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Aktion für verfolgte Christen im Irak

Aktion für verfolgte Christen im Irak

Schweigemarsch und ökumenische Andacht in Neumarkt in der Oberpfalz

15.11.2019 aktuelles
Noch immer warten mehrere Zehntausend christliche Flüchtlinge darauf, in ihre Heimatorte in der Ninive-Ebene im Nordirak zurückkehren zu können.

 

Das berichtete der syrisch-katholische Priester Georges Jahola aus Karakosch (Irak) in einem Gottesdienst in Neumarkt in der Oberpfalz.

Der syrisch-katholische Priester Georges Jahola aus Karakosch im Irak berichtete über die Situation der Christen in seinem Land.
Für diese Aktion waren das Münster St. Johannes und das Neumarkter Rathaus rot angestrahlt worden. Die Farbe symbolisiert das Blut unzähliger Menschen weltweit, die wegen ihrer Religion Gewalt erleiden, verfolgt oder gar getötet werden.

 

Initiator dieser Aktion war der Ökumenische Arbeitskreis Religionsfreiheit, der schon seit Jahren auf die Lage verfolgter Christen aufmerksam macht. Diesmal wurde er unterstützt von KIRCHE IN NOT.

Die Münsterkirche St. Johannes in Neumarkt.
Rund 300 Gläubige waren dem Aufruf gefolgt. In einem Schweigemarsch zogen sie von der evangelischen Christuskirche zum katholischen Münster. Domkapitular Norbert Winner leitete dort einen Gottesdienst, in dem auch Georges Jahola über die Lage der Christen im Irak sprach.

 

Im Sommer 2014 waren rund 90 000 Christen durch islamistische Kämpfer des IS aus ihrer Heimat in der Ninive-Ebene vertrieben worden. Zwar sei der IS militärisch inzwischen besiegt, doch in den christlichen Gebieten habe er schwere Verwüstungen hinterlassen, so Jahola.

Alle Wohnhäuser der Christen seien vom IS geplündert, viele Häuser in Brand gesteckt oder dem Erdboden gleichgemacht worden.

Die Münsterkirche St. Johannes in Neumarkt wurde rot angestrahlt. Die Farbe symbolisiert das Blut, das Märtyrer für den christlichen Glauben vergossen haben.

Seit 2017 werden diese Häuser auch mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT wiederaufgebaut. Georges Jahola leitet diese Arbeiten in Karakosch. Früher war sie die größte christliche Stadt im ganzen Irak.

 

Viele Christen haben noch Angst vor einer Rückkehr

Immerhin sind inzwischen die Hälfte der christliche Flüchtlinge in die Ninive-Ebene zurückgekehrt. Die anderen Flüchtlinge halten sich noch in der nahegelegenen kurdischen Region des Iraks auf. Viele von ihnen trauen der Lage nicht, haben Angst vor einer Rückkehr des IS oder ihre Häuser sind einfach noch nicht wieder bewohnbar.

Ansprache von Berthold Pelster.
Viele Christen im Irak „sind müde von den endlosen Konflikten und der andauernden Verfolgung“, so Jahola. Sie spielten mit dem Gedanken, den Irak zu verlassen. Die Zahl der Christen im Irak sei von früher einmal 1,5 Millionen drastisch geschrumpft auf heute vielleicht noch 200 000 oder weniger.

Wolle man das vollständige Verschwinden des Christentums im Irak verhindern, müsse dringend gehandelt werden.

Die Märtyrer nicht im Stich lassen

Berthold Pelster von KIRCHE IN NOT machte in einer kurzen Ansprache die geistliche Dimension dieser Verfolgungssituation im Irak deutlich. Eine Kirche, die ihre Märtyrer im Stich lasse, so Pelster, verhalte sich nicht nur unsolidarisch gegenüber ihren Gläubigen in Not, sondern verrate zugleich ihren Herrn Jesus Christus, der das Haupt der ganzen Kirche und aller ihrer Glieder sei.

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