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Die deutsche Produktion „Watu Wote – All of us“ ist für einen „Oscar©” in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ nominiert. Unser Hilfswerk hat die Produktion unterstützt.

„KIRCHE IN NOT hat diesen Traum möglich gemacht“, sagt Produzent Tobias Rosen. Der 22-minütige Kurzfilm erzählt von der Rettung christlicher Geiseln vor islamistischer Gewalt – durch das Eingreifen von Muslimen.

Dahinter steht eine wahre Begebenheit: Im Dezember 2015 wurde ein Bus in der kleinen Stadt Mandera im Nordosten Kenias im Grenzgebiet zu Somalia von der islamistischen al-Shabaab-Miliz angegriffen.
Produzent Tobias Rosen bei den Dreharbeiten (Foto: Hamburg Media School/Eric Mwangi).

Die Terroristen gingen nach einem Muster vor, dass sie bereits bei einem vorherigen Überfall angewandt hatten: Sie forderten die Passagiere auf, christliche Mitreisende zu identifizieren. Diese sollten dann von der Gruppe getrennt und ermordet werden.

Bei einem Überfall im Dezember 2014 war es so zu einem Massaker mit 28 Toten gekommen. Doch nun weigerten sich die muslimischen Passagiere, ihre christlichen Mitreisenden zu verraten. So wurden die Christen gerettet.

Der 34-jährige Tobias Rosen war durch eine Zeitungsnotiz darauf aufmerksam geworden. Daraus entstand „diese unglaubliche Geschichte der Drehbuchautorin Julia Drache, die zeigt, wie Solidarität zwischen Menschen und das Handeln jedes Einzelnen den Verlauf der Geschichte ändern können“, so Rosen.

„Ich wollte einen authentischen Film produzieren“

Auf der Suche nach Unterstützern wandte er sich unter anderem an KIRCHE IN NOT: „Ich kenne und verfolge deren Einsatz für verfolgte Christen schon lange.“ Das Hilfswerk unterstützt in über 140 Ländern weltweit verfolgte und notleidende Christen, auch über Medien- und Öffentlichkeitsarbeit.

„Ich wollte einen authentischen Film produzieren“, erklärt Rosen. „KIRCHE IN NOT hat mich dabei sehr unterstützt und war für diesen Film wirklich ein Segen.“ Als Schauplatz hatte das Filmteam unter Regisseurin Katja Benrath und Kameramann Felix Striegel die kenianische Magadi-Wüste ausgewählt. Auch die Darsteller stammen aus Kenia und Somalia – es sind Muslime wie Christen darunter.

Regisseurin Katja Benrath und Produzent Tobias Rosen bei den Dreharbeiten (Foto: Hamburg Media School/Eric Mwangi).
Während der Dreharbeiten (Foto: Hamburg Media School/Eric Mwangi).
Regisseurin Katja Benrath (rechts) und Produzent Tobias Rosen bei der Verleihung des Gold Student Academy Award.

Viele haben auch im realen Leben Erfahrungen religiöser Gewalt gemacht: Die Hauptdarstellerin des Films Adelyne Wairimu ist eine junge Christin, die bei einem islamistischen Angriff ihren Mann und ein Kind verlor. „Alle unsere Filmkollegen aus Afrika, Christen und Muslime, wurden von dieser Gewalt und ihren Folgen heimgesucht: Bei den einen waren Familienmitglieder bei Attentaten schwer verletzt oder getötet wurden. Andere hatten Verwandte, die sich den Terroristen von al-Shabaab angeschlossen hatten“, erzählt Produzent Rosen.

„Das ist ein Dilemma, das die kenianische Gesellschaft zerreißt.“ Das Klima des Misstrauens und der Furcht, dem die verschiedenen Gruppen gewöhnlich ausgesetzt sind, gibt auch der Kurzfilm wieder.

Die Gemeinschaft der verschiedenen Religionen und Ethnien am Filmset gehören für Rosen zu den „bewegendsten Erfahrungen.“ Eine davon benennt er: Bei Ende der fünftägigen Dreharbeiten hätten „die Somalier unseres Filmteams zu tanzen begonnen. Kurz darauf schlossen sich die Kenianer an. Dann wir. Diese Szene von Christen und Muslimen, die zusammen unter der glühenden Sonne tanzten, wird mir immer in Erinnerung bleiben.“

Dass Zusammenhalt, aber auch der Glaube etwas ändern können, ist auch die Kernbotschaft von „Watu Wote – All of us“. Der Film wurde 2016 an der Hamburg Media School als Abschlussarbeit eingereicht.

Seither hat der Kurzfilm bereits mehr als 60 Preise gewonnen, darunter die Auszeichnung als „Bester afrikanischer Film“ beim Filmfestival von Sansibar und Durban sowie den Gold Student Academy Award, der als „Oscar der Filmstudenten“ gilt. Die Nominierung für den „großen Oscar“ ist ein weiterer großer Schritt auf der Erfolgsleiter. „Dieses Projekt, bei dem wir auch mit vielen Schwierigkeiten kämpfen mussten, wäre ohne die Unterstützung von KIRCHE IN NOT nicht vorangekommen“, ist Rosen überzeugt.

Ob „Watu Wote – All of us“ auch den Oscar einholen kann, wird sich in der Nacht vom 4. auf 5. März zeigen. Dann wird der begehrte Filmpreis zum neunzigsten Mal in Los Angeles verliehen.

Sehen Sie jetzt den Filmtrailer zu „Watu Wote – All of us“!

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