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Südsudan

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„Das größte Geschenk, das die lang ersehnte Begegnung zwischen dem Präsidenten des Südsudan und dem Anführer der Rebellen hervorbringen könnte, wäre ein dauerhafter Frieden.“

Dies sagte Weihbischof Daniel Adwok anlässlich der laufenden Gespräche der Bürgerkriegsparteien in dem ostafrikanischen Land. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge haben Präsident Salva Kiir Mayardit und Rebellenchef Riek Machar, der frühere Vizepräsident, mittlerweile ein Friedensabkommen unterzeichnet, das bereits am 30. Juni in Kraft treten soll.

Erst am 22. Juni war der Dialog für gescheitert erklärt worden. Vorangehende Waffenruhen hielten meist nur wenige Stunden.
In einem Flüchtlingscamp nahe der sudanesischen Stadt Kusti.
Wasserstelle in einem Flüchtlingscamp für Südsudanesen im Sudan.

„Ein Friedensabkommen würde es den Vertriebenen ermöglichen, nach Hause zurückzukehren und in Würde zu leben, anstatt in Flüchtlingslagern auszuharren, in denen sie so viel Not leiden“, sagte Adwok.

Jeder Dritte im Südsudan ist auf der Flucht

Der Weihbischof koordiniert von der sudanesischen Hauptstadt Khartum aus die Versorgung der Menschen, die vor dem bewaffneten Konflikt im Süden geflohen sind. Aktuellen Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks zufolge ist im Südsudan jeder Dritte auf der Flucht – über vier Millionen Menschen.

Allein 200 000 Flüchtlinge hielten sich in neun Flüchtlingscamps nahe der Stadt Kusti im Grenzgebiet zum Südsudan auf, teilte Weihbischof Adwok mit.

Viele Menschen dort hätten nicht einmal eine Plastikplane als provisorisches Dach über dem Kopf. Lebensmittel seien stark rationiert; das führe zu Unterernährung und Krankheiten. „Die Lebensmittel reichen nicht. Viele Flüchtlinge bekommen nur eine kleine Mahlzeit am Tag“, sagte Adwok.

Zugang zu Flüchtlingscamp verweigert

Erschwerend komme hinzu, dass die Regierung des Sudan humanitären Hilfswerken den direkten Zugang zu den Flüchtlingscamps verweigere. Die Kirche findet dennoch einen Weg: Zwei Ordensschwestern und drei Priester leisten geistlichen wie materiellen Beistand.

KIRCHE IN NOT unterstützt ihre Arbeit, die für die Flüchtlinge lebensnotwendig sei, so der Weihbischof: „Die Menschen brauchen dringend Hilfe.”

Weihbischof Daniel Adwok aus dem Sudan.

2011 hatte der Südsudan seine Unabhängigkeit ausgerufen. Viele Bewohner erhofften dadurch eine stärkere Beachtung ihrer religiösen und ethnischen Rechte. Die Mehrheit der Bewohner des Südsudan sind Christen, während im Sudan die Muslime überwiegen.

Die Hoffnungen auf eine friedliche Entwicklung erfüllten sich nicht: Seit fünf Jahren tobt im Südsudan ein Bürgerkrieg, dessen Ursachen unter anderem in ethnischen Konflikten liegen. Über 50 000 Menschen haben bei den Kämpfen bislang ihr Leben verloren.

Helfen Sie den Flüchtlingen im Sudan und Südsudan

Um weiterhin die Nothilfe für Flüchtlinge aufrechterhalten und die Arbeit der Kirche im Südsudan unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden.

Zu einem Gebets- und Fasttag für den Frieden in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan ruft Papst Franziskus für Freitag, 23. Februar, auf. Der Pontifex hat darüber hinaus auch Angehörige anderer Konfessionen und Nichtchristen aufgerufen, sich der Initiative anzuschließen – in der Form, die sie am geeignetsten halten.

In den beiden Ländern ist die Dankbarkeit für diese Geste der Solidarität groß.

„Papst Franziskus kennt die tragische Situation gut, in der sich unsere beiden Länder befinden“, sagte der Bischof der Diözese Kikwit im Westen der Demokratischen Republik Kongo, Timothée Bodika Mansiyai, gegenüber KIRCHE IN NOT. „Papst Franziskus kann leider momentan nicht persönlich kommen. Aber er begleitet uns geistig“, so Bodika.
Frau mit Kind in der Demokratischen Republik Kongo.
Kind in einem Flüchtlingslager in der Demokratischen Republik Kongo.
Flüchtlingstreck aus dem Südsudan.

In der Demokratischen Republik Kongo hat der Kampf um die Bodenschätze im Osten des Landes zu einem seit über zehn Jahre andauernden Bürgerkrieg geführt. Auch in der zentralen Region Kasai gibt es blutige Auseinandersetzungen.

Und als wäre das noch nicht genug, kommt es nun aufgrund der für Ende 2017 angekündigten, aber immer wieder aufgeschobenen Präsidentenwahlen zu Unruhen im ganzen Land. Bei Protesten hatten auch katholische Laienorganisationen mitgewirkt. Regierungstruppen hatten das Feuer auf die Demonstranten eröffnet.

„Bekehrung von uns allen und der Regierenden”

Er hoffe, dass durch Gebet und Fasten eine Bekehrung „von uns allen, aber auch der Regierenden“ erreicht werden könne, erklärte Bodika. „Die Politiker haben vergessen, dass ihre Arbeit dem Dienst an der Nation und nicht an einigen wenigen gelten sollte.“

Derweil schreie das kongolesische Volk „vor Schmerz“. Allein in seiner Diözese Kikwit ist die Zahl der Vertrieben auf über 30 000 Menschen gestiegen. Da staatliche Hilfe weitgehend ausfalle, müsse die Kirche die Binnenflüchtlinge versorgen. „Aber wir haben nur beschränkte Finanzmittel“, sagte der Bischof. „Alle unsere Aufrufe, die Krise wirksam zu bewältigen, wurden von den Behörden und der Weltgemeinschaft bislang nicht erhört.“

Vorrückendes Militär in der Demokratischen Republik Kongo.
„Im Südsudan herrscht der Terrror“

Auch im Südsudan sind hunderttausende Menschen vor dem Krieg geflohen, der seit 2013 tobt. Das Land hatte erst 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt.

„Im Südsudan herrscht der Terrror“, bringt es Weihbischof Daniel Adwok aus der sudanesischen Hauptstadt Khartum auf den Punkt. „Rebellen, Regierung und Opposition streiten um die Macht, um Ämter – ohne Rücksicht auf die einfache Bevölkerung.“ Viele Menschen suchen deshalb Zuflucht im Sudan. Die humanitäre Situation ist angespannt. Nicht einmal die Zahl der Todesopfer im Südsudan sei bekannt, so Adwok. „Niemand zählt sie. Sie waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.“

Er begegne immer wieder Menschen, die ihm grausame Geschichten erzählten. Zum Beispiel von „alten Menschen, die nicht schnell genug aus ihren Häusern fliehen konnten. Sie wurden an Ort und Stelle ermordet.“

Solidarität mit den Menschen im Südsudan

Dem Weihbischof ist es ein Anliegen, dass am 23. Februar nicht nur um Frieden im Südsudan gebetet wird. Auch die jungen Menschen sollten Solidarität und Aufmerksamkeit erfahren.

„Die meisten von ihnen sind arbeitslos. Viele sind Waisenkinder. Sie fühlen sich allein und suchen billigen Trost. Das treibt sie in die Arme von gewalttätigen Gruppen.“

So können Sie helfen

KIRCHE IN NOT steht den notleidenden Christen in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan zur Seite.

Wir fördern zum Beispiel die kirchliche Flüchtlingsarbeit, unterstützt die Ausbildung und den Lebensunterhalt von Priestern, den Wiederaufbau und Neubau von Kirchen und Gemeindezentren sowie die seelsorgerische Arbeit, besonders mit Familien und Kriegsopfern.

Um weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden