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„Alles vergeht – nur Gott bleibt“

„Alles vergeht – nur Gott bleibt“

„Abend der Zeugen“ von KIRCHE IN NOT in Frankfurt am Main

25.11.2019 aktuelles
Die Situation der Christen in Syrien und in Ägypten stand im Zentrum eines „Abends der Zeugen“, den KIRCHE IN NOT Deutschland am 22. November im Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main veranstaltete.

 

Erzbischof Joseph Tobji aus Aleppo (Syrien) sowie der koptische Erzdiakon Mina Ghattas berichteten über die herausfordernde Lage der Christen in Syrien und in Ägypten.

Erzbischof Joseph Tobji (rechts) berichtete beim „Abend der Zeugen“ über die Lage der Christen in Syrien. Links: Daniele Piccini von KIRCHE IN NOT.
Der maronitisch-katholische Erzbischof aus Aleppo fasste die Situation in seiner Gemeinde so zusammen: „Als wir verstanden haben, dass die Bomben keinen Teil der Stadt verschonen, haben wir uns unserem Schicksal ergeben.“

 

Die Sorge um die einfachsten Dinge des Alltags wie Strom und Wasser, der Einsatz um Hinterbliebene von Kriegsopfern und körperlich versehrte Menschen mache den Alltag zu einer ständigen Tortur. „Hier kennt man den wahrhaftigen Tod“, sagte Tobji.

Bischof Joseph Tobji in der zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo. Die Kirche wird derzeit wiederhergerichtet.
Neben Not, islamistischem Terror und der Frage nach dem „Warum“ habe er aber auch ermutigende Erfahrungen gemacht, so Tobji: Christen, die sich neu dem Glauben zugewandt haben, Menschen, die sich für ihre notleidenden Nachbarn engagieren oder pastorale Initiativen, die auch im Bombenhagel nicht eingestellt wurden. „Wir haben persönlich erfahren, dass alles vergeht. Nur Gott bleibt!“

 

Die über 100 Teilnehmer im Kaiserdom rief der Erzbischof auf, weiterhin für die Menschen in Syrien zu beten und ihnen zu helfen – zumal niemand wisse, wie sich die Lage im Norden des Landes entwickle.

Über 100 Gäste sind der Einladung von KIRCHE IN NOT in den Frankfurter Dom gefolgt. Er war im Innenraum rot beleuchtet. Die Farbe symbolisiert das Blut, das Märtyrer für ihren Glauben vergossen haben.
Den koptischen Christen Ägypten lieh Erzdiakon Mina Ghattas aus Wiesbaden seine Stimme. Die Kopten seien die letzte große christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten, würden aber von ihren Mitmenschen oft wie Bürger zweiter Klasse behandelt.

 

Kirchen in Ägypten niedergebrannt

Die Regierungsbehörden seien zum Beispiel von Anhängern der Muslimbrüder durchsetzt, auch gebe es widersprüchliche Aussagen führender islamischer Gelehrter zum Umgang mit den Christen. Immer wieder werden Anschläge auf sie verübt, so Ghattas.

„Vor kurzem wurden in Oberägypten zwei Kirchen niedergebrannt. Offiziell heißt es, es sei keine Brandstiftung gewesen.“ Auch den koptischen Christen gebe der Glaube und die weltweit erfahrende Gemeinschaft große Kraft.

Der koptische Erzdiakon Mina Ghattas berichtete über die Situation der Christen in Ägypten.
Diese Verbundenheit im Gebet und der Hilfe stellte auch Florian Ripka, der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, in seiner Ansprache heraus: „Sie zeigen mit Ihrer Teilnahme: Die verfolgten und notleidenden Christen sind nicht vergessen. Sie haben einen Platz in unseren Gedanken und unseren Gebeten!“

 

Lage für Christen in Südostasien hat sich verschlimmert

KIRCHE IN NOT erreichten beinahe täglich erschütternde Nachrichten: Christen litten unter einem fundamentalistischen Islamismus, aber auch unter autoritären Regimen und nationalistischen Bewegungen.

Dies gelte zum Beispiel für Südostasien, wo sich die Lage für Christen am meisten verschlimmert habe, so Ripka. Zu diesem Ergebnis komme der Bericht „Verfolgt und vergessen?“, den KIRCHE IN NOT Anfang November herausgebracht habe.

Im Altarraum war die Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ aufgestellt. Das Original wurde von Papst Franziskus gesegnet und wird durch alle Diözesen Syriens gereicht.
Zum „Abend der Zeugen“ war der Innenraum des Frankfurter Kaiserdoms rot angestrahlt getaucht. Die rote Farbe symbolisiert das Blut der christlichen Märtyrer, die wegen ihres Glaubens getötet wurden.

 

Innenraum des Doms rot angestrahlt

Für diese bedrängten Glaubensgeschwister beteten die Anwesenden unter Leitung von Pater Martin Barta, dem Geistlichen Assistent von KIRCHE IN NOT International. Eine Gesangsgruppe von Mitarbeitern und Freunden des Hilfswerks umrahmte die Gebetsstunde musikalisch.

Die rot beleuchtete St-Mary’s-Kathedrale in Sydney.
Der „Abend der Zeugen“ in Frankfurt war Teil einer weltweiten Gebetsakation, die KIRCHE IN NOT ins Leben gerufen hat. Unter dem Namen „Rote Woche“ („Red Week“) macht das Hilfswerk auf die weltweite Christenverfolgung aufmerksam. Dazu werden öffentliche Gebäude rot beleuchtet.

 

Aktion „Rote Woche” von KIRCHE IN NOT

So wurden in diesem Jahr zum Beispiel 120 Gebäude in Großbritannien in rotes Licht getaucht, auf den Philippinen über 2000 Pfarrkirchen sowie die Kathedralen von Melbourne und Sydney in Australien.

Folgen werden am 27. November der Wiener Stephansdom und öffentliche Gebäude in der österreichischen Hauptstadt. Auch in Deutschland fanden in diesem Jahr bereits „Abend der Zeugen“ in München, Berlin, Neumarkt in der Oberpfalz und an weiteren Orten statt, bei denen Gebäude öffentlichkeitswirksam rot angestrahlt wurden.

Bitte helfen Sie

Um weiterhin der notleidenden Bevölkerung in Syrien und Ägypten helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder direkt online oder auf folgendes Spendenkonto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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