nachbarland Eritrea zu Hilfe. Auch das reiche christliche Erbe Äthiopiens wurde durch die Kämpfe bedroht: Die Städte Lalibela, bekannt für ihre Felsenkirchen, und Axum, die ehemalige Hauptstadt und nach äthiopischer Überlieferung Aufbewahrungsort der Bundeslade, gerieten zwischen die Kampflinien.

 

Die äthiopische Bevölkerung setzt sich je zur Hälfte aus Christen und Muslimen zusammen. Das Land ist von einer jahrtausendealten christlichen Tradition geprägt. Die meisten Christen gehören der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche an. Es gibt eine kleine, aber lebendige katholische Gemeinschaft, die sich in den lateinischen Ritus und den äthiopischen Geez-Ritus aufteilt.

Kreuz in einer Lehmkirche in Äthiopien. © Kirche in Not
Weitere Informationen zur religiösen Lage in Äthiopien enthält der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von „Kirche in Not“: https://acninternational.org/religiousfreedomreport/de/reports/et/

 

Unterstützen Sie das Überleben und die Arbeit der Seelsorger für die notleidende Bevölkerung Äthiopiens – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Äthiopien

Unterstützen Sie die Arbeit der Seelsorger in der Region Tigray und in ganz Äthiopien! Spenden Sie entweder online oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Äthiopien

 

KIRCHE IN NOT-Doku über Katholiken in Äthiopien:

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Auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Friedensschluss von Dayton ist das Zusammenleben in Bosnien und Herzegowina von Konflikten geprägt. Die katholische Minderheit des Landes werde nach wie vor diskriminiert, beklagt der Bischof von Banja Luka, Franjo Komarica. Gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) monierte er die Tatenlosigkeit der internationalen Staatengemeinschaft. Ein neues Projekt für Frieden und Zusammenarbeit ist für Bischof Komarica ein kleines Hoffnungszeichen in einer verfahrenen Situation. Das Interview führte Volker Niggewöhner.
Franjo Komarica, Bischof von Banja Luka
Volker Niggewöhner: Bischof Komarica, Sie haben kürzlich in einem Interview Bosnien und Herzegowina als „Absurdistan“ bezeichnet, als einen unmöglichen Staat. Warum?

Bischof Franjo Komarica: Daran sind nicht die Einheimischen schuld, die hier nicht erst seit gestern zusammenleben. Die internationale Staatengemeinschaft, insbesondere die Europäer, haben es zugelassen, dass hier von 1992 bis 1995 ein Stellvertreterkrieg geführt wurde. Bosnien und Herzegowina ist seit dem Ende des Krieges noch immer ein Provisorium, es herrscht Stillstand.

Warum ist das so?

Bosnien und Herzegowina wird de facto geführt von einem internationalen Vertreter, dem Hohen Repräsentanten. Obwohl seit 1995 schon der achte Amtsinhaber hier ist, hat diese Präsenz das Land nicht zu einem Rechtsstaat gemacht. Und die einheimischen Politiker haben nicht die notwendigen Voraussetzungen und die Macht, um aus Bosnien und Herzegowina einen funktionierenden Rechtsstaat zu machen.

Bosnien und Herzegowina ist ein Staat mit drei konstitutiven Völkern (Serben, Bosniaken und Kroaten; Anm. d.Red.) und zwei Entitäten (Föderation Bosnien und Herzegowina und Republik Srpska; Anm. d. Red.). Die Republik Srpska steht unter dem Einfluss Russlands, die Föderation unter dem Einfluss der Türkei bzw. der islamischen Welt. Und das dritte Volk, die Kroaten (die mehrheitlich den katholischen Bevölkerungsanteil ausmachen; Anm. d. Red), geht zugrunde. Wir kommen unter die Räder, wir sind einfach nirgendwo mehr zu Hause.

Inwieweit werden die Katholiken benachteiligt?

In jeder Hinsicht: Politisch, gesellschaftlich und auch wirtschaftlich. Oft haben Katholiken Probleme, wenn sie einen kroatischen Namen tragen. Es ist auch schwierig für sie, Arbeit zu finden. Es gibt noch einen Landesteil, West-Herzegowina, wo sie mehr oder weniger leben können. Aber auch dort wandern die Katholiken aus.

Blick auf Sarajewo, die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. Die Moschee im Vordergrund wurde von der indonesischen Regierung finanziert.
Welche Folgen hat die Auswanderung der Katholiken für das Land?

Die katholischen Kroaten wirken wie „Klebstoff“ zwischen Serben und Bosniaken. Wenn dieser Klebstoff wegfällt, dann werden diese beiden Welten – die islamische und die die orthodoxe – noch weiter auseinanderklaffen. Dann würde es noch mehr Unruhe geben.

Es sind ja auch während des Krieges Katholiken geflüchtet. Verhindert die aktuelle Situation deren Rückkehr?

Der Annex 7 des Abkommens von Dayton, der die Rückkehr aller Flüchtlinge und Vertriebenen regeln sollte, wurde nicht umgesetzt. Der Vertrag legte auch fest, dass Bosnien und Herzegowina und die internationale Staatengemeinschaft den Rückkehren politisch, rechtlich und materiell helfen müssen. Das ist im Falle der Kroaten nicht passiert. Ich habe die Papiere in Händen gehalten, auf denen stand: „So und so viel Millionen für die vertriebenen Serben, so und so viel für Rückkehr der Bosniaken.“ Und dann nur ein Satz: „Die Rückkehr der bosnischen Kroaten existiert nicht“. Also erhalten wir von dieser Seite nichts.

Wie wichtig war und ist Ihnen die Hilfe von „Kirche in Not“?

Wenn es in Europa eine Kirche in Not gibt, dann ist es unsere Kirche. In meinem Bistum Banja Luka wurden 95 Prozent der kirchlichen Gebäude im Krieg zerstört oder schwer beschädigt. Hier hat „Kirche in Not“ besonders beim Wiederaufbau geholfen. Das gilt auch für viele andere Projekte. Wichtig ist aber auch, dass „Kirche in Not“ unsere Probleme versteht, uns zuhört und wir auch in Zukunft mit Verständnis rechnen dürfen. Vergelt´s Gott an alle Wohltäter, die hier in eine Sache Gottes investieren! „Kirche in Not“ ist nicht die Sache von Bischöfen und Priestern, nicht die Sache einer Gemeinschaft, es ist die Sache Gottes.

Junge Katholiken vor der Baustelle eines Pfarrzentrums in Drvar/Bistum Banja Luka. © Kirche in Not
Sie haben ein Europa-Zentrum für Frieden und Verständigung gegründet. Was ist der Gedanke dahinter?

Wir wollen das Zentrum im ehemaligen Trappistenkloster „Maria Stern“ (Marija Zvijezda) beheimaten. Es wurde 1869 noch in osmanischer Zeit von Pater Franz Pfranner aus Voralberg in Österreich gegründet. Als es Probleme mit Baugenehmigungen gab, reiste Pfranner persönlich nach Konstantinopel, um mit dem Großwesir des Sultans zu verhandeln – mit Erfolg. Dialog ist möglich. In diesem Geist soll das Zentrum ein Ort der Begegnung, Bildung, Versöhnung und der internationalen wie interreligiösen Zusammenarbeit sein. Ich habe für diese Projekte schon wertvolle Mitstreiter gewinnen können. So steht zum Beispiel der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff an der Spitze des Gründungskuratoriums. Wir wollen die Europäisierung Bosniens. Das ist eine großartige Chance.

 

Unterstützen Sie die Arbeit und das Überleben der katholischen Kirche in Bosnien und Herzegowina! Spenden Sie entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

 

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KIRCHE IN NOT-Interview mit Bischof Komarica und dem Journalisten Winfried Gburek

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Die Christlichen Kirchen in Pakistan haben als Reaktion auf die Machtübernahme der Taliban im Nachbarland Afghanistan ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Es bestehe die Sorge, dass die Miliz „Tehrik-i-Taliban Pakistan“ (Bewegung der pakistanischen Taliban, kurz TTP) und andere militante Organisationen jetzt neuen Auftrieb bekämen, erklärte der Menschenrechtsaktivist Sajid Christopher dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“: „Als die Taliban vor 2001 an der Macht waren, gab es viele Anschläge in Pakistan. Kirchen und andere christliche Einrichtungen waren eindeutig Zielscheiben des Terrors. Jetzt sind die Taliban zurück. Sie werden die TTP und andere islamistische Gruppen stärken.“
Sajid Christopher
Bei einem Treffen hatten sich katholische und protestantische Geistliche darauf verständigt, die bewaffneten Sicherheitsdienste vor den Kirchen zu verstärken, vor allem an den Sonntagen. Personen, die mit dem Auto auf das Kirchengelände fahren, werden intensiver kontrolliert, an den Eingängen kommen Metalldetektoren zum Einsatz.

 

Auch moderate Muslime in Gefahr

 

Christopher warnte, dass nicht nur die christliche Minderheit nun um ihre Sicherheit fürchten müsse. Betroffen seien ebenso die gemäßigten Muslime: „Auch in friedlichen und fortschrittlichen muslimischen Gemeinden wird Angst herrschen. Aber die Personen mit einer militanten Denkweise sind froh, dass die Taliban wieder an der Macht sind.“

 

Auch die Befürchtungen um die wenigen noch in Afghanistan verbliebenen religiösen Minderheiten sind groß. Unbestätigten Berichten zufolge sind Taliban-Kämpfer von Haus zu Haus gegangen, um einheimische Christen und Angehörige weiterer religiöser Minderheiten aufzuspüren. Menschen seien gezwungen worden, ihre Telefone abzugeben. Die Taliban hätten darauf nach Online-Bibeln oder weiterem religiösen Material gesucht.

Sicherheitskontrolle vor einer Kirche in Pakistan.
Weitere Informationen zur religiösen Lage in Pakistan enthält der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von „Kirche in Not“: https://acninternational.org/religiousfreedomreport/de/reports/pk/ 

 

Unterstützen Sie den Einsatz der katholischen Kirche in Pakistan für benachteiligte religiöse Minderheiten mit Ihrer Spende – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

 

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IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

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Verwendungszweck: Pakistan

 

TV-Interview: Pakistan – Der gefährliche Alltag der Christen

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