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Papst Franziskus

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Am 15. September wurde in Rom und in zahlreichen christlichen Kirchen Syriens der im Syrienkrieg getöteten Christen gedacht und ein Zeichen des Trostes für die Hinterbliebenen gesetzt. Im Vatikan segnete Papst Franziskus eine Ikone, auf der die „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ zu sehen ist.

 

Gestaltet wurde sie von dem griechisch-orthodoxen Priester Spiridon Kabbasch aus Homs speziell für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“, die KIRCHE IN NOT gemeinsam mit den katholischen und orthodoxen Christen in Syrien auf den Weg gebracht hat.

Ziel der Aktion ist es, den syrischen Christen materiell und geistlich beizustehen – besonders den Menschen, deren Angehörige im Krieg getötet oder entführt worden sind.

Papst segnet die Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“. Neben dem Papst: Mauro Kardinal Piacenza, Präsident von KIRCHE IN NOT.
Bei der Segnung in Rom war auch der internationale Präsident von KIRCHE IN NOT, Mauro Kardinal Piacenza, der Ikonen-Künstler sowie Mitarbeiter des Hilfswerks anwesend. Papst Franziskus setzte mit der Segnung seine Unterstützung für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“ fort.

 

Bereits am 15. August hatte der Heilige Vater beim Angelusgebet 6000 Rosenkränze gesegnet, die von christlichen Kunsthandwerkern aus Bethlehem und Damaskus hergestellt wurden. Im Dezember 2018 hatte der Papst beim Angelusgebet eine große Kerze entzündet und damit seine Teilnahme an der Gebetskampagne „Kerzen für den Frieden in Syrien“ ausgedrückt.

Der griechisch-orthodoxe Priester Spiridon Kabbasch beim Schreiben der Ikone.
„Der Heilige Vater hat erneut seine liebende Nähe zu den Menschen in einer Weltregion gezeigt, wo viele Tränen getrocknet werden müssen. Dafür sind wir sehr dankbar“, erklärte Mauro Kardinal Piacenza nach der Segnung. Diesen Menschen beizustehen, wisse sich KIRCHE IN NOT weiterhin verpflichtet.

 

Zeichen der Anteilnahme und des Trostes

Die vom Papst gesegneten Rosenkränze wurden am 15. September als Zeichen der besonderen Nähe des Papstes bei Gottesdiensten in katholischen und orthodoxen Kirchen Syriens an Hinterbliebene von Kriegsopfern verteilt.

Auch ein aus dem Heiligen Land stammendes Kreuz aus Olivenholz und Bibeln in arabischer Sprache, die von KIRCHE IN NOT gestiftet wurden, haben die Angehörigen als äußeres Zeichen der Anteilnahme und des Trostes erhalten.

Ein Priester verteilt in der melkitischen griechisch-katholischen Kathedrale in Homs die vom Papst gesegneten Rosenkränze an Angehörige von Kriegsopfern.
Neben den Gottesdiensten fanden an diesem Tag auch zahlreiche Prozessionen statt, bei denen hunderte Gläubige für ihre getöteten und entführten Mitchristen und ihre Familien gebetet haben. Die neue Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ wird in den kommenden Wochen in allen 34 Diözesen Syriens zu Gast sein.
Anfang Juli hatte Papst Franziskus die Metropoliten und hochrangige Geistliche der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche zu einem Treffen in den Vatikan eingeladen. Ziel sollte es sein, „über die komplexe und heikle Situation im Land“ nachzudenken.

 

Diese Begegnung war in dieser Form bislang einmalig und unterstreicht die Sorge des Papstes um das osteuropäische Land. Rund 4,5 Millionen Ukrainer gehören der griechisch-katholischen Kirche an, viele von ihnen leben im Ausland.

Tobias Lehner von KIRCHE IN NOT Deutschland hat mit Weihbischof Bohdan Dsjurach aus Kiew über das Treffen in Rom gesprochen. Dsjurach leitet die Kurie der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine.

Weihbischof Bohdan Dsjurach aus Kiew feierte 2015 auf dem Kongress von KIRCHE IN NOT Deutschland einen Gottesdienst.
KIRCHE IN NOT: Kam die Einladung zum Treffen überraschend und was bedeutet es für Sie, dass der Papst der Ukraine nun sozusagen „oberste Priorität“ einräumt?
WEIHBISCHOF BOHDAN DSJURACH:
 Die Einladung von Papst Franziskus entspricht seiner Haltung, den notleidenden Menschen den Vorrang zu geben.

 

In seiner Ansprache zu Beginn des Treffens rief uns der Heilige Vater auf, ein offenes Herz zu haben und allen Menschen nahezubleiben, die unterdrückt sind und „die Nacht der Traurigkeit“ durchleben. Was er lehrt, lebt der Papst auch. Seit Jahren erfahren wir in der Ukraine die Nähe und Unterstützung des Papstes.

Dennoch war diese Form der Begegnung etwas ganz Neues in den Beziehungen der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche zum Heiligen Stuhl. Insofern: Ja, es war eine Überraschung.

- Weihbischof Bohdan Dsjurach aus Kiew
Worüber wurde bei dem Treffen gesprochen? Gibt es konkrete Ergebnisse?
Zunächst haben wir die politische und wirtschaftliche Lage in der Ukraine dargestellt, besonders vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges im Osten des Landes und der damit verbundenen humanitären Katastrophe.

 

Wir haben uns bedankt für die Initiative „Der Papst für die Ukraine“ [eine Sonderkollekte in allen Kirchen Europas, zu der Papst Franziskus im April 2016 aufgerufen hatte und bei der fast 16 Millionen Euro zusammengekommen sind; Anm. d. Red.]. Wir haben auch über neue Initiativen für notleidende Menschen gesprochen.

Seelsorge und Evangelisation als Themenschwerpunkte

Viel Zeit und Aufmerksamkeit haben wir seelsorglichen Themen gewidmet. Neben Evangelisation und Katechese ging es auch um die Seelsorge für ukrainische Auswanderer in verschiedenen Ländern. Auch die Rolle der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche im ökumenischen Dialog haben wir erörtert.

Äußerst wichtig und wertvoll war es, dass wir direkt mit dem Papst und seinen engsten Mitarbeitern unsere Meinungen austauschen, unsere Freuden, Hoffnungen und Sorgen teilen konnten.

Logo der Ukraine-Konferenz im Vatikan.
Im Osten der Ukraine tobt seit fünf Jahren Krieg, die Krim wurde von Russland annektiert, die Errichtung einer eigenständigen orthodoxen Kirche in der Ukraine hat zu gravierenden Konflikten mit der russisch-orthodoxen Kirche geführt: Was kann die griechisch-katholische Kirche dazu beitragen, das zerrissene Land zu einen?
Bei allen Schwierigkeiten, die unser Volk und die Kirchen in der Ukraine derzeit durchleben, wollen wir weiterhin Botschafter der Hoffnung, der Wahrheit und der Liebe bleiben. Dazu hat uns auch der Papst aufgerufen. Viele Spannungen gehen auf den Krieg zurück, der nicht nur mit militärischen Mitteln geführt wird.

 

Kirche als Botschafter Hoffnung

Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, braucht unsere Land Konsolidierung, innere Kraft und geistliches Unterscheidungsvermögen. Das wollen wir stärken. Unser Gebet und unsere Wachsamkeit sind die wesentlichen Elemente unseres Dienstes für das ukrainische Volk.

Brennende Häuser in der Ostukraine nach Raketenbeschuss.
Innenpolitisch ist in der Ukraine alles offen. Der neue Präsident Wolodymyr Selenskyi hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, als er in der Ostukraine Truppen abgezogen hat. Wie nimmt die ukrainische Bevölkerung diesen Schritt auf? Steigt die Hoffnung auf Frieden?
Alle Beobachter, sowohl in der Ukraine als auch im Ausland, können klar erkennen: Der Schlüssel zum Frieden in der Ukraine liegt nicht in Kiew, sondern in Moskau.

 

Einzelne Schritte können kurzfristig Entlastung bringen. Davon jedoch eine Lösung des Konflikts oder dauerhaften Frieden zu erwarten, wäre jedoch naiv. Dazu braucht es viel mehr Solidarität und Einigkeit der internationalen Gemeinschaft.

Josyf Kardinal Slipyj, früheres Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, und Pater Werenfried van Straaten, Gründer von KIRCHE IN NOT.
Vor 30 Jahren öffnete sich der Eiserne Vorhang und in der Folge endete auch die kommunistische Diktatur in der Ukraine. Die griechisch-katholische Kirche war in dieser Zeit blutig verfolgt. Seit der politischen Wende ist an vielen Orten das kirchliche Leben aufgeblüht.


Wenn Sie auf die nächsten 30 Jahre blicken: Was sind die größten Herausforderungen für die griechisch-katholische Kirche – und wie kann KIRCHE IN NOT dabei helfen?
Die Sorge um die Vertiefung des Glaubens, die Verkündigung unter den Menschen, die Christus bisher nicht begegnet sind, die Jugend- und Berufungspastoral werden unsere größten Aufgaben sein. Hinzu kommt die Bewältigung der tragischen Folgen von Krieg und Aggression, die hoffentlich mit der Hilfe Gottes eines Tages ein Ende haben werden.

- Weihbischof Bohdan Dsjurach aus Kiew
In den zurückliegenden Prüfungen haben wir uns nie verlassen gefühlt. KIRCHE IN NOT bleibt einer unserer wichtigsten Partner, die uns mit Gebet und finanzieller Hilfe immer wieder liebevoll begleiten.

 

Wir sind uns sicher, dass sich KIRCHE IN NOT als päpstliches Hilfswerk auch in Zukunft von den Worten des Papstes inspirieren lässt, der uns bei der Begegnung am 5. Juli gesagt hat: „Der leidende Bruder“ darf nicht vergessen werden.

Der Papst ist zurück in Rom, die kleine katholische Gemeinschaft in Bulgarien aber zehrt noch lange von seinem Besuch. Im Mai hat Papst Franziskus Bulgarien und Nordmazedonien besucht. In Bulgarien leben schätzungsweise zwischen 50 000 und 70 000 Katholiken – nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung.

 

„Es war ein herzliches Glaubenstreffen. Für mich ist wichtig, dass unsere Katholiken ein größeres Selbstbewusstsein bekommen.“ Dieses Fazit zieht Salesianerpater Martin Jilek, ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT.

Junge Bulgarinnen freuen sich über den Papstbesuch.
Jilek stammt aus der Tschechischen Republik, lebt und arbeitet aber in Stara Sagora, etwa 230 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Sofia. Dort hat er an der heiligen Messe und den weiteren Feierlichkeiten mit dem Papst teilgenommen.

 

„Ein geistliches Ereignis”

„Ich glaube, dass es auch für den Heiligen Vater wichtig war, unseren starken Glauben zu sehen“, erzählt Jilek. Während die Medien während der Papstreise eher politische und soziale Fragen thematisierten, sei die Papstreise vor Ort in erster Linie ein geistliches Ereignis gewesen, das auch von der mehrheitlich orthodoxen Bevölkerung mitgetragen worden sei.

„Eine Umfrage vor dem Besuch ergab, dass 54 Prozent der Bulgaren dem Papst und seinem Anliegen gegenüber aufgeschlossen sind“, so der Salesianerpater.

Pater Martin Jilek aus Stara Sagora mit Roma-Kindern.
Und die Erklärung der bulgarisch-orthodoxen Kirche, in der ein gemeinsames Gebet mit dem Papst kategorisch ausgeschlossen wurde? Das habe für manche Gläubige die Freude an dem Ereignis schon getrübt. Aber Jilek ist auch sicher: „Das ist nicht die Meinung aller orthodoxen Christen. Die Bulgaren sind offene und tolerante Menschen.“

„Bulgaren sind offene und tolerante Menschen”

Trotzdem müssen man Geduld haben: Die Ökumene sei in Bulgarien nicht verwurzelt. „Auf persönlicher Ebene aber gibt es durchaus gute Kontakte mit den orthodoxen Priestern“, erzählt Jilek.

Hinzu komme die Erfahrung der fast zwei Millionen Bulgaren, die im Ausland lebten und dort mit der katholischen Kirche in Berührung kämen. „Normalerweise sind unsere Erfahrungen im Miteinander der Konfessionen eher positiv.“

Junge Erwachsene erwarten gut gelaunt den Papst am Straßenrand in Sofia.
Der Papstbesuch in Bulgarien stand unter dem Leitwort „Frieden auf Erden“. Es hat einen besonderen Bezug zu Bulgarien, erklärt der Salesianer: „Es ist die Überschrift der berühmten Enzyklika ,Pacem in terris‛ von Papst Johannes XXIII. auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Der spätere Papst war von 1925 bis 1935 Apostolischer Nuntius in Bulgarien. Er ist hier sehr anerkannt, und oft sagen wir, dass er ein ,bulgarischer‛ Papst war“, erzählt Jilek lächelnd.

 

Heimat verschiedener ethnischer Minderheiten

Das Motto „Friede auf Erden“ zeige auch, dass Bulgarien ein Beispiel für andere Länder sein könne: „Religionen und Kulturen leben hier seit vielen Jahren friedlich zusammen“, sagt Jilek. Das Land sei Heimat verschiedener ethnischer Minderheiten. Die größte Gruppe seien die Roma. Sie würden prozentual immer mehr.

„Zum Beispiel sind 40 Prozent der Erstklässler in Bulgarien Roma-Kinder“, führt Jilek aus. „Man muss den Weg für eine gute Ausbildung und Begleitung dieser Kinder finden, die oft aus ärmsten Verhältnissen kommen. Schnelle Lösungen gibt es nicht – die haben vermeintlich nur radikale Politiker.“

Roma leben in vielen Gemeinden Bulgariens in abgetrennten Wohngebieten.
Jilek weiß, wovon er spricht. Er und seine Mitbrüder betreuen in Stara Sagora Kinder aus Armenvierteln, unter ihnen auch viele Roma. Auch für sie sei der Papstbesuch eine große Freude gewesen. „Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen. Viele haben voller Begeisterung gefragt, ob der Papst auch uns hier im Jugendzentrum besuchen kommt“, erzählt Jilek.

 

„Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen”

Die Salesianer haben Reisen zu den beiden Stationen des Papstbesuchs in Sofia und Rakowski organisiert. Daran hätten insgesamt über 140 Menschen teilgenommen, darunter auch rund 20 Jungen aus der Roma-Siedlung der Stadt. „Sie sind alle begeistert zurückgekommen. Es war natürlich eine gute Gelegenheit zur Evangelisierung“, so der Pater.

Gerade die Roma seien sehr offen für den Glauben. „Oft ist das mit abergläubischen Praktiken vermischt. Darum braucht es Geduld und Unterstützung auf dem Glaubensweg. Aber die Basis ist da.“

Baustelle des Salesianer-Zentrums in Stara Sagora/Bulgarien (Aufnahme aus dem Jahr 2017).
Beim Sonntagsgottesdienst in Rakowski sei es auch zu einer originellen Begegnung der Jugendlichen mit dem Papst gekommen, erzählt Jilek. „Die jungen Leute haben dem Papst zugerufen. Da ist er zu ihnen gekommen und hat ihnen erklärt, dass es wichtig sei, im Herzen Stille zu schaffen. Denn dort spricht Gott. Aber jetzt sollten die Jugendlichen ruhig noch weiter viel Krach machen.“

 

Besondere Begegnung mit dem Papst

Der Papstbesuch hat dem Salesianer auch wieder für seine Herzensangelegenheit Kraft gegeben: den Bau einer neuen Kirche und eines Ausbildungszentrums für Jugendliche in Stara Sagora. Dabei kam es immer wieder Verzögerungen, immer wieder Anfeindungen von den Nachbarn – gerade wegen der Arbeit mit den Roma.

Das schreckt Jilek nicht. In zwei Jahren möchte er eine Grundschule eröffnen, die für alle Volksgruppen offen sein soll. KIRCHE IN NOT hilft ihm dabei. „Das ist für uns nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch eine geistliche“, erklärt der Salesianer. „Wir sind sehr dankbar, dass wir als kleine katholische Minderheit in Bulgarien spüren können, dass wir Teil der Weltkirche sind.”

Am ersten Adventssonntag hat Papst Franziskus beim Angelusgebet auf dem Petersplatz in Rom eine große Kerze im Gedenken an die syrischen Kinder entzündet, die besonders unter Krieg und Terror leiden. Er schloss sich damit der Advents-Aktion „Kerzen für den Frieden in Syrien“ an, mit der das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT zu Gebet und Hilfe für Syrien aufruft.
Papst Franziskus mit der Friedenskerze beim Angelusgebet am 2. Dezember 2018.
Schwester Annie Demerjian überreicht Papst Franziskus die Friedenskerze.
„Diese Flammen der Hoffnung mögen die Dunkelheit des Krieges vertreiben“, sagte Franziskus laut Vatican News.

„Lasst uns beten und den Christen helfen, als Zeugen der Barmherzigkeit, Vergebung und Versöhnung im Nahen Osten zu bleiben.“ Vor allem die Kinder in Syrien würden schon seit acht Jahren „vom Krieg gequält“, so der Papst.

Die Kerze, die Franziskus entzündete, zeigte rund 40 Porträtfotos von syrischen Kindern und Jugendlichen, das Logo von KIRCHE IN NOT und das Symbol der Adventsaktion: Eine Taube, deren Flügel eine Kinderhand bildet, und die Aufschrift „Frieden für die Kinder – Syrien 2018“ in englischer Sprache. Die Kerze wurde von einem Kunsthandwerker aus Damaskus angefertigt und von der Ordensfrau Schwester Annie Demerjian am Vortag dem Papst übergeben. Sie setzt sich in Damaskus und Aleppo für Kinder, alte und kranke Menschen ein. KIRCHE IN NOT unterstützt die Ordensfrau und ihr Team seit vielen Jahren.

Weihnachtsgeschenke für über 15 000 Kinder

Bereits in der Woche vor dem ersten Advent hatten sich mehr als 50 000 Kinder verschiedener Religionen an der Kerzenaktion beteiligt. In Schulen und Gemeindehäusern entzündeten sie Lichter, beteten um Frieden und malten Bilder mit ihren Zukunftshoffnungen. Die Aktion fand unter anderem in Damaskus, Aleppo und Homs statt – Städte, die besonders schwer vom Krieg betroffen sind.

KIRCHE IN NOT lädt Menschen weltweit dazu ein, sich dem Appell der syrischen Kinder anzuschließen und im Advent Lichter für den Frieden zu entzünden. Als Antwort auf die dramatische humanitäre Lage begleitet das Hilfswerk die Intitiative „Kerzen für den Frieden in Syrien“ mit einer internationalen Spendenaktion.

Die zugesagten Hilfen in Höhe von 15 Millionen Euro umfassen die Verteilung von Lebensmitteln, Medikamenten und Milchpulver für die Ernährung der Kinder, Mietbeihilfen, Heizöl-Zuschüsse, den Wiederaufbau zerstörter Häuser und Kirchen, seelsorgerische und psychologische Begleitung von Traumatisierten sowie Stipendien für Schüler und Studenten. In der Adventszeit unterstützt KIRCHE IN NOT außerdem die Herstellung und den Kauf von Weihnachtsgeschenken für über 15 000 syrische Kinder. Seit Ausbruch des Krieges im Jahr 2011 hat das Hilfswerk Projekte für Syrien mit über 29 Millionen Euro unterstützt.

Am 18. Oktober treffen sich der südkoreanische Präsident Moon Jae-in und Papst Franziskus im Vatikan. Bei einer Audienz wird der Politiker dem Heiligen Vater auch eine Einladung des nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un überreichen. Viele Beobachter fragen sich, ob Papst Franziskus diese annimmt und tatsächlich irgendwann nach Nordkorea reisen wird.
[BR) Doch nicht jeder in Korea würde einen Besuch des Heiligen Vaters in Nordkorea begrüßen, schreibt Johannes Klausa, Direktor des koreanischen Büros von KIRCHE IN NOT (ACN). Er erläutert die Hintergründe und die aktuellen Entwicklungen der Annäherung auf der koreanischen Halbinsel:

Im Oktober 2017 twitterte US-Präsident Donald Trump: „Zu dem Raketenmann nett zu sein, hat 25 Jahre lang nichts gebracht – warum sollte es jetzt was bringen?” Wenige Monate zuvor hatte er den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un „kleiner Raketenmann” genannt und ihm mit „Feuer und Zorn, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat” gedroht.
Blick nach Nordkorea: Buchstaben aus Sträucherwerk bilden die koreanischen Schriftzeichen für das Wort „Einheit“.
Grenzanlagen an der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea.
Kumsusan-Palast im Pjöngjang. In dem Gebäude befindet sich das Mausoleum von Kim Il-sung und Kim Yong-il.

Ein Jahr später herrscht auf der koreanischen Halbinsel ein anderer Ton. Die beiden Staatschefs aus Nordkorea und Südkorea haben sich seit der Friedens- und Charme-Offensive während der Olympischen Winterspiele dreimal getroffen, um den Weg für Gipfeltreffen, Familienzusammenführungen und einen umfassenden politischen und kulturellen Austausch zu ebnen.

„Charme-Offensive bei Olympia”

Zudem gab es ein Gipfeltreffen von Kim und Donald Trump, der den einstigen „Raketenmann“ jetzt öffentlich als „sehr talentiert” und einen „cleveren Kerl” bezeichnet, und ihn nach den Wahlen erneut treffen möchte.

Die jüngste Entwicklung: Kim Jong-un würde einen Besuch des Heiligen Vaters in Pjöngjang „begeistert” begrüßen. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in besucht Papst Franziskus in Rom und hat eine Einladung für ihn in der Aktentasche.

Diese Entwicklungen sind aufregend, aber nicht jeder in Korea sieht darin einen Grund für begeisterten Applaus. Obwohl die Mehrheit der Koreaner, insbesondere die jüngere Generation, über diese Aussicht begeistert zu sein scheint, sind auch Stimmen zu hören, die einen Besuch des Heiligen Vaters im Norden nicht begrüßen. Manch einer glaubt nicht so recht an die Bereitschaft des „Jungen Marschalls“, mit der Politik seines Vaters und Großvaters zu brechen.

Sie bezweifeln, dass er sein nukleares Waffenarsenal aufgeben und sein Land wirklich zu Frieden und Versöhnung führen will. Ein Besuch des Papstes in Pjöngjang, so meinen sie, sähe so aus, als vergebe die katholische Kirche die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Christenverfolgungen noch bevor die Täter vor Gericht gestellt worden sind. Dass in der Vergangenheit unter der brutalen Kim-Diktatur zahlreiche Verbrechen begangen worden sind, steht außer Frage.

Nach Meinung der Kritiker sollte die katholische Kirche ein Anwalt der Opfer sein und die Taten des Regimes anprangern, statt Kim dabei zu helfen, sein negatives Image aufzupolieren und ihm als Trittbrett für den Schritt auf die Weltbühne und in die Präsidentenpaläste der internationalen Gemeinschaft zu dienen.

„Kirche sollte Anwalt der Opfer sein”

Es ist nicht das erste Mal, dass Pjöngjang sich um einen Papstbesuch bemüht. In der Phase der Annäherung und der sogenannten „Sonnenschein-Politik” unter dem damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung Anfang des neuen Jahrtausends war Papst Johannes Paul II. – vergeblich – zu einem Besuch der „Demokratischen Republik Korea“ eingeladen worden.

Sollte sich Papst Franziskus für eine Reise nach Pjöngjang entscheiden, so wäre dies kein naiver Entschluss. Er könnte Zugeständnisse verlangen, wie beispielsweise die Einwilligung in eine permanente Präsenz von Priestern in Nordkorea.

Wenn er die Einladung annehmen sollte, so würde dies nicht ohne eine Reihe vorheriger inoffizieller Kontakte und Verhandlungen geschehen. Zu der Delegation, die Kim Jong-un persönlich getroffen hat, gehören neben dem Vorsitzenden der koreanischen Bischofskonferenz auch andere religiöse Führer.

Ein Papst-Franziskus-Comic in Südkorea.
Papst Franziskus wird in Seoul begeistert gefeiert.
Diese Muttergottesstatue hat die katholische Kirche Südkoreas im nordöstlichen Bezirk Goseong an der Grenze zu Nordkorea errichtet. Die Statue blickt in Richtung Norden und verkörpert den Wunsch nach Frieden und Einheit zwischen den getrennten Staaten Koreas.
Johannes Klausa, Direktor des koreanischen Büros von KIRCHE IN NOT in Seoul.
Die Einladung annehmen?

Erzbischof Hyginus Kim Hee-jong (Erzbistum Gwangju/Südkorea) war bereits vor einigen Jahren mit einer Delegation südkoreanischer Bischöfe und Priester in Pjöngjang. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in, selbst ein gläubiger Katholik, hat ihn zu seinem „Sondergesandten beim Heiligen Stuhl” ernannt. Andrew Kardinal Yeom Soo-jung, Erzbischof von Seoul, Präsident von KIRCHE IN NOT/ACN Korea und Apostolischer Administrator von Pjöngjang, hat kürzlich gesagt, er „warte auf den Tag”, an dem er Missionare, Priester, Mönche und Nonnen nach Nordkorea schicken könne, um dort mit ihnen gemeinsam die Sakramente zu feiern.

Frieden auf der koreanischen Halbinsel

„Ich weiß, dass Papst Franziskus sich große Sorgen um den Frieden auf der koreanischen Halbinsel macht und wiederholt für uns gebetet hat“, so der Kardinal. Deshalb wünsche er sich, dass all diese Anstrengungen zu einem Frieden auf der koreanischen Halbinsel führen werde. Katholiken sollten, unabhängig von ihren politischen Ansichten, immer darauf vertrauen, dass auch Gott aufmerksam über diese Entwicklungen wacht.

Lasst uns dafür beten, dass die bilateralen Gespräche zwischen Kim Jong-un und Papst Franziskus – sollte er denn die historische Reise nach Pjöngjang unternehmen – zu einem trilateralen Gipfel unter der Führung des Heiligen Geistes werden. Und dass der Heilige Geist Korea auf den Weg zu Frieden und Stabilität führen möge.

Zu einem Gebets- und Fasttag für den Frieden in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan ruft Papst Franziskus für Freitag, 23. Februar, auf. Der Pontifex hat darüber hinaus auch Angehörige anderer Konfessionen und Nichtchristen aufgerufen, sich der Initiative anzuschließen – in der Form, die sie am geeignetsten halten.

In den beiden Ländern ist die Dankbarkeit für diese Geste der Solidarität groß.

„Papst Franziskus kennt die tragische Situation gut, in der sich unsere beiden Länder befinden“, sagte der Bischof der Diözese Kikwit im Westen der Demokratischen Republik Kongo, Timothée Bodika Mansiyai, gegenüber KIRCHE IN NOT. „Papst Franziskus kann leider momentan nicht persönlich kommen. Aber er begleitet uns geistig“, so Bodika.
Frau mit Kind in der Demokratischen Republik Kongo.
Kind in einem Flüchtlingslager in der Demokratischen Republik Kongo.
Flüchtlingstreck aus dem Südsudan.

In der Demokratischen Republik Kongo hat der Kampf um die Bodenschätze im Osten des Landes zu einem seit über zehn Jahre andauernden Bürgerkrieg geführt. Auch in der zentralen Region Kasai gibt es blutige Auseinandersetzungen.

Und als wäre das noch nicht genug, kommt es nun aufgrund der für Ende 2017 angekündigten, aber immer wieder aufgeschobenen Präsidentenwahlen zu Unruhen im ganzen Land. Bei Protesten hatten auch katholische Laienorganisationen mitgewirkt. Regierungstruppen hatten das Feuer auf die Demonstranten eröffnet.

„Bekehrung von uns allen und der Regierenden”

Er hoffe, dass durch Gebet und Fasten eine Bekehrung „von uns allen, aber auch der Regierenden“ erreicht werden könne, erklärte Bodika. „Die Politiker haben vergessen, dass ihre Arbeit dem Dienst an der Nation und nicht an einigen wenigen gelten sollte.“

Derweil schreie das kongolesische Volk „vor Schmerz“. Allein in seiner Diözese Kikwit ist die Zahl der Vertrieben auf über 30 000 Menschen gestiegen. Da staatliche Hilfe weitgehend ausfalle, müsse die Kirche die Binnenflüchtlinge versorgen. „Aber wir haben nur beschränkte Finanzmittel“, sagte der Bischof. „Alle unsere Aufrufe, die Krise wirksam zu bewältigen, wurden von den Behörden und der Weltgemeinschaft bislang nicht erhört.“

Vorrückendes Militär in der Demokratischen Republik Kongo.
„Im Südsudan herrscht der Terrror“

Auch im Südsudan sind hunderttausende Menschen vor dem Krieg geflohen, der seit 2013 tobt. Das Land hatte erst 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erklärt.

„Im Südsudan herrscht der Terrror“, bringt es Weihbischof Daniel Adwok aus der sudanesischen Hauptstadt Khartum auf den Punkt. „Rebellen, Regierung und Opposition streiten um die Macht, um Ämter – ohne Rücksicht auf die einfache Bevölkerung.“ Viele Menschen suchen deshalb Zuflucht im Sudan. Die humanitäre Situation ist angespannt. Nicht einmal die Zahl der Todesopfer im Südsudan sei bekannt, so Adwok. „Niemand zählt sie. Sie waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.“

Er begegne immer wieder Menschen, die ihm grausame Geschichten erzählten. Zum Beispiel von „alten Menschen, die nicht schnell genug aus ihren Häusern fliehen konnten. Sie wurden an Ort und Stelle ermordet.“

Solidarität mit den Menschen im Südsudan

Dem Weihbischof ist es ein Anliegen, dass am 23. Februar nicht nur um Frieden im Südsudan gebetet wird. Auch die jungen Menschen sollten Solidarität und Aufmerksamkeit erfahren.

„Die meisten von ihnen sind arbeitslos. Viele sind Waisenkinder. Sie fühlen sich allein und suchen billigen Trost. Das treibt sie in die Arme von gewalttätigen Gruppen.“

So können Sie helfen

KIRCHE IN NOT steht den notleidenden Christen in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan zur Seite.

Wir fördern zum Beispiel die kirchliche Flüchtlingsarbeit, unterstützt die Ausbildung und den Lebensunterhalt von Priestern, den Wiederaufbau und Neubau von Kirchen und Gemeindezentren sowie die seelsorgerische Arbeit, besonders mit Familien und Kriegsopfern.

Um weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden

Wie in vielen Ländern des Subkontinents sind auch in Peru die prekären Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung und die Verelendung in den Vororten der Städte, Ausbeutung der Umweltressourcen, aber auch die Inkulturation des katholischen Glaubens sowie die Auseinandersetzung mit Sekten wichtige Themen.

Im Interview mit Amélie Berthelin-de la Hougue spricht der Lateinamerikareferent von KIRCHE IN NOT, Marco Mencaglia, über die aktuelle Situation und die Rolle der katholischen Kirche, zu der 80 Prozent der Peruaner gehören.
Papst Franziskus
Eine Ordensfrau besucht eine ältere Dame im peruanischen Hochland.
Eine Ordensschwester in Peru leitet ein Begräbnis.
Taufe in einer abgelegenen Pfarrei in Peru.
Die Kathedrale in der peruanischen Hauptstadt Lima.

AMÉLIE BERTHELIN-DE LA HOUGUE: In welcher Verfassung findet Papst Franziskus die Kirche Perus bei seinem Besuch vor?

MARCO MENCAGLIA: Der Glaube ist in Peru tief verankert. Die volkstümliche Religiosität ist ein Schatz. Die Kirche ist vielerorts der einzige Anwalt und Anlaufstelle der überwiegend armen Bevölkerung.

Um die Verhältnisse der Kirche in Peru zu beschreiben, muss man die große geografische Vielfalt des Landes berücksichtigen. Riesige Städte einerseits, gigantische Waldgebiete mit indigener Bevölkerung andererseits, schaffen unterschiedliche pastorale Herausforderungen.

Worin bestehen diese Herausforderungen?

Die wichtigste ist wohl, Einheit zu schaffen. Das heißt auch, die Kirche Perus noch stärker in der Gesellschaft zu verwurzeln. Denn noch haben nicht überall die einheimischen Kleriker die volle Verantwortung. Gut die Hälfte der peruanischen Bischöfe kommt aus dem Ausland.

Es gibt positive Erfahrungen der Evangelisierung in schwierigem Umfeld. Aber es bleiben zwei weitere Herausforderungen: Die Berufungspastoral verstärken und den Glauben vertiefen.

„Die Kirche kämpft gegen Armut und Verelendung”

In welchem Bereich engagiert sich die katholische Kirche derzeit am stärksten?

Eine Priorität liegt auf der Seelsorge für die Menschen in den Vororten der Großstädte. Hunderttausende Peruaner verlassen jedes Jahr die Bergregionen und ziehen in die Städte. Die Vororte dehnen sich immer weiter aus. Die Kirche kämpft gegen Armut und Verelendung.

Sie setzt sich auch dafür ein, dass die Zuwanderer zu einer Gemeinschaft werden. Denn die Leute kommen ja aus verschiedenen Regionen und haben aufgrund der Arbeitssituation wenig Zeit, sich kennenzulernen. Das schafft dann wieder neue Probleme.

Und was tut die Kirche für die Menschen in den Bergregionen?

In den entlegensten Dörfern, auf 4000 Metern Höhe oder im Amazonasgebiet, ist die Kirche oft die einzige Institution, die die Bewohner zu Gesicht bekommen.

Diese Menschen zu erreichen, ist von grundlegender Bedeutung. Eine Pfarrei betreut bis zu fünfzig entlegene Außenstellen. Der Besuch eines Priesters oder einer Ordensschwester ist dort ein echtes Ereignis!

Marco Mencaglia, Lateinamerika-Referent von KIRCHE IN NOT.
Manche Gemeinden sind nur schwer zu erreichen.
„Der Besuch eines Priesters ist ein echtes Ereignis”

Wie in vielen anderen Ländern Lateinamerikas verzeichnen Sekten und evangelikale Bewegungen ein großes Wachstum. Papst Franziskus hat mehrmals darauf hingewiesen. Eine „Konkurrenz“ für die Kirche?

Bei meinen Reisen nach Lateinamerika hatte ich immer den Eindruck, dass das Gefühl der Zugehörigkeit zur katholischen Kirche sehr stark ist.Besonders in den ländlichen Gebieten konnte ich feststellen, dass gerade die volkstümlichen Frömmigkeitsformen wie Heiligenverehrung, religiöse Feste, Rosenkranz und Andachten den Glauben lebendig halten, obwohl die offizielle Präsenz der Kirche nur schwach ausgeprägt ist.

Gleichzeitig haben die evangelikalen Sekten mit teilweise abstrusen Heilsversprechungen Fortschritte gemacht – vor allem in den Vororten der Städte. Dort ist das schwindelerregende Bevölkerungswachstum der Grund, warum die Kirche nicht mehr alle Menschen erreichen kann.

Das ist eine große Zukunftsaufgabe: Die Familien wieder ansprechen, die den Kontakt zur Kirche verloren haben.

Dazu braucht die Kirche natürlich Personal …

Das stimmt. Wenn in Europa als Optimum gilt, die Zahl der Priester und pastoralen Mitarbeiter in etwa auf dem gleichen Stand zu halten, dann reicht das in Lateinamerika nicht aus.

Ein simpler Zahlenvergleich zeigt, warum: In Peru ist die Bevölkerung in den letzten 50 Jahren um 170 Prozent gewachsen, in den 28 Mitgliedsländern der Europäischen Union waren es im selben Zeitraum unter 20 Prozent.

Darum unterstützt KIRCHE IN NOT zum Beispiel aktuell die Ausbildung von 650 peruanischen Priesteramtskandidaten in zwanzig Seminaren, die Ausbildung und den Unterhalt von Ordensschwestern und Katecheten.

Peru hat in den vergangenen Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Das Land war mehrmals Spitzenreiter in der Region, was die Wachstumsraten angeht. Hat sich dadurch auch die Situation der Einwohner gebessert?

Das Wachstum verläuft in den Regionen des Landes keineswegs gleich. Wie schon angesprochen, sind die ländlichen Regionen weitgehend abgehängt. Immer mehr Menschen gehen von dort weg. Städte wie Lima und Arequipa wachsen unaufhörlich.

Es gibt viele Familien, in denen Eltern ihre Kinder tagelang allein zu Hause lassen, um weit entfernt zu arbeiten. Diese traurige Realität führt zu einem Wachstum von Banden, Drogenhandel und Kriminalität.

In Peru ist der Aufschwung von der Lebenswirklichkeit entkoppelt. Da gibt es kaum Verbesserungen. Und hier muss die Kirche natürlich einen wichtigen Beitrag leisten.