Länderbericht Kenia

Fläche: 580 367 km²

Einwohner: 40,8 Millionen

Religionen:
Christen: 81,7 Prozent
Animisten: 9,3 Prozent
Muslime: 7, 1 Prozent
Sonstige 1,9 Prozent

Die Verfassung erkennt Religionsfreiheit an, und die Regierung schützt sie. Das Land hat jedoch eine Situation steigender Gewalt erlebt, wie aus einem Bericht über die grundlegenden Ursachen und Implikationen der gewalttätigen Ausschreitungen nach den Wahlen 2007-2008 hervorgeht, der vom Inter-Religious Forum in Auftrag gegeben worden war. Der Bericht kritisiert die Gewalt, die aus ungelösten politischen und sozialen Probleme erwachsen war, ebenso wie ihre politische Instrumentalisierung seitens mancher Leader, die sich ethnische und soziale Spaltungen zunutze gemacht hatten, um die Spannungen anzuheizen und auf diese Weise ihre Macht zu steigern.

Bei den Präsidentschaftswahlen vom 27. Dezember 2007 lieferten sich der scheidende Präsident Mwai Kibaki und sein Herausforderer Raila Odinga einen erbarmungslosen Kampf, der in den ersten Monaten 2008 zu bewaffneten Auseinandersetzungen in der Bevölkerung ausartete, Tausende von Toten forderte und mehr als eine Million Menschen zwang, ihre Häuser zu verlassen. Die Krise wurde schließlich gelöst, als eine Regierung der nationalen Einheit, mit Odinga als Premierminister, gebildet wurde. Dennoch ist die Situation weiterhin angespannt, und 2009, ein Jahr nach den Ausschreitungen, leben immer noch Hunderttausende unter prekären Bedingungen in Flüchtlingslagern.

Am 30. April 2009 wies das Oberste Gericht die Anklage gegen vier Männer ab, die man für schuldig hielt, am Silvesterabend 2008, während der gewaltsamen Ausschreitungen in Eldoret (Rift Valley) eine Kirche in Brand gesteckt zu haben; bei dem Brand waren 33 Menschen ums Leben gekommen. Die Richter kritisierten Polizei und Staatsanwaltschaft für das – ihrer Meinung nach – unsachgemäße Vorgehen bei den Ermittlungen und der Prozessführung.

Im Zeitraum, den dieser Bericht abdeckt, wurde die Diskussion über eine Verfassungsreform fortgesetzt, die, obwohl von allen gewünscht, große Kontroversen auslöste. Eine Hauptquelle der Meinungsverschiedenheiten waren die Frage der islamischen Gerichte und ihrer Zuständigkeit. In dem vorwiegend christlichen Land, das jedoch durch eine starke islamische Präsenz geprägt ist, die sich in bestimmten Regionen konzentriert, sah Artikel 6 der alten Verfassung Kadi-Gerichte vor. Diese Kadi-Gerichte wenden die Scharia in Angelegenheiten an, die das Familien- oder Erbrecht betreffen, vorausgesetzt, alle Parteien bekennen sich zur muslimischen Religion.

Kadi-Gerichte entstanden 1963 und wurden durch ein Gesetz aus dem Jahr 1967 geregelt. Sie agieren insbesondere in den Küstenregionen, wo die muslimische Präsenz am stärksten ist. Auch die Entscheidungen der Kadi-Gerichte unterliegen jedoch dem Zentralen Obersten Gerichtshof, und bei jeder Entscheidung kann direkt vor dem Obersten Gericht Berufung eingelegt werden. Die Muslime wollen nun, dass die Zuständigkeit der Kadi-Gerichte auf das ganze Land ausgeweitet wird und endgültig ist, so dass nicht mehr die Möglichkeit besteht, an den Obersten Gerichtshof zu appellieren.

Christliche Kreise wenden sich gegen solche Veränderungen und fordern eine klare Trennung von Staat und Religion; sie beharren darauf, dass der Staat auf jeden Fall seine Zuständigkeit in solchen Belangen behalten solle. Andere Gemeinschaften, darunter auch die Anglikanische Kirche, sagen ferner, im Fall einer Ausweitung der Zuständigkeit der Kadi-Gerichte erhielten die Muslime Privilegien, die anderen Religionen verweigert würden; sie fordern die Abschaffung des gesamten Kadi-Gerichtssystems.

Es war eine sehr hitzige und kontroverse Debatte. Christliche Gruppen, insbesondere die Protestanten, beschuldigten die Muslime, sie wollten einen „Staat im Staat“ errichten. Pastor Peter Karanja, Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates von Kenia (NCCK) schrieb im Februar an die Kommission für Verfassungsreformen, um seine Einwände gegen die Beibehaltung des bestehenden Kadi-Systems zu äußern.

Christen wenden sich zudem auch gegen den Vorschlag, die neue Verfassung solle bestätigen, dass menschliches Leben erst im Moment der Geburt beginne. Stattdessen fordern sie, dass das Recht auf Leben und die volle menschliche Würde bereits von der Empfängnis an anerkannt werden müsse.

Die diversen Themen werden immer noch diskutiert, und es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Neue religiöse Gruppen müssen sich registrieren, auch um in den Genuss von Steuervergünstigungen zu kommen. Es steht ihnen frei, eigene Schulen zu betreiben. Christliche Schulen werden auch von vielen muslimischen Schülerinnen und Schülern besucht, eine Situation, die zu häufigen Unstimmigkeiten führt in Bezug auf die Kopfbedeckung der Mädchen, die Ernährung und die Frage, ob Mädchen und Jungen im Unterricht am selben Arbeitstisch sitzen dürfen. Msgr. Boniface Lele, Erzbischof von Mombasa, einer Diözese mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung, stellte fest, es seien klare und eindeutige Regierungsrichtlinien erforderlich. Der Staat solle die verschiedenen religiösen Kalenderfeiertage, Gebete und wöchentlichen Gottesdienste so regeln, dass sie „sich nicht störend auf das Lernen auswirken“.

Christliche und muslimische Gruppen betreiben zwar Radio- und Fernsehstationen, doch der verantwortliche Minister hat einen Antrag der Katholischen Kirche für eine landesweite Sendelizenz abgelehnt.

Ende 2009 trat ein neues Gesetz gegen „Lärmbelästigung“ in Kraft, das Lärm und Geräusche, die als zu laut eingeschätzt werden, an öffentlichen Orten verbietet. Viele christliche Gruppen haben das Gesetz angefochten mit dem Argument, es schränke ihr Recht ein, im Gottesdienst Lieder und Hymnen zu singen. Im Dezember äußerte Bischof Mark Kariuki von der Deliverance Church of Kenia die Befürchtung, das Gesetz könne Christen das Recht aberkennen, religiöse Veranstaltungen abzuhalten, und ihre freie Meinungsäußerung einschränken, indem es sie daran hindere, zu singen und ihren Glauben laut zum Ausdruck zu bringen. Letztendlich erwiesen sich solche Befürchtungen jedoch als übertrieben.

Katholiken

Am Morgen des 16. Januar 2009 wurde Pater Giuseppe Bertaina, Rektor und Verwalter des Consolata Institute of Philosophy in Langata (Nairobi) bei einem Raubüberfall in seinem Büro getötet. Er hatte seit den 1960er-Jahren in Kenia gelebt.

Laut einem Bericht von Pater Giuseppe Ettorri, der am selben Institut lehrt, waren mehrere Personen während des Unterrichts heimlich in das Gebäude eingedrungen. Schüler und Lehrer waren in den Klassenräumen, und niemandem fiel etwas Ungewöhnliches auf, zum Teil deswegen, weil Pater Giuseppes Büro im ersten Stock über den Klassenräumen im Erdgeschoss lag. Die Einbrecher hatten ihn geschlagen, gefesselt und geknebelt. Der Polizei zufolge hatte der Knebel seinen Tod durch Ersticken verursacht. Später wurde eine Frau verhaftet, die ein Scheckbuch des ermordeten Missionars bei sich trug.

In der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember wurde auch ein irischer Priester, Pater Jeremiah Roche von der St. Patrick’s Gesellschaft für auswärtige Missionen, in seinem Haus in Kericho (250 km von Nairobi entfernt) Opfer eines Raubmordes. Gemeindemitglieder entdeckten ihn am nächsten Morgen in seinem Zimmer. Er war ans Bett gefesselt und hatte Wunden am Kopf, die von einer Machete herrührten. Pater Roche war ein aktiver Spendensammler für verschiedene Entwicklungsprojekte. Daher vermutet Pater Cooney von der Generalkurie der St. Patrick Missionsgesellschaft, die Diebe könnten gedacht haben, er habe sehr viel Geld.

Schwester Maria Teresa Olivero und Schwester Caterina Girando waren am 10. November 2008 in der Stadt El-Wak, zehn Kilometer von der somalischen Grenze entfernt, entführt worden. Sie wurden drei Monate auf somalischem Territorium gefangen gehalten, während Verhandlungen zu ihrer Befreiung in Gang kamen. Ende Februar 2009 wurden sie in Mogadischu (Somalia) wieder freigelassen. Schwester Caterina sagte: „Wir wurden gut behandelt; sie wollten nur Geld.“

Das Gebiet, wo die Entführung stattfand, wird häufig von somalischen Flüchtlingen durchquert, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land fliehen. Außerdem gibt es dort häufig Überfälle von Banditen, die die Grenze überqueren, um Vieh zu stehlen; Entführungen sind dagegen selten. Die beiden Nonnen waren bereits seit jeweils 35 bzw. 25 Jahren in Kenia im Haus ihres Ordens in El-Wak tätig, wo sie eine kleine Station zur medizinischen Versorgung und Beherbergung führten und von der lokalen Bevölkerung, die hauptsächlich aus Muslimen besteht, geschätzt und geachtet wurden.

Traditioneller Glaube und Sekten

In Kenia sind Zauberei oder Hexerei nach wie vor weit verbreitet, ebenso wie Angst vor Magie. Daraus resultieren etliche rituelle Verbrechen und Verstümmelungen, wie auch die Verfolgung Jugendlicher und alter Frauen, die man bezichtigt, „Hexen“ zu sein. Der Staat bestraft zwar Menschen, die Hexerei praktizieren, um Nutzen daraus zu ziehen, aber dennoch sind Ritualmorde das eigentliche Problem. Über die Provinz Nyanza, insbesondere den Kisii-Bezirk, und die Stadt Malindi in der Küstenprovinz gibt es Berichte von Missbrauch und Mord, die mit magischen Praktiken in Verbindung gebracht werden. Am 6. Mai 2009 wurden neun Frauen in Kiogoro (Kisii-Bezirk) angeklagt, einen elfjährigen Jungen angelockt und Hexenrituale an ihm durchgeführt zu haben. Eine dieser Frauen gab zu, Hexerei praktiziert zu haben, und wurde zu einem Jahr Haft verurteilt; bei den anderen läuft das Verfahren noch.

Teilweise nahmen Leute die Sache auch selbst in die Hand und griffen jene an, die sie der Hexerei verdächtigten. Sie verfolgten und schlugen sie selbst dann, wenn es langjährige Nachbarn waren. Am 26. Februar 2009 verbrannte ein Mob vier Frauen bei lebendigem Leibe, nachdem man sie verdächtigt hatte, ein Kind in Nyamataro (Kisii-Bezirk) behext zu haben. Fünf der Täter wurden vor Gericht gestellt und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Am 26. Januar 2009 wurde in Gongoli (Malindi) eine Person, die man der Hexerei verdächtigte, von Unbekannten erstochen.

Am 8. Februar 2009 wurde ein Mann in Malindi geschlagen und zu Tode gesteinigt, höchstwahrscheinlich von seinen eigenen Verwandten, nachdem man ihn beschuldigt hatte, den Tod seines Sohnes durch Magie verursacht zu haben.

Am 29. April hatten einige Einwohner von Malindi ein Paar im Alter von über sechzig Jahren geschlagen, gefesselt und lebendig verbrannt, weil man beide für die Krankheit verantwortlich machte, an der ihr achtzehnjähriger Enkel gestorben war. Ein Mob beschuldigte sie, den jungen Mann nach einem Streit mit dessen anderem Großvater mit einem Fluch belegt zu haben. Von Mitte 2008 bis April 2009 wurden in weniger als einem Jahr 22 Menschen wegen Hexerei getötet.

Im März 2009 kam ein Mann in Bomet (Rift Valley) ins Gefängnis, weil er Amulette besaß. Der Richter verweigerte ihm die Freilassung auf Kaution, teilweise aus der Befürchtung heraus, die Menge könnte ihn lynchen. Er blieb mehrere Monate in Haft.

Quellen:
Agenzia Fides
Compass Direct News
BBC
Daily Nation
L’Osservatore Romano
Human Rights Watch
www.persecution.org
www.persecution.net
www.opendoors.org
U.S. Department of State, Annual Report on International Religious Freedom, ed. 2009; ed. 2010
The Standard

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2010. Stand 2010)

 

Die Verfassung erkennt Religionsfreiheit an, und die Regierung schützt sie. Das Land hat jedoch eine Situation steigender Gewalt erlebt, wie aus einem Bericht über die grundlegenden Ursachen und Implikationen der gewalttätigen Ausschreitungen nach den Wahlen 2007-2008 hervorgeht, der vom Inter-Religious Forum in Auftrag gegeben worden war. Der Bericht kritisiert die Gewalt, die aus ungelösten politischen und sozialen Probleme erwachsen war, ebenso wie ihre politische Instrumentalisierung seitens mancher Leader, die sich ethnische und soziale Spaltungen zunutze gemacht hatten, um die Spannungen anzuheizen und auf diese Weise ihre Macht zu steigern.

Bei den Präsidentschaftswahlen vom 27. Dezember 2007 lieferten sich der scheidende Präsident Mwai Kibaki und sein Herausforderer Raila Odinga einen erbarmungslosen Kampf, der in den ersten Monaten 2008 zu bewaffneten Auseinandersetzungen in der Bevölkerung ausartete, Tausende von Toten forderte und mehr als eine Million Menschen zwang, ihre Häuser zu verlassen. Die Krise wurde schließlich gelöst, als eine Regierung der nationalen Einheit, mit Odinga als Premierminister, gebildet wurde. Dennoch ist die Situation weiterhin angespannt, und 2009, ein Jahr nach den Ausschreitungen, leben immer noch Hunderttausende unter prekären Bedingungen in Flüchtlingslagern.

Am 30. April 2009 wies das Oberste Gericht die Anklage gegen vier Männer ab, die man für schuldig hielt, am Silvesterabend 2008, während der gewaltsamen Ausschreitungen in Eldoret (Rift Valley) eine Kirche in Brand gesteckt zu haben; bei dem Brand waren 33 Menschen ums Leben gekommen. Die Richter kritisierten Polizei und Staatsanwaltschaft für das – ihrer Meinung nach – unsachgemäße Vorgehen bei den Ermittlungen und der Prozessführung.

Im Zeitraum, den dieser Bericht abdeckt, wurde die Diskussion über eine Verfassungsreform fortgesetzt, die, obwohl von allen gewünscht, große Kontroversen auslöste. Eine Hauptquelle der Meinungsverschiedenheiten waren die Frage der islamischen Gerichte und ihrer Zuständigkeit. In dem vorwiegend christlichen Land, das jedoch durch eine starke islamische Präsenz geprägt ist, die sich in bestimmten Regionen konzentriert, sah Artikel 6 der alten Verfassung Kadi-Gerichte vor. Diese Kadi-Gerichte wenden die Scharia in Angelegenheiten an, die das Familien- oder Erbrecht betreffen, vorausgesetzt, alle Parteien bekennen sich zur muslimischen Religion. Kadi-Gerichte entstanden 1963 und wurden durch ein Gesetz aus dem Jahr 1967 geregelt. Sie agieren insbesondere in den Küstenregionen, wo die muslimische Präsenz am stärksten ist. Auch die Entscheidungen der Kadi-Gerichte unterliegen jedoch dem Zentralen Obersten Gerichtshof, und bei jeder Entscheidung kann direkt vor dem Obersten Gericht Berufung eingelegt werden. Die Muslime wollen nun, dass die Zuständigkeit der Kadi-Gerichte auf das ganze Land ausgeweitet wird und endgültig ist, so dass nicht mehr die Möglichkeit besteht, an den Obersten Gerichtshof zu appellieren.

Christliche Kreise wenden sich gegen solche Veränderungen und fordern eine klare Trennung von Staat und Religion; sie beharren darauf, dass der Staat auf jeden Fall seine Zuständigkeit in solchen Belangen behalten solle. Andere Gemeinschaften, darunter auch die Anglikanische Kirche, sagen ferner, im Fall einer Ausweitung der Zuständigkeit der Kadi-Gerichte erhielten die Muslime Privilegien, die anderen Religionen verweigert würden; sie fordern die Abschaffung des gesamten Kadi-Gerichtssystems.

Es war eine sehr hitzige und kontroverse Debatte. Christliche Gruppen, insbesondere die Protestanten, beschuldigten die Muslime, sie wollten einen „Staat im Staat“ errichten. Pastor Peter Karanja, Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates von Kenia (NCCK) schrieb im Februar an die Kommission für Verfassungsreformen, um seine Einwände gegen die Beibehaltung des bestehenden Kadi-Systems zu äußern.

Christen wenden sich zudem auch gegen den Vorschlag, die neue Verfassung solle bestätigen, dass menschliches Leben erst im Moment der Geburt beginne. Stattdessen fordern sie, dass das Recht auf Leben und die volle menschliche Würde bereits von der Empfängnis an anerkannt werden müsse.

Die diversen Themen werden immer noch diskutiert, und es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Neue religiöse Gruppen müssen sich registrieren, auch um in den Genuss von Steuervergünstigungen zu kommen. Es steht ihnen frei, eigene Schulen zu betreiben. Christliche Schulen werden auch von vielen muslimischen Schülerinnen und Schülern besucht, eine Situation, die zu häufigen Unstimmigkeiten führt in Bezug auf die Kopfbedeckung der Mädchen, die Ernährung und die Frage, ob Mädchen und Jungen im Unterricht am selben Arbeitstisch sitzen dürfen. Msgr. Boniface Lele, Erzbischof von Mombasa, einer Diözese mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung, stellte fest, es seien klare und eindeutige Regierungsrichtlinien erforderlich. Der Staat solle die verschiedenen religiösen Kalenderfeiertage, Gebete und wöchentlichen Gottesdienste so regeln, dass sie „sich nicht störend auf das Lernen auswirken“.

Christliche und muslimische Gruppen betreiben zwar Radio- und Fernsehstationen, doch der verantwortliche Minister hat einen Antrag der Katholischen Kirche für eine landesweite Sendelizenz abgelehnt.

Ende 2009 trat ein neues Gesetz gegen „Lärmbelästigung“ in Kraft, das Lärm und Geräusche, die als zu laut eingeschätzt werden, an öffentlichen Orten verbietet. Viele christliche Gruppen haben das Gesetz angefochten mit dem Argument, es schränke ihr Recht ein, im Gottesdienst Lieder und Hymnen zu singen. Im Dezember äußerte Bischof Mark Kariuki von der Deliverance Church of Kenia die Befürchtung, das Gesetz könne Christen das Recht aberkennen, religiöse Veranstaltungen abzuhalten, und ihre freie Meinungsäußerung einschränken, indem es sie daran hindere, zu singen und ihren Glauben laut zum Ausdruck zu bringen. Letztendlich erwiesen sich solche Befürchtungen jedoch als übertrieben.

Katholiken

Am Morgen des 16. Januar 2009 wurde Pater Giuseppe Bertaina, Rektor und Verwalter des Consolata Institute of Philosophy in Langata (Nairobi) bei einem Raubüberfall in seinem Büro getötet. Er hatte seit den 1960er-Jahren in Kenia gelebt.

Laut einem Bericht von Pater Giuseppe Ettorri, der am selben Institut lehrt, waren mehrere Personen während des Unterrichts heimlich in das Gebäude eingedrungen. Schüler und Lehrer waren in den Klassenräumen, und niemandem fiel etwas Ungewöhnliches auf, zum Teil deswegen, weil Pater Giuseppes Büro im ersten Stock über den Klassenräumen im Erdgeschoss lag. Die Einbrecher hatten ihn geschlagen, gefesselt und geknebelt. Der Polizei zufolge hatte der Knebel seinen Tod durch Ersticken verursacht. Später wurde eine Frau verhaftet, die ein Scheckbuch des ermordeten Missionars bei sich trug.

In der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember wurde auch ein irischer Priester, Pater Jeremiah Roche von der St. Patrick’s Gesellschaft für auswärtige Missionen, in seinem Haus in Kericho (250 km von Nairobi entfernt) Opfer eines Raubmordes. Gemeindemitglieder entdeckten ihn am nächsten Morgen in seinem Zimmer. Er war ans Bett gefesselt und hatte Wunden am Kopf, die von einer Machete herrührten. Pater Roche war ein aktiver Spendensammler für verschiedene Entwicklungsprojekte. Daher vermutet Pater Cooney von der Generalkurie der St. Patrick Missionsgesellschaft, die Diebe könnten gedacht haben, er habe sehr viel Geld.

Schwester Maria Teresa Olivero und Schwester Caterina Girando waren am 10. November 2008 in der Stadt El-Wak, zehn Kilometer von der somalischen Grenze entfernt, entführt worden. Sie wurden drei Monate auf somalischem Territorium gefangen gehalten, während Verhandlungen zu ihrer Befreiung in Gang kamen. Ende Februar 2009 wurden sie in Mogadischu (Somalia) wieder freigelassen. Schwester Caterina sagte: „Wir wurden gut behandelt; sie wollten nur Geld.“

Das Gebiet, wo die Entführung stattfand, wird häufig von somalischen Flüchtlingen durchquert, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land fliehen. Außerdem gibt es dort häufig Überfälle von Banditen, die die Grenze überqueren, um Vieh zu stehlen; Entführungen sind dagegen selten. Die beiden Nonnen waren bereits seit jeweils 35 bzw. 25 Jahren in Kenia im Haus ihres Ordens in El-Wak tätig, wo sie eine kleine Station zur medizinischen Versorgung und Beherbergung führten und von der lokalen Bevölkerung, die hauptsächlich aus Muslimen besteht, geschätzt und geachtet wurden.

Traditioneller Glaube und Sekten

In Kenia sind Zauberei oder Hexerei nach wie vor weit verbreitet, ebenso wie Angst vor Magie. Daraus resultieren etliche rituelle Verbrechen und Verstümmelungen, wie auch die Verfolgung Jugendlicher und alter Frauen, die man bezichtigt, „Hexen“ zu sein. Der Staat bestraft zwar Menschen, die Hexerei praktizieren, um Nutzen daraus zu ziehen, aber dennoch sind Ritualmorde das eigentliche Problem. Über die Provinz Nyanza, insbesondere den Kisii-Bezirk, und die Stadt Malindi in der Küstenprovinz gibt es Berichte von Missbrauch und Mord, die mit magischen Praktiken in Verbindung gebracht werden. Am 6. Mai 2009 wurden neun Frauen in Kiogoro (Kisii-Bezirk) angeklagt, einen elfjährigen Jungen angelockt und Hexenrituale an ihm durchgeführt zu haben. Eine dieser Frauen gab zu, Hexerei praktiziert zu haben, und wurde zu einem Jahr Haft verurteilt; bei den anderen läuft das Verfahren noch.

Teilweise nahmen Leute die Sache auch selbst in die Hand und griffen jene an, die sie der Hexerei verdächtigten. Sie verfolgten und schlugen sie selbst dann, wenn es langjährige Nachbarn waren. Am 26. Februar 2009 verbrannte ein Mob vier Frauen bei lebendigem Leibe, nachdem man sie verdächtigt hatte, ein Kind in Nyamataro (Kisii-Bezirk) behext zu haben. Fünf der Täter wurden vor Gericht gestellt und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Am 26. Januar 2009 wurde in Gongoli (Malindi) eine Person, die man der Hexerei verdächtigte, von Unbekannten erstochen.

Am 8. Februar 2009 wurde ein Mann in Malindi geschlagen und zu Tode gesteinigt, höchstwahrscheinlich von seinen eigenen Verwandten, nachdem man ihn beschuldigt hatte, den Tod seines Sohnes durch Magie verursacht zu haben.

Am 29. April hatten einige Einwohner von Malindi ein Paar im Alter von über sechzig Jahren geschlagen, gefesselt und lebendig verbrannt, weil man beide für die Krankheit verantwortlich machte, an der ihr achtzehnjähriger Enkel gestorben war. Ein Mob beschuldigte sie, den jungen Mann nach einem Streit mit dessen anderem Großvater mit einem Fluch belegt zu haben. Von Mitte 2008 bis April 2009 wurden in weniger als einem Jahr 22 Menschen wegen Hexerei getötet.

Im März 2009 kam ein Mann in Bomet (Rift Valley) ins Gefängnis, weil er Amulette besaß. Der Richter verweigerte ihm die Freilassung auf Kaution, teilweise aus der Befürchtung heraus, die Menge könnte ihn lynchen. Er blieb mehrere Monate in Haft.

Quellen

Agenzia Fides

Compass Direct News

BBC

Daily Nation

L’Osservatore Romano

Human Rights Watch

www.persecution.org

www.persecution.net

www.opendoors.org

U.S. Department of State, Annual Report on International Religious Freedom, ed. 2009;

ed. 2010

The Standard

 

Die Verfassung erkennt Religionsfreiheit an, und die Regierung schützt sie. Das Land hat jedoch eine Situation steigender Gewalt erlebt, wie aus einem Bericht über die grundlegenden Ursachen und Implikationen der gewalttätigen Ausschreitungen nach den Wahlen 2007-2008 hervorgeht, der vom Inter-Religious Forum in Auftrag gegeben worden war. Der Bericht kritisiert die Gewalt, die aus ungelösten politischen und sozialen Probleme erwachsen war, ebenso wie ihre politische Instrumentalisierung seitens mancher Leader, die sich ethnische und soziale Spaltungen zunutze gemacht hatten, um die Spannungen anzuheizen und auf diese Weise ihre Macht zu steigern.

 

Bei den Präsidentschaftswahlen vom 27. Dezember 2007 lieferten sich der scheidende Präsident Mwai Kibaki und sein Herausforderer Raila Odinga einen erbarmungslosen Kampf, der in den ersten Monaten 2008 zu bewaffneten Auseinandersetzungen in der Bevölkerung ausartete, Tausende von Toten forderte und mehr als eine Million Menschen zwang, ihre Häuser zu verlassen. Die Krise wurde schließlich gelöst, als eine Regierung der nationalen Einheit, mit Odinga als Premierminister, gebildet wurde. Dennoch ist die Situation weiterhin angespannt, und 2009, ein Jahr nach den Ausschreitungen, leben immer noch Hunderttausende unter prekären Bedingungen in Flüchtlingslagern.

 

Am 30. April 2009 wies das Oberste Gericht die Anklage gegen vier Männer ab, die man für schuldig hielt, am Silvesterabend 2008, während der gewaltsamen Ausschreitungen in Eldoret (Rift Valley) eine Kirche in Brand gesteckt zu haben; bei dem Brand waren 33 Menschen ums Leben gekommen. Die Richter kritisierten Polizei und Staatsanwaltschaft für das – ihrer Meinung nach – unsachgemäße Vorgehen bei den Ermittlungen und der Prozessführung.

 

Im Zeitraum, den dieser Bericht abdeckt, wurde die Diskussion über eine Verfassungsreform fortgesetzt, die, obwohl von allen gewünscht, große Kontroversen auslöste. Eine Hauptquelle der Meinungsverschiedenheiten waren die Frage der islamischen Gerichte und ihrer Zuständigkeit. In dem vorwiegend christlichen Land, das jedoch durch eine starke islamische Präsenz geprägt ist, die sich in bestimmten Regionen konzentriert, sah Artikel 6 der alten Verfassung Kadi-Gerichte vor. Diese Kadi-Gerichte wenden die Scharia in Angelegenheiten an, die das Familien- oder Erbrecht betreffen, vorausgesetzt, alle Parteien bekennen sich zur muslimischen Religion. Kadi-Gerichte entstanden 1963 und wurden durch ein Gesetz aus dem Jahr 1967 geregelt. Sie agieren insbesondere in den Küstenregionen, wo die muslimische Präsenz am stärksten ist. Auch die Entscheidungen der Kadi-Gerichte unterliegen jedoch dem Zentralen Obersten Gerichtshof, und bei jeder Entscheidung kann direkt vor dem Obersten Gericht Berufung eingelegt werden. Die Muslime wollen nun, dass die Zuständigkeit der Kadi-Gerichte auf das ganze Land ausgeweitet wird und endgültig ist, so dass nicht mehr die Möglichkeit besteht, an den Obersten Gerichtshof zu appellieren.

 

Christliche Kreise wenden sich gegen solche Veränderungen und fordern eine klare Trennung von Staat und Religion; sie beharren darauf, dass der Staat auf jeden Fall seine Zuständigkeit in solchen Belangen behalten solle. Andere Gemeinschaften, darunter auch die Anglikanische Kirche, sagen ferner, im Fall einer Ausweitung der Zuständigkeit der Kadi-Gerichte erhielten die Muslime Privilegien, die anderen Religionen verweigert würden; sie fordern die Abschaffung des gesamten Kadi-Gerichtssystems.

 

Es war eine sehr hitzige und kontroverse Debatte. Christliche Gruppen, insbesondere die Protestanten, beschuldigten die Muslime, sie wollten einen „Staat im Staat“ errichten. Pastor Peter Karanja, Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates von Kenia (NCCK) schrieb im Februar an die Kommission für Verfassungsreformen, um seine Einwände gegen die Beibehaltung des bestehenden Kadi-Systems zu äußern.

 

Christen wenden sich zudem auch gegen den Vorschlag, die neue Verfassung solle bestätigen, dass menschliches Leben erst im Moment der Geburt beginne. Stattdessen fordern sie, dass das Recht auf Leben und die volle menschliche Würde bereits von der Empfängnis an anerkannt werden müsse.

 

Die diversen Themen werden immer noch diskutiert, und es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

 

Neue religiöse Gruppen müssen sich registrieren, auch um in den Genuss von Steuervergünstigungen zu kommen. Es steht ihnen frei, eigene Schulen zu betreiben. Christliche Schulen werden auch von vielen muslimischen Schülerinnen und Schülern besucht, eine Situation, die zu häufigen Unstimmigkeiten führt in Bezug auf die Kopfbedeckung der Mädchen, die Ernährung und die Frage, ob Mädchen und Jungen im Unterricht am selben Arbeitstisch sitzen dürfen. Msgr. Boniface Lele, Erzbischof von Mombasa, einer Diözese mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung, stellte fest, es seien klare und eindeutige Regierungsrichtlinien erforderlich. Der Staat solle die verschiedenen religiösen Kalenderfeiertage, Gebete und wöchentlichen Gottesdienste so regeln, dass sie „sich nicht störend auf das Lernen auswirken“.

 

Christliche und muslimische Gruppen betreiben zwar Radio- und Fernsehstationen, doch der verantwortliche Minister hat einen Antrag der Katholischen Kirche für eine landesweite Sendelizenz abgelehnt.

 

Ende 2009 trat ein neues Gesetz gegen „Lärmbelästigung“ in Kraft, das Lärm und Geräusche, die als zu laut eingeschätzt werden, an öffentlichen Orten verbietet. Viele christliche Gruppen haben das Gesetz angefochten mit dem Argument, es schränke ihr Recht ein, im Gottesdienst Lieder und Hymnen zu singen. Im Dezember äußerte Bischof Mark Kariuki von der Deliverance Church of Kenia die Befürchtung, das Gesetz könne Christen das Recht aberkennen, religiöse Veranstaltungen abzuhalten, und ihre freie Meinungsäußerung einschränken, indem es sie daran hindere, zu singen und ihren Glauben laut zum Ausdruck zu bringen. Letztendlich erwiesen sich solche Befürchtungen jedoch als übertrieben.

 

Katholiken

Am Morgen des 16. Januar 2009 wurde Pater Giuseppe Bertaina, Rektor und Verwalter des Consolata Institute of Philosophy in Langata (Nairobi) bei einem Raubüberfall in seinem Büro getötet. Er hatte seit den 1960er-Jahren in Kenia gelebt.

 

Laut einem Bericht von Pater Giuseppe Ettorri, der am selben Institut lehrt, waren mehrere Personen während des Unterrichts heimlich in das Gebäude eingedrungen. Schüler und Lehrer waren in den Klassenräumen, und niemandem fiel etwas Ungewöhnliches auf, zum Teil deswegen, weil Pater Giuseppes Büro im ersten Stock über den Klassenräumen im Erdgeschoss lag. Die Einbrecher hatten ihn geschlagen, gefesselt und geknebelt. Der Polizei zufolge hatte der Knebel seinen Tod durch Ersticken verursacht. Später wurde eine Frau verhaftet, die ein Scheckbuch des ermordeten Missionars bei sich trug.

 

In der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember wurde auch ein irischer Priester, Pater Jeremiah Roche von der St. Patrick’s Gesellschaft für auswärtige Missionen, in seinem Haus in Kericho (250 km von Nairobi entfernt) Opfer eines Raubmordes. Gemeindemitglieder entdeckten ihn am nächsten Morgen in seinem Zimmer. Er war ans Bett gefesselt und hatte Wunden am Kopf, die von einer Machete herrührten. Pater Roche war ein aktiver Spendensammler für verschiedene Entwicklungsprojekte. Daher vermutet Pater Cooney von der Generalkurie der St. Patrick Missionsgesellschaft, die Diebe könnten gedacht haben, er habe sehr viel Geld.

 

Schwester Maria Teresa Olivero und Schwester Caterina Girando waren am 10. November 2008 in der Stadt El-Wak, zehn Kilometer von der somalischen Grenze entfernt, entführt worden. Sie wurden drei Monate auf somalischem Territorium gefangen gehalten, während Verhandlungen zu ihrer Befreiung in Gang kamen. Ende Februar 2009 wurden sie in Mogadischu (Somalia) wieder freigelassen. Schwester Caterina sagte: „Wir wurden gut behandelt; sie wollten nur Geld.“

 

Das Gebiet, wo die Entführung stattfand, wird häufig von somalischen Flüchtlingen durchquert, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land fliehen. Außerdem gibt es dort häufig Überfälle von Banditen, die die Grenze überqueren, um Vieh zu stehlen; Entführungen sind dagegen selten. Die beiden Nonnen waren bereits seit jeweils 35 bzw. 25 Jahren in Kenia im Haus ihres Ordens in El-Wak tätig, wo sie eine kleine Station zur medizinischen Versorgung und Beherbergung führten und von der lokalen Bevölkerung, die hauptsächlich aus Muslimen besteht, geschätzt und geachtet wurden.

 

 

Traditioneller Glaube und Sekten

In Kenia sind Zauberei oder Hexerei nach wie vor weit verbreitet, ebenso wie Angst vor Magie. Daraus resultieren etliche rituelle Verbrechen und Verstümmelungen, wie auch die Verfolgung Jugendlicher und alter Frauen, die man bezichtigt, „Hexen“ zu sein. Der Staat bestraft zwar Menschen, die Hexerei praktizieren, um Nutzen daraus zu ziehen, aber dennoch sind Ritualmorde das eigentliche Problem. Über die Provinz Nyanza, insbesondere den Kisii-Bezirk, und die Stadt Malindi in der Küstenprovinz gibt es Berichte von Missbrauch und Mord, die mit magischen Praktiken in Verbindung gebracht werden. Am 6. Mai 2009 wurden neun Frauen in Kiogoro (Kisii-Bezirk) angeklagt, einen elfjährigen Jungen angelockt und Hexenrituale an ihm durchgeführt zu haben. Eine dieser Frauen gab zu, Hexerei praktiziert zu haben, und wurde zu einem Jahr Haft verurteilt; bei den anderen läuft das Verfahren noch.

 

Teilweise nahmen Leute die Sache auch selbst in die Hand und griffen jene an, die sie der Hexerei verdächtigten. Sie verfolgten und schlugen sie selbst dann, wenn es langjährige Nachbarn waren. Am 26. Februar 2009 verbrannte ein Mob vier Frauen bei lebendigem Leibe, nachdem man sie verdächtigt hatte, ein Kind in Nyamataro (Kisii-Bezirk) behext zu haben. Fünf der Täter wurden vor Gericht gestellt und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Am 26. Januar 2009 wurde in Gongoli (Malindi) eine Person, die man der Hexerei verdächtigte, von Unbekannten erstochen.

 

Am 8. Februar 2009 wurde ein Mann in Malindi geschlagen und zu Tode gesteinigt, höchstwahrscheinlich von seinen eigenen Verwandten, nachdem man ihn beschuldigt hatte, den Tod seines Sohnes durch Magie verursacht zu haben.

 

Am 29. April hatten einige Einwohner von Malindi ein Paar im Alter von über sechzig Jahren geschlagen, gefesselt und lebendig verbrannt, weil man beide für die Krankheit verantwortlich machte, an der ihr achtzehnjähriger Enkel gestorben war. Ein Mob beschuldigte sie, den jungen Mann nach einem Streit mit dessen anderem Großvater mit einem Fluch belegt zu haben. Von Mitte 2008 bis April 2009 wurden in weniger als einem Jahr 22 Menschen wegen Hexerei getötet.

 

Im März 2009 kam ein Mann in Bomet (Rift Valley) ins Gefängnis, weil er Amulette besaß. Der Richter verweigerte ihm die Freilassung auf Kaution, teilweise aus der Befürchtung heraus, die Menge könnte ihn lynchen. Er blieb mehrere Monate in Haft.

 

Quellen

Agenzia Fides

Compass Direct News

BBC

Daily Nation

L’Osservatore Romano

Human Rights Watch

www.persecution.org

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www.opendoors.org

U.S. Department of State, Annual Report on International Religious Freedom, ed. 2009;

ed. 2010

The Standard

 

 

 

18.Jul 2011 16:41 · aktualisiert: 12.Jun 2012 15:35
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