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„Wo Verfolgung ist, gibt es auch Glauben“

„Wo Verfolgung ist, gibt es auch Glauben“

KIRCHE IN NOT beging „Roten Mittwoch“ in Neumarkt

26.11.2020 aktuelles
Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT initiiert seit einigen Jahren die Aktion „Red Wednesday“ („Roter Mittwoch“), um auf verfolgte Christen weltweit aufmerksam zu machen. Kennzeichen ist die rote Beleuchtung öffentlicher Gebäude und Kirchen. „In Rio de Janeiro wird die Christusstatue rot erleuchtet, ebenso wichtige Gebäude in Wien, Bratislava, auf den Philippinen, in Prag, London, Basel – und in Neumarkt“, erklärte der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka, bei einer ökumenischen Andacht in der Münsterkirche St. Johannes der oberpfälzischen Kreisstadt.

 

Ein ökumenisches Bündnis organisiert dort seit Jahren gemeinsame Aktionen, um auf Christenverfolgung hinzuweisen. So wirkten auch beim Gottesdienst in St. Johannes römisch-katholische, evangelisch-lutherische, griechisch-katholische und orthodoxe Christen mit. Die Konfirmanden der evangelischen Gemeinde Neumarkt waren mit roten Kerzen zur Münsterkirche gezogen. Sie hatten sich im Vorfeld mit dem Thema Christenverfolgung beschäftigt und stellen in einer „Sprechmotette“ ihre Eindrücke vor.

Die rot beleuchtete Münsterkirche St. Johannes in Neumarkt i. d. Oberpfalz © KIRCHE IN NOT
„Christliche Antwort“ auf Gewalt geben

In seiner Ansprache unterstrich Florian Ripka anhand aktueller Brennpunkte, dass „Christenverfolgung seit den Tagen Jesu“ stattfindet: In den Ländern der afrikanischen Sahelzone würde das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslime durch islamistische Übergriffe aus dem Gleichgewicht gebracht. Auch im asiatischen Raum breite sich der Terror immer weiter aus, doch auch unter autoritären Regimen wie China hätten viele Christen zu leiden. Im Nahen Osten stehe das Christentum infolge von Kriegen, anhaltender Terrorgefahr und wirtschaftlicher Misere sogar vor dem Aus.

 

Auch in Europa gäbe es beunruhigende Tendenzen, sagte Ripka: „Es ist beschämend und schockierend, dass der Vandalismus auf Gotteshäuser zunimmt. Es ist unverantwortlich wenn unter einer falsch verstandenen Meinungsfreiheit Symbole des Glaubens in den Schmutz gezogen werden.“ Es gelte auf solche Entwicklungen eine „christliche Antwort“ zu geben: „Und die kann nicht in Aggressionen und dem Aufhetzen von religiösen Gruppen bestehen“, machte Ripka deutlich.

Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, bei seiner Ansprache. ©KIRCHE IN NOT

Es war zu viel, dass ein Christ den Mund öffnete“

Auch Kiro Khalil, koptisch-orthodoxer Christ aus Ägypten, hat Hass und Traurigkeit hinter sich gelassen – auch wenn der Weg dahin für ihn sehr schwer war. Er berichtete in der gutbesuchten Münsterkirche von seinen Erlebnissen. Schon in seiner Kindheit in Alexandria habe er Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren. „Aber das war alles noch auszuhalten“, sagte Kahlil. Bis am Silvesterabend 2010 für den damals Zwanzigjährigen „das Leben auf den Kopf gestellt wurde“: Als er mit seiner Familie nach dem Gottesdienst die Kirche verließ, detonierte eine Autobombe. „Meine Mama, meine Schwester und meine Tante wurden getötet, eine andere Schwester schwerverletzt“, erzählt er. Heute sei sie an den Rollstuhl gefesselt.

 

Nach dem Attentat und einem ersten Aufenthalt in Deutschland sei er wieder in seine Heimat Ägypten zurückgekehrt, um sich für bedrängte und verfolgte Christen einzusetzen. „Aber es war zu viel, dass ein Christ den Mund öffnete“, sagte Khalil. Nach Morddrohungen kehrte er schließlich Ägypten den Rücken und fand Asyl in Deutschland. Heute habe er Mitleid mit den Attentätern und seinen Verfolgern: „Diese Leute brauchen das Gebet. Ich möchte gar nicht, dass Gott die Verfolgung von uns nimmt. Ich bin überzeugt: Wo es Verfolgung gibt, gibt es Glauben“, stellte Khalil fest.

Der ägyptische Christ Kiro Khalil bei seinem Zeugnis. © KIRCHE IN NOT
Der „Rote Mittwoch“ endete mit Fürbitten für verfolgte Christen und einer Kollekte für Projekte von KIRCHE IN NOT in Ägypten, vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit.
Um verfolgten und bedrängten Christen in Ägypten und weltweit beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Verfolgte Christen

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