Spenden
Madagaskar: „Das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen ist gut“

Madagaskar: „Das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen ist gut“

Kardinal beklagt Korruption und warnt vor Radikalisierung

02.08.2022 aktuelles
Désiré Kardinal Tsarahazana, Erzbischof von Toamasina auf Madagaskar, sieht das Zusammenleben der Religionen im Inselstaat als Hoffnungszeichen für sein Land. „Wir haben bisher keine religiöse Gewalt erlebt. Das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen ist gut“, betonte der Kardinal in einem Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Auf Madagaskar sind rund 60 Prozent der etwa 28 Millionen Einwohner Christen, gut 38 Prozent gehören traditionellen afrikanischen Religionen an, rund zwei Prozent sind Muslime.

 

In jüngerer Zeit seien jedoch verstärkt Moscheen gebaut worden – wohl finanziert aus dem Ausland, erklärte Kardinal Tsarahazana. Das nähre die Befürchtung, dass radikale Muslime Fuß fassen könnten, wie dies auch in zahlreichen anderen afrikanischen Ländern geschehen sei, in denen es Gewalt gegen Christen gibt.

Désiré Kardinal Tsarahazana, Erzbischof von Toamasina (Madagaskar), bei einem Besuch in der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ (ACN). © KIRCHE IN NOT
„Viele Menschen wollen in die Politik gehen, um so schnell wie möglich reich zu werden“

 

Die Gesellschaft Madagaskars sieht der Kardinal von großen Gegensätzen geprägt: „Wir haben viele Ressourcen, aber das Land ist im Verfall begriffen.“ Das größte Problem sei die allgegenwärtige Korruption: „Viele Menschen wollen in die Politik gehen, um so schnell wie möglich reich zu werden“. Auch fehle es an guten Bildungsmöglichkeiten, was Madagaskar wirtschaftlich und sozial schwäche. Naturkatastrophen hätten die Armut der Bevölkerung weiter verschlimmert. Allerdings hätten die Diözesen in den Landesteilen, die weniger von Wirbelstürmen und Überschwemmungen heimgesucht worden seien, die Menschen in den stark betroffenen Gebieten unterstützt; es gebe eine große Solidarität, betonte Kardinal Tsarahazana.

 

Der Besuch von Papst Franziskus auf Madagaskar 2019 sei vielen Menschen noch sehr präsent: „Der Besuch des Papstes war eine Ermutigung, unsere Hoffnung neu zu entfachen.“ Hoffnung schenke auch die Hilfe aus dem Ausland. „Kirche in Not“ habe zum Beispiel zahlreiche Fahrzeuge finanziert, um Menschen in weit abgelegenen Gebieten zu erreichen. Oft seien Priester und Katecheten bis zu drei Tage zu Fuß dorthin unterwegs gewesen. Das Hilfswerk habe auch beim Aufbau einer katholischen Radiostation geholfen, sagte der Kardinal und dankte den Wohltätern von „Kirche in Not“: „Durch ihren Glauben und ihre Hilfe konnten wir unseren eigenen Glauben aufrechterhalten.“

Kinder in einer katholischen Schule auf Madagaskar. © KIRCHE IN NOT
Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche auf Madagaskar mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT

LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Madagaskar

Bischof George Varkey aus Madagaskar dankt KIRCHE IN NOT für Projekthilfe

Weitere Informationen