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Tal der Christen

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Rasha Draizy, eine katholisch-melkitische Christin, war erst 23 Jahre alt, als ihr Mann Michael starb. Der Lkw-Fahrer war gerade auf seiner Tour in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus, als er ins Visier eines Scharfschützen geriet. Er war auf der Stelle tot. Die zweifache Mutter stand alleine da – und ohne Einkommen. Die Heimat hatte sie bereits vorher verlassen müssen.
Rasha Draizy mit ihren beiden Kindern.
Gruppe von Freiwilligen im Hilfszentrum St. Peter in Marmarita.

„Wir lebten in Damaskus“, erzählt Rasha. „Als der tägliche Raketenbeschuss immer schlimmer wurde, flüchteten wir in das Tal der Christen. Hier fühlten wir uns sicher.“ Das Tal der Christen, auf Arabisch Wadi an-Nasra, ist eine ländliche Region im Westen Syriens, an der Grenze zum Libanon. Die Gegend wird mehrheitlich von Christen bewohnt, daher der Name. Hauptort ist Marmarita.

Auch in der friedlichen Gegend herrscht die Not des Krieges

Die Gegend wurde von den Kämpfen weitgehend verschont. Und doch sind der Krieg und seine Opfer ganz nah – wie im Leben von Rasha und ihren Kindern, oder von Darin Abboud (38). Auch sie ist Witwe mit fünf Töchtern. Jeden Job nimmt sie an, um die Familie durchzubringen, erzählt sie: „Ich arbeite mal als Friseurin, mal als Erntehelferin. Meine Töchter sind meine Motivation.“

Die 18-jährige Maya ist ihre Älteste. Sie macht bald Abitur. Die Frage, was sie später machen möchte, kann sie nicht beantworten – zu vieles sei unsicher in Syrien, und die Uni kostet Geld. Geld, das die Familie nicht hat.

Und überhaupt das Thema Ausbildung: Beide Mütter erfüllt es mit Sorge. Rasha erzählt: „Meine beiden Kinder mussten die Schule nach den ersten Klassen abbrechen, weil die Schule wegen des Krieges geschlossen wurde. Welche Zukunft aber haben sie ohne Bildung?“ Angaben der Vereinten Nationen zufolge können in Syrien derzeit über 1,7 Millionen Kinder keine Schule besuchen.

Darin Aboud mit ihren fünf Töchtern.
Hilfe für über 2000 christliche Familien

Schicksale wie diese beiden hören die freiwilligen Mitarbeiter des Hilfszentrums St. Peter in Marmarita Tag für Tag. Es ist Anlaufstelle für über 2000 christliche Familien. Sie erhalten dort eine monatliche Beihilfe, Unterstützung bei medizinischen Problemen, Lebensmittel und Kleidung. Das Geld dafür stammt vom internationalen päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“. „Ohne die Unterstützung durch die Kirche weiß ich nicht, was aus uns geworden wäre“, sagt Darin. Oft ist das Hilfszentrum auch eine große Vermittlungsstelle: Arbeitsmöglichkeiten, freie Schul- und Ausbildungsplätze werden hier weitergegeben. „Kirche in Not“ unterstützt auch 250 Schüler mit Stipendien.

„Diese Unterstützung hat uns den Glauben und die Hoffnung wiedergegeben“, bekennt Rasha. „Wir haben die Nähe der Kirche erfahren.“ Diese habe sie dazu angespornt, sich jetzt selbst ehrenamtlich zu engagieren. Sie hilft jetzt dabei, die Hilfe für die vertrieben christlichen Familien in der Region zu koordinieren. Das umfasst die Verteilung von Hilfsgütern, aber vor allem ein Ohr für die Nöte der Mitmenschen zu haben – trotz des eigenen schweren Schicksals. „Ich habe mich entschlossen, mich nicht von der Verzweiflung überwältigen zu lassen“, sagt die junge Witwe. „Ich versuche auch meinen Kindern den Glauben zu vermitteln und die Freude, Jesus nahe zu sein. Das hilft uns, in schwierigen Zeiten die Hoffnung nicht zu verlieren.“

Helfen Sie den Christen in Syrien

Um die Versorgung vertriebener Familien im Tal der Christen aufrecht erhalten zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden.

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