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Russisch-Orthodox

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KIRCHE IN NOT intensiviert seine ökumenische Zusammenarbeit mit der russisch-orthodoxen Kirche für leidende Christen im Nahen Osten. Dies wurde beim Besuch einer Delegation des Moskauer Patriarchats in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus vereinbart.

 

So sollen weitere gemeinsame Projekte gestartet werden, zum Beispiel für Jugendliche aus Syrien und dem Irak – unabhängig von deren Konfession. Diese Projekte sollen „eine unmittelbare Frucht der Begegnung zwischen Papst und Patriarch“ sein, erklärten die Teilnehmer der ökumenischen Gesprächsrunde.

Gesprächsrunde mit Vertretern der russische-orthodoxen Kirche und KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus.
Bei ihrer ersten Begegnung im Februar 2016 auf Kuba hatten Papst Franziskus und der Moskauer Patriarch Kirill die Zusammenarbeit beider Kirchen für notleidende Christen, besonders im Nahen Osten, in den Mittelpunkt ihrer gemeinsamen Erklärung gestellt.

 

Seit mehr als 25 Jahren im Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche

KIRCHE IN NOT engagiert sich seit mehr als 25 Jahren für den Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche. Deshalb hatte unser Hilfswerk nach dem Treffen von Papst und Patriarch zusammen mit Vertretern aus Moskau ökumenische Initiativen für die Christen im Nahen Osten entwickelt.

Dies umfasste unter anderem die Dokumentation von zerstörten Kirchen und christlichen Privathäusern, um so die Grundlage für den Wiederaufbau zu schaffen. Auch machten beide Kirchen die Schicksale von entführten und getöteten Christen während des Syrienkriegs bekannt.

Papst Franziskus und der Moskauer Patriarch Kirill im Jahr 2016 bei ihrem Treffen auf Kuba.
„Die katholische und die russisch-orthodoxe Kirche haben viele gemeinsame Anliegen“, betonte die Direktorin der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Das schmerzlichste Anliegen ist sicher die Sorge um die Christen im Nahen Osten und in anderen Ländern, in denen Christen verfolgt oder bedrängt sind.“

 

„Viele gemeinsame Anliegen“

Der Sekretär des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Stefan Igumnow, unterstrich, die neue Form der Zusammenarbeit werde möglich durch die „seit vielen Jahren bestehenden guten und fruchtbaren Beziehungen mit KIRCHE IN NOT“.

Das Hilfswerk habe die Arbeit des Moskauer Patriarchats in verschiedenen Stadien seiner Geschichte unterstützt. „Wir sind nicht nur Partner, sondern Freunde“, betonte Igumnow.

Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche und KIRCHE IN NOT einigten sich auf eine stärkere Zusammenarbeit (von links): Peter Humeniuk (Russlandreferent von KIRCHE IN NOT), Ioann Kopeykin (Prorektor des Postgraduierten-Institutes der heiligen Cyrill und Methodius in Moskau), Jekaterina Mjasdrikowa (Direktorin des Hilfsfonds „Poznanie“ des Moskauer Patriarchates), Regina Lynch (Direktorin der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT), Stefan Igumnow (Sekretär des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Stefan Igumnow), Pater Martin Barta (Geistlicher Assistent von KIRCHE IN NOT International).
Mit ihm war auch der Prorektor des Postgraduierten-Institutes der heiligen Cyrill und Method in Moskau, Ioann Kopeykin, sowie der Direktorin des Hilfsfonds „Poznanie“ des Moskauer Patriarchates, Jekaterina Mjasdrikowa, nach Königstein gereist. Der Fonds „Poznanie“ unterstützt syrische Kindern, die durch Explosionen schwer verletzt wurden.

 

Gemeinsame Projekte für notleidende Christen

Die Gesprächspartner waren sich einig, dass die ökumenische Zusammenarbeit nach der Begegnung der beiden Kirchenoberhäupter auf Kuba eine neue Phase erreicht habe. Nun nehme man erstmals gemeinsam Projekte für notleidende Christen in anderen Teilen der Welt in den Blick.

Laut Igumnow war es „ein Wunder, das Gott uns geschenkt hat, dass wir bereits zwei Monate nach dem Treffen unserer Kirchenoberhäupter ihrem Aufruf folgen und gemeinsam in Syrien tätig werden konnten“.

Als einen „weiteren Meilenstein“ im Dialog zwischen der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche wertet der geschäftsführende Präsident der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT, Johannes Freiherr Heereman, das hochrangige katholisch-orthodoxe Gipfeltreffen am 12. Februar in Wien. Auf katholischer Seite hatte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch teilgenommen; von orthodoxer Seite war Metropolit Hilarion Alfejew, der Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, angereist.

KIRCHE IN NOT, das sich bereits seit über 25 Jahren für den Dialog der katholischen mit der russisch-orthodoxen Kirche einsetzt, war mit einer Delegation vertreten. Das Hilfswerk stellte eine in katholisch-orthodoxer Zusammenarbeit entstandene Dokumentation über das Ausmaß der Schäden an kirchlichen Einrichtungen und die Zahl christlicher Kriegsopfer in Syrien vor.
Kurt Kardinal Koch (links) begrüßt Metropolit Hilarion auf dem katholisch-orthodoxen Gipfeltreffen am 12. Februar 2018 in Wien.
Blick in die Reihen der Tagungsteilnehmer am 12. Februar in Wien.
Johannes Freiherr Heereman (rechts) stellt Metropolit Hilarion die Syrien-Studie vor.
Zwei Jahre nach der Jahrtausendbegegnung

Das Gipfeltreffen in Wien fand am 12. Februar statt, dem zweiten Jahrestag des historischen Treffens zwischen Papst Franziskus und Patriarch Kirill auf Kuba. „Für uns ist dieser Jahrestag nicht die Feier eines historischen Ereignisses, sondern eine Etappe auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft“, sagte Heereman.

Hauptthema des Treffens war die Lage der Christen im Nahen Osten und die gemeinsame Antwort der katholischen und der orthodoxen Kirche auf die Christenverfolgung in der Region. Beeindruckt zeigte Heereman sich davon, dass sowohl Metropolit Hilarion als auch Kardinal Koch ausgeführt hatten: Christen werden heute nicht verfolgt, weil sie einer bestimmten Konfession angehören, „sondern einfach deshalb, weil sie Christen sind. In diesem gemeinsamen Leid sind die Kirchen geeint.“ Kardinal Koch sprach von dem „alarmierenden Phänomen“, dass Christen den Nahen Osten verlassen. Es sei deshalb notwendig, den Christen zu helfen, in ihrer Heimat zu bleiben.

Gemeinsame Untersuchung zu Kriegsschäden in Syrien vorgestellt

„Dies ist auch ein großes Anliegen von KIRCHE IN NOT“, erklärte Heereman. Kardinal Koch hatte in seiner Ansprache die Hilfe hervorgehoben, die KIRCHE IN NOT im Nahen Osten leistet: In den vergangenen sieben Jahren flossen Hilfsgelder in Höhe von fast 36 Millionen Euro in den Irak, nach Syrien über 21 Millionen.

Metropolit Hilarion betonte, dass die russisch-orthodoxe Kirche im vergangenen Jahrhundert selbst Opfer von Verfolgung geworden sei und nun in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche verfolgten Christen helfen wolle. Er lobte die effektive Zusammenarbeit beider Kirchen auf diesem Gebiet. Dies habe dazu beigetragen, dass in nie dagewesener Intensität die heutige Christenverfolgung in den Medien thematisiert werde.

Vor der zerstörten syrisch-orthodoxen Kirche in Homs/Syrien.

Bei der Konferenz stellte KIRCHE IN NOT auch neue Wege in der Zusammenarbeit mit der russisch-orthodoxen Kirche vor. Inspiriert durch die Begegnung der Kirchenoberhäupter hatte das Hilfswerk eine Arbeitsgruppe mitinitiiert, der neben katholischen und orthodoxen Vertretern auch Fachleute von KIRCHE IN NOT angehören. Der Russland-Referent des Hilfswerks, Peter Humeniuk, führte aus: „Diese neue Form der Zusammenarbeit betrifft zum einen die Hilfe für die Christen im Nahen Osten und zum anderen den Einsatz für die gemeinsamen christlichen Werte, besonders für den Schutz des menschlichen Lebens und der traditionellen christlichen Familie – beides brennende Probleme der Gegenwart.“ In diesen Punkten seien sich die beiden Kirchen einig.

Als erstes Ergebnis legte die Arbeitsgruppe bei der Konferenz eine von KIRCHE IN NOT herausgegebene Studie vor, die erstmals einen Überblick über die kriegszerstörten Kirchen in Syrien, die Anzahl der zerstörten Privathäuser und über die Zahl entführter sowie getöteter Christen informiert. Außerdem zeigt die Broschüre, wie KIRCHE IN NOT der christlichen Minderheit Syriens hilft.

Das vorgestellte Werk ist Teil einer großangelegten Untersuchung, die in Syrien Kriegsschäden an kirchlichen Gebäuden aller vor Ort vertretenen Konfessionen dokumentiert. Ziel ist es, den Wiederaufbau zu organisieren. Für KIRCHE IN NOT-Präsident Heereman wird mit dieser Zusammenarbeit die historische Begegnung auf Kuba mit Leben erfüllt: „In der gemeinsamen Sorge um die Zukunft des Christentums im Nahen Osten verwirklicht sich die Ökumene der Märtyrer.“

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