Länderbericht Mosambik

Pater Antonio Gasolina, Pfarrer in Netia im Norden Mosambiks.

Pater Antonio Gasolina, Pfarrer in Netia im Norden Mosambiks.

Einwohner:
23,4 Millionen

Fläche:
801 590 qkm (mehr als doppelt so groß wie Deutschland)

Religion:
Christen: 52,5 Prozent
Animisten: 30,3 Prozent
Muslime: 16,6 Prozent
Sonstige: 0,6 Prozent

Die Regierung achtet die Religionsfreiheit, die in der Verfassung verankert ist. Der Staat bezeichnet sich selbst als sekular und gewährt keiner Religion Sonderrechte. Den politischen Parteien sind jegliche Verbindungen zu religiösen Glaubensüberzeugungen oder direkte Hinweise zu religiösen Prinzipien verboten. In den staatlichen Schulen ist, im Gegensatz zu den Privatschulen, jegliche religiöse Unterweisungen verboten.

Religiöse Gruppierungen und Missionsgesellschaften müssen eine Registrierung beantragen, bei der sie ihre finanziellen Ressourcen und die Namen von mindestens 500 Mitgliedern angeben müssen. Es gibt keine Berichte darüber, dass die Behörden bisher eine Registrierung untersagt hätten. Religiösen Organisationen ist es auch gestattet, eigenes Vermögen zu besitzen und Schulen zu unterhalten.

Die Katholische Kirche unterhält 66 Kindergärten, 310 Grundschulen, 53 weiterführende Schulen mit über 21 000 Schülern sowie eine Universität. Missionare benötigen, wie alle anderen ausländischen Bürger auch, eine Aufenthaltsgenehmigung. Es gibt aber keine Berichte darüber, dass die Behörden ihre Arbeit behindern würden. Mit 70 Krankenhäusern, 12 Heimen, 33 Weisenhäusern und 43 Kindertagesstätten sind die Katholiken auf dem sozialen Sektor sehr aktiv.

Sowohl die Katholische Kirche als auch islamische Gruppen liegen mit der Regierung immer noch im Rechtsstreit über das nach der Unabhängigkeit vom Staat konfiszierte Eigentum. Die lokalen Bischöfe beklagen weiterhin, dass die Regierung immer noch verschiedene Gebäude besetze, die sie der Kirche in den Provinzen von Inhambane, Maputo, Beira, Chimoio, Pemba, Nampula, Niassa und Sambesia weggenommen hatte und sie fordern deren Rückgabe.

Zurzeit verwendet der Staat dieses Eigentum als Schulen und für andere soziale Aktivitäten.

Quellen
Fides News Agency
MISNA – www.misna.org
www.politicalresources.net
U.S. Department of State, Annual Report on International Religious Freedom, ed. 2009; ed. 2010

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2010. Stand: 2011)

4.Sep 2009 14:50 · aktualisiert: 26.Sep 2012 11:23
KIN / S. Stein