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Nigeria: Vier Priesterseminaristen entführt

Nigeria: Vier Priesterseminaristen entführt

13.01.2020 aktuelles
KIRCHE IN NOT reagiert bestürzt auf die Nachricht über die Entführung von vier jungen Priesteramtskandidaten in Nigeria. Nach lokalen Quellen ereignete sich der Vorfall bereits am 8. Januar 2020 im Priesterseminar „Good Shepherd“ (Guter Hirte) in der nordnigerianischen Stadt Kaduna.

 

Kurz nach 22:30 Uhr überwanden die Entführer den Zaun um den Wohntrakt der Seminaristen und drangen in das Gebäude ein. Sie schossen um sich, entwendeten Wertsachen und brachten vier Seminaristen in ihre Gewalt.

Entführte Seminaristen aus Kaduna.
Bei den Entführten handelt es sich um die Studenten Pius Kanwai (19 Jahre), Peter Umenukor (23), Stephen Amos (23) und Michael Nnadi (18). Sie stammen aus verschiedenen nordnigerianischen Diözesen und befanden sich am Beginn ihres Studiums.

 

Kein Lebenszeichen von entführten Seminaristen

Seit der Entführung gibt es kein Lebenszeichen von ihnen, ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Auch über die Identität und die Hintergründe der Entführer liegen bislang keine Informationen vor. Die Entführung scheint jedoch keinen direkten religiösen Hintergrund zu haben.

Die Sicherheitslage im sogenannten „Middle Belt“ Nigerias, zu dem auch Kaduna gehört, ist ohnehin wegen zahlreicher Übergriffe von Angehörigen des Nomadenstammes der Fulani auf mehrheitlich christliche Dörfer prekär. Unzählige Menschen sind auf der Flucht. Im Nordosten des Landes treibt weiterhin die islamistische Terrorgruppe „Boko Haram“ ihr Unwesen.

Gräber von Opfern nach einem Überfall auf eine Pfarrei in der Diözese Kaduna.
Der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern, zeigte sich entsetzt: „Die Entführung unschuldiger junger Priesteramtskandidaten ist ein grausamer Akt.

 

„Ein grausamer Akt”

Wir appellieren an das Gewissen der Entführer, die jungen Männer freizulassen. Wir bitten gleichzeitig die Öffentlichkeit, sich unseren Gebeten anzuschließen, damit die vier Seminaristen bald unverletzt freikommen.“

Er erinnerte auch an die Familien der Entführten und die übrigen rund 270 Studenten und Lehrer des Priesterseminars in Kaduna. „Sie machen eine schreckliche Zeit durch. Nigerias Christen gehen seit Jahren durch die Hölle, aber ihr Glaube wankt nicht“, sagte Heine-Geldern.

Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT.
Die Regierung Nigerias müsse dringend etwas unternehmen, um Leben und Eigentum der Menschen zu schützen. Sonst könne eine neue Eskalation drohen, so Heine-Geldern.

 

„Die Entführungen und Morde erinnern mich an die Situation im Irak vor der Invasion der Truppen des sogenannten ,Islamischen Staates῾. Schon damals wurden dort Christen entführt, beraubt und umgebracht, weil es keinerlei staatlichen Schutz gab. Dieses Schicksal muss den Christen Nigerias erspart bleiben. Die Regierung muss handeln, bevor es zu spät ist.“

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