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Die Situation der Christen in Syrien und in Ägypten stand im Zentrum eines „Abends der Zeugen“, den KIRCHE IN NOT Deutschland am 22. November im Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main veranstaltete.

 

Erzbischof Joseph Tobji aus Aleppo (Syrien) sowie der koptische Erzdiakon Mina Ghattas berichteten über die herausfordernde Lage der Christen in Syrien und in Ägypten.

Erzbischof Joseph Tobji (rechts) berichtete beim „Abend der Zeugen“ über die Lage der Christen in Syrien. Links: Daniele Piccini von KIRCHE IN NOT.
Der maronitisch-katholische Erzbischof aus Aleppo fasste die Situation in seiner Gemeinde so zusammen: „Als wir verstanden haben, dass die Bomben keinen Teil der Stadt verschonen, haben wir uns unserem Schicksal ergeben.“

 

Die Sorge um die einfachsten Dinge des Alltags wie Strom und Wasser, der Einsatz um Hinterbliebene von Kriegsopfern und körperlich versehrte Menschen mache den Alltag zu einer ständigen Tortur. „Hier kennt man den wahrhaftigen Tod“, sagte Tobji.

Bischof Joseph Tobji in der zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo. Die Kirche wird derzeit wiederhergerichtet.
Neben Not, islamistischem Terror und der Frage nach dem „Warum“ habe er aber auch ermutigende Erfahrungen gemacht, so Tobji: Christen, die sich neu dem Glauben zugewandt haben, Menschen, die sich für ihre notleidenden Nachbarn engagieren oder pastorale Initiativen, die auch im Bombenhagel nicht eingestellt wurden. „Wir haben persönlich erfahren, dass alles vergeht. Nur Gott bleibt!“

 

Die über 100 Teilnehmer im Kaiserdom rief der Erzbischof auf, weiterhin für die Menschen in Syrien zu beten und ihnen zu helfen – zumal niemand wisse, wie sich die Lage im Norden des Landes entwickle.

Über 100 Gäste sind der Einladung von KIRCHE IN NOT in den Frankfurter Dom gefolgt. Er war im Innenraum rot beleuchtet. Die Farbe symbolisiert das Blut, das Märtyrer für ihren Glauben vergossen haben.
Den koptischen Christen Ägypten lieh Erzdiakon Mina Ghattas aus Wiesbaden seine Stimme. Die Kopten seien die letzte große christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten, würden aber von ihren Mitmenschen oft wie Bürger zweiter Klasse behandelt.

 

Kirchen in Ägypten niedergebrannt

Die Regierungsbehörden seien zum Beispiel von Anhängern der Muslimbrüder durchsetzt, auch gebe es widersprüchliche Aussagen führender islamischer Gelehrter zum Umgang mit den Christen. Immer wieder werden Anschläge auf sie verübt, so Ghattas.

„Vor kurzem wurden in Oberägypten zwei Kirchen niedergebrannt. Offiziell heißt es, es sei keine Brandstiftung gewesen.“ Auch den koptischen Christen gebe der Glaube und die weltweit erfahrende Gemeinschaft große Kraft.

Der koptische Erzdiakon Mina Ghattas berichtete über die Situation der Christen in Ägypten.
Diese Verbundenheit im Gebet und der Hilfe stellte auch Florian Ripka, der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, in seiner Ansprache heraus: „Sie zeigen mit Ihrer Teilnahme: Die verfolgten und notleidenden Christen sind nicht vergessen. Sie haben einen Platz in unseren Gedanken und unseren Gebeten!“

 

Lage für Christen in Südostasien hat sich verschlimmert

KIRCHE IN NOT erreichten beinahe täglich erschütternde Nachrichten: Christen litten unter einem fundamentalistischen Islamismus, aber auch unter autoritären Regimen und nationalistischen Bewegungen.

Dies gelte zum Beispiel für Südostasien, wo sich die Lage für Christen am meisten verschlimmert habe, so Ripka. Zu diesem Ergebnis komme der Bericht „Verfolgt und vergessen?“, den KIRCHE IN NOT Anfang November herausgebracht habe.

Im Altarraum war die Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ aufgestellt. Das Original wurde von Papst Franziskus gesegnet und wird durch alle Diözesen Syriens gereicht.
Zum „Abend der Zeugen“ war der Innenraum des Frankfurter Kaiserdoms rot angestrahlt getaucht. Die rote Farbe symbolisiert das Blut der christlichen Märtyrer, die wegen ihres Glaubens getötet wurden.

 

Innenraum des Doms rot angestrahlt

Für diese bedrängten Glaubensgeschwister beteten die Anwesenden unter Leitung von Pater Martin Barta, dem Geistlichen Assistent von KIRCHE IN NOT International. Eine Gesangsgruppe von Mitarbeitern und Freunden des Hilfswerks umrahmte die Gebetsstunde musikalisch.

Die rot beleuchtete St-Mary’s-Kathedrale in Sydney.
Der „Abend der Zeugen“ in Frankfurt war Teil einer weltweiten Gebetsakation, die KIRCHE IN NOT ins Leben gerufen hat. Unter dem Namen „Rote Woche“ („Red Week“) macht das Hilfswerk auf die weltweite Christenverfolgung aufmerksam. Dazu werden öffentliche Gebäude rot beleuchtet.

 

Aktion „Rote Woche” von KIRCHE IN NOT

So wurden in diesem Jahr zum Beispiel 120 Gebäude in Großbritannien in rotes Licht getaucht, auf den Philippinen über 2000 Pfarrkirchen sowie die Kathedralen von Melbourne und Sydney in Australien.

Folgen werden am 27. November der Wiener Stephansdom und öffentliche Gebäude in der österreichischen Hauptstadt. Auch in Deutschland fanden in diesem Jahr bereits „Abend der Zeugen“ in München, Berlin, Neumarkt in der Oberpfalz und an weiteren Orten statt, bei denen Gebäude öffentlichkeitswirksam rot angestrahlt wurden.

Bitte helfen Sie

Um weiterhin der notleidenden Bevölkerung in Syrien und Ägypten helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder direkt online oder auf folgendes Spendenkonto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Bei einem bewaffneten und vermutlich gezielten Überfall auf ein Auto eines Priesters sind in Syrien der Geistliche und dessen mitgereister Vater getötet worden. Ein weiterer Mitfahrer wurde verletzt, einem vierten Insassen gelang die Flucht.

 

Wie der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Marayati, gegenüber KIRCHE IN NOT berichtete, waren die vier Männer auf dem Weg in die Stadt Deir ez-Zor. Sie liegt rund 350 Kilometer östlich von Aleppo. Derzeit werden hier Häuser und auch die armenisch-katholische Kirche wieder aufgebaut.

Der armenisch-katholische Priester Hovsep Hanna Bedoyan bei einer Veranstaltung in seiner Pfarrei. Er wurde am 11. November 2019 kaltblütig in einem Auto in Syrien erschossen.
Kurz vor ihrem Ziel seien die Reisenden von zwei bewaffneten Personen auf einem Motorrad überholt worden, die sofort das Feuer eröffnet hätten. Pfarrer Hovsep Hanna Bedoyan (43) wurde so schwer verletzt, dass er auf dem Weg zum Krankenhaus starb. Sein Vater war sofort tot.

 

Priester starb auf dem Weg ins Krankenhaus

Die Untersuchungen des Vorfalls seien noch im Gange. Daher wisse man noch nicht, wer sie getötet habe, so der Erzbischof. Offenbar habe sich der IS aber zu dem Überfall bekannt.

„Sicher ist, dass Pfarrer Hovsep einen Priesterkragen trug und daher erkennbar war, ebenso sein Auto, das auf dem Heck die Aufschrift ,Armenisch-katholische Kirche‘ trug.“

Boutros Marayati, armenisch-katholischer Erzbischof von Aleppo.
So könne man davon ausgehen, dass der Geistliche wegen seines Priesteramts und aufgrund seines Beitrags zur Wiederherstellung der christlichen Präsenz in Deir ez-Zor getötet worden sei, vermutet Erzbischof Marayati.

 

Die Stadt im Osten Syriens ist seit Beginn des Krieges besonders umkämpft. Der IS eroberte Deir ez-Zor im Jahr 2014, erst drei Jahre später konnten syrische Streitkräfte die IS-Kämpfer vertreiben.

Blick auf ein zerstörtes Stadtviertel von Aleppo.
Der armenisch-katholische Priester Hovsep Hanna Bedoyan wurde in der Stadt Kamischli (Qamishli) im Nordosten Syriens beigesetzt. Die Stadt liegt in der Grenzregion zur Türkei und zum Irak. Hier komme es aufgrund der Kämpfe zwischen Türken und Kurden derzeit zu schweren Spannungen, sagt Erzbischof Marayati.

 

„Die Situation ist chaotisch”

„Die Situation ist chaotisch. Es sind Türken, Kurden, Amerikaner und Russen vor Ort. Die Christen haben große Angst. Bei jedem Gewaltausbruch entscheiden sich viele Familien für eine Auswanderung.“

Vor dem Krieg hätten 5000 armenische Katholiken in der Stadt gelebt, heute seien es nur noch etwa 2000. Von den einst fünf Kirchen seien noch zwei geöffnet.

Kinder aus Syrien bitten um Frieden in ihrem Heimatland.
Erzbischof Marayati appellierte im Gespräch mit KIRCHE IN NOT an die internationale Gemeinschaft: „Wir bitten nur darum, dass dieser Krieg aufhört. Aber das kann nicht geschehen, wenn Sie weiterhin den Terroristen helfen und Waffen nach Syrien schicken.“

 

An die Christen in der Welt gewandt sagte er: „Ich bitte Sie: Beten Sie für uns und unser Volk! Wir durchleben eine extrem schwierige Zeit.“

Bitte helfen Sie

Um weiterhin der notleidenden Bevölkerung in Syrien helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder direkt online oder auf folgendes Spendenkonto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
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Verwendungszweck: Syrien

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