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Demokratische Republik Kongo: Corona-Virus bedroht kirchlichen Einsatz

Demokratische Republik Kongo: Corona-Virus bedroht kirchlichen Einsatz

KIRCHE IN NOT leistet Nothilfen für Ordensfrauen und Priester

01.07.2020 aktuelles
Lohnausfälle bei ohnehin schon geringem Einkommen, ausbleibende Unterstützung durch die Gläubigen, dazu die politisch unruhige Situation: Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen bringen nicht nur die kirchlichen Mitarbeiter in der Demokratischen Republik Kongo in lebensbedrohliche Not.

 

Sie gefährden auch den karitativen und pastoralen Einsatz – für viele Menschen sind die kirchlichen Einrichtungen die einzige Anlaufstelle in der Not.

Zusätzlich zur Unterstützung, die KIRCHE IN NOT bereits Priestern und Seminaristen zukommen lässt, hat unser Hilfswerk nun Existenzhilfen für rund 70 Schwesterngemeinschaften in der im Osten des Landes gelegenen Kirchenprovinz Bukavu auf den Weg gebracht.

Trappisten-Schwestern aus der Demokratischen Republik Kongo.
Ende Juni waren in der Demokratischen Republik Kongo rund 7000 COVID-19-Fälle sowie 130 Tote erfasst. Mit Ausbruch der Pandemie wurde das Leben der Ordensfrauen in der Region Bukavu an der Grenze zu Ruanda zu einem Albtraum. Bereits unter normalen Umständen ist die Situation extrem schwierig.

 

Ethnische Konflikte in der Region Bukavu

Bukavu ist von ethnischen Konflikten gebeutelt. Es kommt zu bewaffneten Übergriffen; Entführungen und Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Die Ordensfrauen in der Region versuchen zu überleben, indem sie Religionsunterricht erteilen und als Lehrerinnen oder Krankenschwestern arbeiten.

Doch die Corona-Beschränkungen haben viele Einnahmequellen versiegen lassen und die Schwestern in eine prekäre Lage gebracht.

Schwestern der „Töchter der Auferstehung“ aus der Region Bukavu in der Demokratischen Republik Kongo.
Hinzu kommt, dass das medizinische Personal, zu dem zahlreiche Ordensfrauen gehören, abhängig von der Anzahl der behandelten Patienten bezahlt wird. Aus Angst, sich dort mit dem Coronavirus anzustecken, gehen die Menschen im Moment nur widerwillig ins Krankenhaus.

 

Da die Schulen geschlossen sind, erhalten auch die Lehrerinnen unter den Ordensfrauen keinen Lohn – sie werden normalerweise von den Schulgebühren bezahlt. Durch alle diese Umstände ist es für die Schwestern zu einem drastischen Rückgang oder sogar totalen Ausfall ihrer Einkünfte gekommen.

Straßenszene in der Demokratische Republik Kongo (Foto: Emeric Fohlen/KIRCHE IN NOT).
Um den Schwestern in dieser angespannten Situation beizustehen, hat KIRCHE IN NOT beschlossen, 69 Schwesterngemeinschaften aus sechs verschiedenen Kongregationen zu unterstützen, die in der Kirchenprovinz Bukavu mit ihren sechs Diözesen tätig sind. Insgesamt kommt die Hilfe rund 500 Ordensfrauen zugute.

 

Ordensfrauen bleiben trotz schwieriger Lage vor Ort

„Es ist unsere Pflicht, diesen Ordensschwestern gerade jetzt Trost zukommen zu lassen – einen Trost, den sie zugunsten der Menschen vervielfältigen werden, die noch weniger haben als sie selbst“, erklärte Christine du Coudray, eine der Afrika-Projektreferentinnen von KIRCHE IN NOT.

„Während die Nichtregierungsorganisationen aufgrund der Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo das Land verlassen haben, sind die Kirche und insbesondere die Ordensfrauen vor Ort geblieben“, so die Referentin.

Junger Priester aus der Demokratischen Republik Kongo (Foto: Emeric Fohlen/KIRCHE IN NOT).
Die Hilfeleistung für die Schwestern ist eine zusätzliche Unterstützung, nachdem KIRCHE IN NOT zu Beginn der Krise bereits mittellose Priester in verschiedenen Diözesen des Landes durch Mess-Stipendien unterstützt hat.

 

Arbeitslosenquote liegt bei rund 96 Prozent

Ohne die sonntäglichen Kollekten, die durch die Aussetzung der Pastoral- und Gemeindearbeit wegfallen, sind zahlreiche Priester nicht in der Lage, allein für ihren Lebensunterhalt zu sorgen oder ihre seelsorgerischen Aufgaben zu erfüllen.

„Jetzt, da ihre Gemeindemitglieder durch den Lockdown zu Hause bleiben müssen, ist das Leben für alle Menschen noch schwieriger geworden. Die meisten Menschen leiden unter Arbeitslosigkeit (die Rate liegt bei etwa 96 Prozent) und müssen sich von Tag zu Tag durchschlagen“, schreibt Bischof Bernard Emmanuel Kasanda Mulenga aus der Diözese Mbujimayi an KIRCHE IN NOT. In seinem Bistum hat unser Hilfswerk Mess-Stipendien an rund 300 Priester weitergeleitet.

Christine du Coudray, Afrika-Referentin bei KIRCHE IN NOT, und Bernard Emmanuel Kasanda Mulenga, Bischof von Mbujimayi in der Demokratischen Republik Kongo (Foto: Emeric Fohlen/KIRCHE IN NOT).
Ebenso kamen Mess-Stipendien den 25 Priestern der Ordensgemeinschaft der Arbeitermissionare zugute. Das sei eine „große Erleichterung“, schreibt einer der Begünstigten, Pater Alain Mwila Wa Ilunga. Er habe beschlossen, diese Gaben „mit den ärmsten Menschen und den mittellosen Kranken zu teilen, damit sie täglich Brot zu essen haben“.

 

„Mess-Stipendien sind eine große Erleichterung”

Der Novizenmeister des Ordens, Pater Clément Mwehu Muteba, freute sich ebenfalls über diese finanzielle Unterstützung. Sie ermöglicht es ihm, Benzin zu kaufen, damit er in das Dorf fahren kann, das er seelsorgerisch betreut. Dank der Mess-Stipendien könne er auch „einige Bögen Papier kaufen, die für die Ausbildung der Jugendlichen benötigt werden“, um die er sich kümmert.

Luftbildaufnahme eines Stadtteils von Mbujimayi in der Demokratischen Republik Kongo (Foto: Emeric Fohlen/KIRCHE IN NOT).
Auch 40 Priestern der Diözese Kilwa-Kasenga kamen Mess-Stipendien zugute. Dadurch „können wir leben, und es ermöglicht uns, das Leben tausender Gläubiger zu sichern“, erläutert André Mpundu. Er ist Vikar in Kasenga und erzählt, wie eine 80-jährige ehemalige Mesnerin sich bei ihm für seinen Besuch bedankte.

 

„Wenn Sie mit Christus kommen, ist meine Freude riesengroß”

Sie vertraute ihm an: „Zu mir kommt regelmäßig ein Krankenpfleger, doch wenn Sie mit Christus kommen, damit ich die Kommunion empfangen kann, ist meine Freude riesengroß.“ Er bekomme zahlreicher solcher Aussagen zu hören, erzählt Mpundu: „Das ist sehr ermutigend für meinen Dienst als Priester.“

Um Priester und Ordensfrauen in der Demokratischen Republik Kongo währen der Corona-Pandemie weiterhin beistehen zu können, bitten wir um Spenden – entweder online oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Demokratische Republik Kongo

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