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Thomas Heine-Geldern

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„Der neue Gedenktag für die Opfer religiöser Verfolgung ist ein wichtiger Schritt, um verfolgten Christen künftig mehr Gehör zu verschaffen“, resümiert Dr. Thomas Heine-Geldern.

 

Der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT zeigt sich zufrieden, dass 2019 der 22. August erstmals als „Internationaler Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalt aufgrund von Religion oder Glauben“ begangen werden kann. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte im Mai eine entsprechende Resolution verabschiedet.

Die Anwältin und Autorin Ewelina Ochab ergriff im September 2017 nach einer von KIRCHE IN NOT veranstalteten internationalen Konferenz in Rom die Initiative, um die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf Verletzungen der Religionsfreiheit zu lenken.

Trauer und Entsetzen bei der Beisetzung der Opfer eines Anschlags auf eine Kirche am 12. Mai in Burkina Faso.
Albert Malcolm Kardinal Ranjith, Erzbischof von Colombo, tröstet einen Mann, der einen Angehörigen bei den Anschlägen an Ostern 2019 in Sri Lanka verloren hat (Foto: Roshan Pradeep & T Sunil).
Seitdem sprach sie auf vielen Konferenzen, um ein Netzwerk aus Unterstützern zu bilden. Der Resolutionsvorschlag wurde schließlich von Polen in die UN-Vollversammlung eingebracht. Die USA, Kanada, Brasilien, Ägypten, Irak, Jordanien, Nigeria und Pakistan hatten den Vorschlag unterstützt. „Es war ein langer Prozess mit vielen Beteiligten, aber KIRCHE IN NOT war die Inspiration dafür“, sagte Ochab.

 

„Christen am stärksten verfolgt”

„Als Organisation, die sich seit über 70 Jahren für notleidende Christen einsetzt, freuen wir uns von KIRCHE IN NOT sehr, dass die Vereinten Nationen diesen Tag anerkannt haben. Das war ein überfälliger Schritt“, sagte Heine-Geldern. „Allen Glaubensgemeinschaften widerfährt regelmäßig Gewalt. Doch internationale Berichte zur Religionsfreiheit bestätigen leider immer wieder, dass Christen am stärksten verfolgt werden.“

Dr. Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT.(Foto: Wlodzimierz Redzioch).
Allein in den letzten fünf Jahren habe es zwei Fälle von Völkermord an religiösen Minderheiten gegeben: im Irak und in Syrien durch die Truppen des sogenannten „Islamischen Staates“ an Christen, Jesiden und anderen religiösen Gruppen sowie an der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar. Hinzu kämen die systematisch organisierten Gräueltaten, denen zunehmend insbesondere Christen in Afrika zum Opfer fallen, so Heine-Geldern.

 

Völkermord an religiösen Minderheiten

Der Präsident von KIRCHE IN NOT sieht den neuen Gedenktag als wichtigen Meilenstein, der aber nur ein erster Schritt sein dürfe: „Der 22. August darf nicht Selbstzweck sein, sondern muss einen Prozess anstoßen, der die internationale Gemeinschaft zu einem koordinierten Aktionsplan bewegt, um religiöse Verfolgung zu beenden und künftig zu verhindern.

- Dr. Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT.
Es ist eigentlich die Pflicht der Vereinten Nationen, der Regierungen und politischen Akteure dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit Geltung zu verschaffen. Dem symbolischen Tag müssen jetzt Taten folgen.“
Eine von Boko Haram zerstörte Kirche in Nigeria.
Ein notwendiges Instrument sei unter anderem die Einrichtung einer UN-Plattform, um den Austausch mit Vertretern der verfolgten religiösen Gruppen zu fördern, erklärte Heine-Geldern. Zudem müssten die Vereinten Nationen auf die Einrichtung eines internationalen Tribunals für Gewaltakte hinarbeiten, die sich gegen Gläubige richten.
KIRCHE IN NOT ist Träger des „Path-to-Peace-“(„Pfad-zum-Frieden“)-Preises 2019. Die internationale Auszeichnung wurde am  22. Mai in New York an den Geschäftsführenden Präsidenten von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern, verliehen.

Die Stiftung „Path to Peace“, die die Arbeit des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen unterstützt und Projekte in Entwicklungsländer finanziert, ehrte unser Hilfswerk als „führende Organisation weltweit, die ein Sprachrohr für Christen ist, die Verfolgung erleiden“.

Erzbischof Bernardito Auza, der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen und Präsident der Stiftung „Path to Peace“, bezeichnete KIRCHE IN NOT bei der Preisverleihung als „eine Stimme, die in der Wüste ruft und den Christen eine Stimme gibt, die um Hilfe schreien“.

Der Path-to-Peace-Preis wurde an KIRCHE IN NOT verliehen (Foto: Joe Vericker/photobureau.com)
Der Einsatz des Heiligen Stuhls für die Religionsfreiheit bei den Vereinten Nationen seien ohne „die konstante und hervorragende Zusammenarbeit mit KIRCHE IN NOT“ nicht möglich, so Auza.

Die alle zwei Jahre erscheinende Studie „Religionsfreiheit weltweit“ und weitere Publikationen des Hilfswerks seien „die besten Berichte, die es gibt, um die Verwüstungen durch Christenfeindlichkeit und den Status der Religionsfreiheit in 196 Ländern zu beschreiben. Die Wichtigkeit der Informationen, die diese Berichte liefern, kann nicht genug betont werden“, erklärte der Erzbischof.

„Konstante und hervorragende Zusammenarbeit”

Noch wichtiger sei aber der Einsatz von KIRCHE IN NOT vor Ort. Erzbischof Auza, der selbst als junger Priester ein Stipendium des Hilfswerks für weiterführende Studien in Rom erhielt, hob besonders die Arbeit von KIRCHE IN NOT in der irakischen Ninive-Ebene hin.

Dort strebe KIRCHE IN NOT „mit einer Art ,Marshall-Plan‛ für den Wiederaufbau von Häusern, öffentlichen Einrichtungen und Kirchen die Wiederbelebung dieser Region nach der Zerstörung durch den IS“ an.

Der geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Thomas Heine-Geldern, nimmt den Preis von Erzbischof Bernardito Auza entgegen (Joe Vericker/photobureu.com).
In seiner Dankesrede erklärte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern, dass die Auszeichnung „jenen Christen zusteht, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt, unterdrückt oder zum Schweigen gebracht werden“.

Heine-Geldern wies exemplarisch auf das Leiden vieler Christen an aktuellen Brennpunkten wie Sri Lanka, Pakistan, Nigeria, Burkina Faso, der Zentralafrikanischen Republik und im Nahen Osten hin.

„Geistliche Unterstützung und humanitäre Hilfe”

Die Antwort von KIRCHE IN NOT auf diese Verfolgung seien Hilfsprogramme, die „geistliche Unterstützung, humanitäre Hilfe, Traumatherapie und interreligiösen Dialog mit einschließen“.

Ohne die unermüdliche Unterstützung der Wohltäter sei die Arbeit von KIRCHE IN NOT nicht möglich. „Unsere Spender sind das Fundament, auf dem wir Brücken des Glaubens, der Hoffnung und der Nächstenliebe bauen, um die verfolgte Kirche zu unterstützen“, erklärte Heine-Geldern.

Thomas Heine-Geldern bei der Dankesrede (Foto: Joe Vericker/photobureau.com).
Krisenhilfe, Friedensarbeit und der Einsatz für Menschenrechte gehörten zusammen. Es liege in der Verantwortung aller Nationen und Nichtregierungsorganisationen, das Recht jedes Menschen auf Religionsfreiheit zu schützen, so Heine-Geldern.

„Wir dürfen den Kampf um die uneingeschränkte Durchsetzung dieses Grundrechts, das untrennbar mit der Würde jedes Menschen verbunden ist, nicht aufgeben“, sagte er.

Dabei liege die schwierigste Arbeit jedoch nicht in der Hilfeleistung, erklärte Heine-Geldern: „Es sind mutige Bischöfe, Priester, Ordensleute und engagierte Laien, die in vorderster Front mit den Gläubigen stehen und mit Verfolgung und Hass konfrontiert sind. Als Diener des Friedens bleiben sie bei ihrem Volk. Ihnen widme ich diese Auszeichnung.“

Wer ist „Path to Peace”?

Die Stiftung „Path to Peace“ existiert seit 1991 mit dem Zweck, die „Mission des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen“ zu fördern.

Vorsitzender ist der jeweilige Gesandte des Papstes am Sitz der Vereinten Nationen – ein Amt, das 1964 eingerichtet wurde. Die Stiftung verlieht einmal jährlich den „Path to Peace Award“.

Frühere Preisträger waren unter anderem Königin Sophia von Spanien, Großherzog Henri von Luxemburg und der Päpstliche Nuntius in Syrien, Mario Kardinal Zenari.

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21.08.2019 aktuelles