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Bekehrung

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KIRCHE IN NOT veröffentlicht ein TV-Interview mit dem ehemaligen deutschen Ex-Top-Manager Dr. Thomas Middelhoff über seine Hinwendung zu Gott während seiner Haft.

„Noch nie fühlte ich mich Gott so nah wie im Gefängnis“, sagt der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Bertelsmann-Konzerns und frühere Chef von KarstadtQuelle.

Als Middelhoff am 14. November 2014 vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt und noch im Gerichtssaal verhaftet wurde, brach für ihn eine Welt zusammen.

Doch die Katastrophe wurde ihm zum Segen. Rückblickend sagt Middelhoff: „Ich danke Gott, dass er mich ins Gefängnis geführt hat.“

Katastrophe wurde zum Segen

Über den tiefen Fall des einstigen Spitzenmanns der deutschen Wirtschaft unterhält sich Anselm Blumberg mit ihm.

Das 24-minütige Interview „In die offene Hand Gottes gefallen“ wird in der Sendereihe „Spirit“ unter anderem zu folgenden Zeiten ausgestrahlt:

Bibel-TV: Montag, 22. Oktober um 16:00 Uhr

EWTN: Montag, 22. Oktober um 20:30 Uhr

K-TV: Dienstag, 23. Oktober um 17:00 Uhr.

Die Sendung ist auch in unserer Mediathek online abrufbar. Bitte geben Sie den Suchbegriff „Middelhoff“ ein

Eine Audio-CD oder eine Video-DVD der Sendung ist unentgeltlich in unserem Bestelldienst erhältlich.

Dr. Thomas Middelhoff.
Der maronitisch-katholische Erzbischof Joseph Tobji aus Aleppo gehört mit seinen 47 Jahren zu den jüngsten geistlichen Würdenträgern des Nahen Ostens. Trotz seiner jugendlichen Freundlichkeit ist ihm die Last anzumerken, die auf ihm ruht: Tobji trat das Bischofsamt 2015 an, als der Kampf um die nordsyrische Stadt seinem Höhepunkt zustrebte. Seine Bischofskirche wurde durch Granaten schwer zerstört, viele Gemeindemitglieder wurden getötet, andere flohen. Mittlerweile ist in Aleppo eine Phase des Aufatmens angebrochen, doch der Krieg in Syrien hält unvermindert an. Im März geht er bereits in sein achtes Jahr.

Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT steht an der Seite der Christen, die in ihrer Heimat Syrien ausharren. Die Geschäftsführerin der deutschen Sektion des Hilfswerks, Karin Maria Fenbert, hat Erzbischof Tobji bei Reisen nach Aleppo im Januar und August 2017 getroffen. Anfang dieses Jahres war Tobji nun in Deutschland zu Gast – bei einem Begegnungstag von KIRCHE IN NOT in Köln. Im Interview gibt er Auskunft über die aktuelle Lage in Aleppo, das Machtspiel um sein Heimatland, christlichen Märtyrermut – und warum er nie an Flucht dachte. Das Interview führte Karin Maria Fenbert.
Ordensschwestern mit Schützlingen eines Kindergartens in Aleppo danken für die Hilfe von KIRCHE IN NOT.
Erzbischof Joseph Tobji in seiner zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo.
Erzbischof Tobji, Ihre Erwählung zum maronitischen Erzbischof fiel mitten in eine der schwersten Phasen des Krieges. Was gibt Ihnen Kraft?

Als ich zum Bischof geweiht wurde, habe ich mit Tränen in den Augen gesagt: „Herr, was hast du mit mir vor?“ Es ist wirklich der Herr allein, der entscheidet. Ich selbst bin nur ein kleiner Teil von Gottes Plan.

Was steckt Ihrer Meinung nach hinter dem Drama in Syrien, das jetzt seit sieben Jahren andauert?

Syrien lässt sich mit einer Torte vergleichen. Jeder politische Machthaber in Ost und West hätte gern ein Stück davon. Denn Syrien hat eine wichtige strategische Position: Wichtige Erdöl- und Gasleitungen durchziehen unser Land, die vom arabischen Raum bis nach Europa reichen. Die Nationen, die diese Torte wollen, halten sich weitgehend zurück. Aber trotzdem ist es ihnen gelungen, in Syrien Einfluss zu nehmen. Zum Bespiel, indem die Religionen instrumentalisiert worden sind.

Ein Lichtblick im Syrienkrieg war die Waffenruhe, die im Dezember 2016 für Aleppo ausgerufen wurde. Davor teilte eine lebensgefährliche Ost- und West-Linie die Stadt. Hält die Waffenruhe auch gut 15 Monate später noch an?

Ja, seither ist es weitgehend ruhig geblieben in Aleppo. Es ist wie ein Aufatmen, nachdem wir über Jahre hinweg so viel Leid erlitten haben. Das heißt aber nicht, dass der Krieg vorbei ist: In der Region wurde und wird nach wie vor gekämpft, wie aktuell in Afrin, das nur etwa 20 Kilometer von Aleppo entfernt liegt.

Wie kann man sich die aktuelle Situation in Aleppo vorstellen?

Die Lage ist nach wie vor ernst, aber es gibt kleine Verbesserungen. Die wichtigste ist, dass es jetzt wieder für ein paar Stunden am Tag Strom gibt. Während der Kämpfe lebten wir im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln. Einige Bewohner haben auch schon damit begonnen, kleine Unternehmen aufzubauen. Es ist sehr mühselig, eine Arbeit zu finden. Denn auch die gesamte Infrastruktur ist zerstört. Unsere Wirtschaft ist in der Rezession. Die Inflation ist enorm. Es ist schwer, in die Zukunft zu planen.

Wie steht es um den Wiederaufbau der zerstörten Häuser?

Gut die Hälfte des Stadtgebiets liegt in Trümmern. Einige Bewohner fangen an, ihre Wohnhäuser wiederaufzubauen. Andere suchen nach Mietwohnungen. Aber das ist sehr schwer. Die Mieten steigen von Monat zu Monat. Auch der Wiederaufbau der Kirchen kommt in Gang. Zum Beispiel bei meiner Kathedrale. KIRCHE IN NOT hilft uns dabei.

„Der Krieg lehrt uns, dass andere Gesicht Gottes zu sehen“
Bleiben wir bei den Christen in Aleppo. Was haben die sechs Jahre der Kämpfe in Aleppo mit dem Glauben der Christen gemacht?

Nach den traumatischen Kriegserlebnissen stehen die Christen am Scheideweg. Einige haben ihren Glauben verloren. Sie sahen Gott als Wundertäter, der verhindern muss, dass eine Bombe auf ihr Wohnhaus stürzt. Diese Menschen sagen: „Ihr habt uns doch gelehrt, dass Gott gut, barmherzig und allmächtig ist. Wieso schweigt er jetzt?“

Was erwidern Sie?

Meine Antwort lautet: Der Krieg lehrt uns, das andere Gesicht Gottes zu sehen. Gott ist Mensch geworden, ein Gott der weint, der leidet, der am Kreuz hängt – und völlig unschuldig ist. Dieser Gott will unser Heil, unser Glück. Dieses Glück kann man nicht einfach durch Wunder herstellen. Nein, das Glück entsteht nur dann, wenn wir unseren Weg gemeinsam gehen, gemeinsam mit Christus unser Kreuz tragen und gemeinsam die Nächstenliebe praktizieren. Und ich bin sehr froh, dass die Mehrheit der Christen diesem Weg folgt.

Das heißt, die schreckliche Erfahrung des Krieges hat auch sehr viele Christen in ihrem Glauben gestärkt?

Ja, immer wieder treffe ich unglaublich beeindruckende Menschen, ganz einfache Leute. Die Terroristen des „Islamischen Staates“ haben ihnen das Messer an die Kehle gehalten, um sie zu zwingen, dem christlichen Glauben abzuschwören. Diese Menschen haben gesagt: „Nein, niemals! Ihr könnt meinen Leib vernichten, aber nicht meine Seele.“ Sie sind Gott treu geblieben.

Beeindruckende Glaubenserfahrungen – mitten im Krieg …

Ich sage ganz offen: Auch ich habe durch den Krieg eine Bekehrung erfahren! Es ist eine Bekehrung durch Tränen. Im Krieg muss man immer bereit sein für den Tod. Diese Bereitschaft geschieht durch Gebet, Beichte, Reue. Diese Bereitschaft war mein persönliches Bekehrungserlebnis.

Erzbischof Joseph Tobji von Aleppo.
Zerschossenes Kreuz in einem christlichen Viertel im Ostteil von Aleppo.
„Ich musste Gott gehorchen“
Sie sind erst 2015 zum Bischof geweiht worden. Vorher hätte durchaus noch die Möglichkeit bestanden, Syrien zu verlassen. Warum sind Sie geblieben?

Weil es mein Auftrag ist! Ich bin in Syrien geboren, um dort Gottes Volk zu dienen. Ich musste Gott gehorchen. Sonst hätte ich seine Herde ohne Hirten gelassen und damit große Schuld auf mich geladen.

Sie haben es eingangs angesprochen: Im syrischen Krieg spielt auch die Religion eine unheilvolle Rolle. Viele islamistische Gruppierungen setzen Gewalt ein, um ihre Ziele zu erreichen. Häufig rechtfertigen sie ihre Taten mit Verweis auf den Koran und ihre religiöse Tradition. Was ist Ihr Eindruck?

Der Koran ist ein wenig mit einem Supermarkt zu vergleichen, in dem es Schmackhaftes gibt und weniger Schmackhaftes. Da gibt es Passagen, die Frieden predigen. Aber da gibt es eben auch Passagen wie diese: „Tötet sie, die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet.“ Das wirkt wie eine Art Gehirnwäsche. Wir müssen versuchen, uns gegen diese Gehirnwäsche zu wenden und Aufklärung und Dialog zu betreiben.

Um den Frieden zu erlangen, rufen die katholische und die orthodoxe Kirche Maria als Fürsprecherin an. 2017 war das 100. Jubiläum der Marienerscheinungen von Fatima. Am 13. Mai haben die Christen Aleppos eine Statue Unserer Lieben Frau von Fatima durch die zerstörten Straßen ihrer Stadt getragen. Welche Hoffnung haben Sie damit verbunden?

Wir haben unsere Stadt der Gottesmutter geweiht, wie wir es drei Jahre vorher auch schon gemacht hatten. Unsere Hoffnung dahinter war, dass wir uns alle unter den Schutzmantel der Muttergottes stellen wollen. Wir haben unser ganzes Sein, unser Leben, das Schicksal unserer Stadt und des Landes in ihre Hand gelegt.

Unterstützen Sie die notleidenden Christen in Syrien

Seit dem Kriegsausbruch in Syrien im März 2011 hat KIRCHE IN NOT über 21 Millionen Euro für die christliche Bevölkerung des Landes zur Verfügung gestellt. Neben Lebensmittelhilfen, Kleidungs- und Medikamentenspenden finanziert das Hilfswerk auch Mietbeihilfen, Stipendien und Ausbildungsprogramme sowie Projekte zur Stromversorgung. Auch dem Wiederaufbau zerstörter Kirchengebäude und die Unterstützung der Seelsorge für die traumatisierte Bevölkerung gilt ein besonderes Augenmerk. Helfen Sie Syriens Christen, zu überleben! Spenden Sie an KIRCHE IN NOT.

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