Der „Red Wednesday“ fällt in diesem Jahr auf den 23. November. Den ganzen Monat über ruft „Kirche in Not“ dazu auf, Kirchen und öffentliche Gebäude als Zeichen der Solidarität mit verfolgten und diskriminierten Christen weltweit rot anzustrahlen und Informationsveranstaltungen zur Religionsfreiheit zu organisieren.
Zu Gast in beiden Kathedralen war der irakische Priester Nashwan Cosa. Er erzählte von den vielen tausend Flüchtlingen, die während des Vormarsches des „Islamischen Staats“ (IS) im Nordirak in kirchlichen Einrichtungen der Stadt Erbil Zuflucht gefunden hatten. „Im Jahr 2014 hatten wir 75 000 Menschen aufgenommen und sie mit Nahrung, Kleidung, Medizin und Unterkünften versorgt“, berichtete Cosa. Nach dem Rückzug des IS habe die Katholische Kirche vier Schulen, ein Krankenhaus und eine Universität aufbauen können, die nun Christen und Muslimen gleichermaßen offen stünden.
„Wir leben unter guten Menschen, aber sie haben viel erlitten und ihre Herzen haben sich verhärtet“, erklärte Cosa. Darum sei es wichtig, die Menschen wieder zu einer Gemeinschaft zusammenzubringen. Dies sei möglich durch „Caritas“ und gemeinsame Ausbildung. Christen werde im Irak innerhalb ihrer Gemeinschaft Religionsfreiheit gewährt. Muslimen sei es aber nicht erlaubt, zum Christentum zu konvertieren. „Wer es dennoch tut, verlässt anschließend meist das Land“, sagte Cosa.
Der Geschäftsführer von „Kirche in Not“, Florian Ripka, ergänzte diesen konkreten Erfahrungsbericht durch aktuelle Brennpunktländer mit eingeschränkter Religionsfreiheit oder akuter Verfolgung von Religionsgemeinschaften. Gefährdet sei das Menschenrecht der Religionsfreiheit derzeit vor allem durch autoritäre Regierungen, islamistische Extremisten und ethno-religiösen Nationalismus.
„In China beispielsweise gelten Religionen als Konkurrenz zur kommunistischen Staatsideologie, daher findet eine massive Überwachung statt“, stellte Ripka fest. „Religionsangehörige, die keiner der staatlich registrierten Glaubensgemeinschaften angehören, müssen damit rechnen, erhebliche Nachteile zu erleiden.“
Islamisten seien in der afrikanischen Sahelzone das größte Problem: „Menschen, die die strenge Auslegung des Islam nicht befolgen, werden dort mit dem Tode bedroht“, berichtete Ripka. „In Ländern wie Mosambik, Nigeria oder Kamerun entführen oder töten die Fanatiker jene, die ihre Weltsicht nicht akzeptieren.“ Ziel sei es, grenzübergreifende dschihadistische Netzwerke zu errichten, und damit ein internationales Kalifat aufzubauen.
In seiner Ansprache während des „Abends der Zeugen“ am 11. November im von innen rot beleuchteten Passauer Dom erinnerte Dompropst Dr. Michael Bär daran, dass Religionsfreiheit auch in Deutschland einmal massiv bedroht gewesen war. „Die Glaubenszeugen aus der Zeit der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft mahnen uns auch heute zur Wachsamkeit“, betonte Bär.
Mutige Christen wie der niederbayerische Pfarrer Ludwig Mitterer hätten den Nationalsozialisten Widerstand geleistet und dafür mit ihrem Leben bezahlt. Dompropst Bär hielt den etwa 80 Besuchern im Passauer Dom das Schicksal einiger dieser Märtyrer vor Augen und lud dazu ein, ihrer im Gebet zu gedenken. In einem von der Dommusik gestalteten „Even Song“, einem musikalischen Abendgebet, war dazu Gelegenheit.
Am 12. November war der Regensburger Dom innen und außen in rotes Licht getaucht. Als „ungewohnt und tief aufwühlend“ bezeichnete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Aktion in seiner Predigt während des „Abends der Zeugen“. Der Sinn des „Red Wednesday“ liege im „In-Erinnerung-Rufen der zum Himmel schreienden Tatsache, dass weltweit gegenwärtig mehr Menschen als je zuvor gewaltsam an der Ausübung ihres Glaubens gehindert werden“.
Dieser Abend sei „ein Zeichen der Solidarität und eine Brücke des Gebets mit unseren verfolgten Schwestern und Brüdern.“ Die von der Hochschule für Kirchenmusik gestaltete Gebetszeit solle auch ein Zeichen der Versöhnung sein, damit die Verfolgten „innerlich frei werden können, dass sie Kraft finden zur Vergebung und so dem erlittenen Unrecht der Vergangenheit nicht die Macht einräumen, auch die Zukunft zu bestimmen“, sagte Bischof Voderholzer.
Nähere Informationen zur Aktion „Red Wednesday“ finden sich auf der Webseite www.redwednesday.de.
Informationen über die aktuelle Lage der Religionsfreiheit weltweit stellt „Kirche in Not“ unter www.religionsfreiheit-weltweit.de zur Verfügung.
Kreuze bewusst zerstört
Die Terroristen hätten auch in anderen Landesteilen christliche Einrichtungen niedergebrannt. „Manchmal brennen sie nicht nur ein kirchliches Gebäude nieder, sondern achten auch darauf die Kreuze zu zerstören“, sagte Pater Alain. Dies zeige ihren Willen, den christlichen Glauben auszulöschen.
Dem Ordensmann zufolge hätten Dschihadisten in der Umgebung von Pama christliche Dorfbewohner zum Besuch der Moschee gezwungen. Auch hätten sie die islamische Kleiderordnung durchgesetzt. In einigen Ortschaften seien noch katholische Gottesdienste erlaubt. Sie fänden aber unter Aufsicht der Dschihadisten statt.
Radiosender als einzige Kontaktmöglichkeit
In der chaotischen Situation sei das Radio oft die einzige Möglichkeit, um mit den vertriebenen Menschen und denjenigen, die sich noch in den eroberten Gebieten befinden, in Kontakt zu treten, betonte Pater Alain. „Kirche in Not“ unterstützt unter anderem in Burkina Faso die Arbeit der kirchlichen Radiosender. „Über das Radio machen wir der Bevölkerung Mut. Die Menschen zählen auf unsere Unterstützung“, sagte der Ordensmann.
In Burkina Faso hatte es nur acht Monate nach dem letzten Staatstreich Ende September einen erneuten Militärputsch gegeben. An der Staatsspitze steht nun Hauptmann Ibrahim Traoré. Während sich mit dem ersten Umsturz noch gewisse Hoffnungen im Kampf gegen den Terror verbunden hätten, sei die Bevölkerung jetzt skeptisch, teilten lokale Ansprechpartner von „Kirche in Not“ mit.
Ziel in Burkina Faso und anderen Staaten Subsahara-Afrikas ist es, ein transnationales Kalifat aufzubauen. Während sich die Gewalt zu Beginn unterschiedslos gegen die gesamte Bevölkerung richtete, kommt es nach Angaben von lokalen Beobachtern seit 2019 vermehrt zu gezielten Attacken auf Christen, die etwa ein Viertel der Bevölkerung Burkina Fasos ausmachen.
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– Burkina Faso: Christen werden aus ihren Dörfern vertrieben
– Burkina Faso: Gefangen zwischen Terror und Covid-19
– Burkina Faso: Blutiger Beginn der Adventszeit
– Glaubens-Kompass „Christenverfolgung heute“
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– Blutiger Sonntag für Christen: Attacken in Burkina Faso und Syrien
Die Albertinerbrüder betreiben in Saporischschja eine Suppenküche, eine Bäckerei und eine Obdachlosenunterkunft. Die Metropole mit rund einer Dreiviertelmillion Einwohner ist die sechstgrößte Stadt der Ukraine. In der Nähe befindet sich das größte Kernkraftwerk Europas, das von russischen Truppen besetzt wurde.
Tag und Nacht unter Beschuss
Bruder Franciszek Grzelka hatte kürzlich einen Hilfstransport nach Saporischschja begleitet. Dabei erlebte er einen Raketenangriff in der Nähe des Hauses der Ordensgemeinschaft mit, wie er „Kirche in Not“ berichtete: „In der Nacht gab es in dem Viertel, in dem unser Kloster steht, etwa zehn Explosionen. Die Fenster und Wände im Haus bebten. Wie sich später herausstellte, wurde ein siebenstöckiges Gebäude in unmittelbarer Nähe zerstört. Mehr als ein Dutzend Zivilisten wurden dabei getötet, und es gab etwa 50 Verletzte.“ Das Haus der Albertinerbrüder sei bislang verschont geblieben.
Die Angriffe hätten zugenommen, seit Präsident Putin die Provinz Saporischschja nach einer umstrittenen Volksabstimmung dem russischen Staatsgebiet eingegliedert habe. „Die Front ist nahe, keine 50 Kilometer entfernt. Aber Saporischschja ist nach wie vor in ukrainischer Hand.“
„Solange es möglich ist, wollen wir vor Ort sein“
Bei seinem Aufenthalt hatte der Generalobere mit seinen Mitbrüdern im Stadtzentrum Hilfsgüter verteilt; dazu seien etwa 1300 Menschen gekommen, hauptsächlich Frauen und Kinder. „Es kamen Obdachlose, aber auch Menschen, die jetzt neu auf Hilfe angewiesen sind. Die Preise in den Geschäften sind stark angestiegen, und es gibt nur wenig Arbeit.“ Außerdem hielten sich viele Binnenflüchtlinge in Saporischschja auf, die aus den von Russland besetzten Gebieten gekommen seien.
„Kirche in Not“ unterstützt die Arbeit der Ordensgemeinschaft in der Ukraine seit langem, zum Beispiel bei der Anschaffung von Fahrzeugen, mit Existenzhilfen oder bei der Instandsetzung ihrer Einrichtungen in Lemberg (Lwiw) und Saporischschja. „Solange es möglich ist, wollen wir vor Ort sein“, betont Bruder Franciszek. „Wir konzentrieren uns nicht auf militärische und politische Analysen. Wir beten um Frieden und helfen den Menschen, die in Not sind. Und davon gibt es derzeit viele.“
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„Ich verstehe die Länder nicht, die Sanktionen verhängen“
Die Ordensfrau wies auf die desolate Lage der Infrastruktur hin: Viele Menschen hätten nur ein bis zwei Stunden am Tag Strom, die Wasserversorgung sei unterbrochen. Die Löhne könnten mit den enorm gestiegenen Preisen nicht mithalten: „Ein Familienvater in Aleppo verdient durchschnittlich umgerechnet um die 30 Euro. Allein die Miete beträgt aber 40 bis 50 Euro; in der Hauptstadt Damaskus sogar noch mehr. Wie soll das funktionieren?“ Viele Menschen seien der Situation überdrüssig; die Auswanderungswelle setze sich fort.
„Ich weiß nicht, was ohne Hilfe der Kirche mit unserem Volk geschehen würde“
Die Kirchen Syriens leisteten eine „großartige Arbeit“, um die schlimmsten Nöte zu lindern und weitere Auswanderungen zu stoppen, erklärte Schwester Annie: „Ich weiß nicht, was ohne die Hilfe der Kirche mit unserem Volk geschehen würde, vor allem wenn wir an die Präsenz der Christen denken.“ Die Ordensfrau schätzt, dass im Vergleich mit der Zeit vor dem Krieg nur noch etwa ein Drittel der Christen in Syrien geblieben seien.
Das Engagement von Schwester Annies Gemeinschaft erstreckt sich deshalb auch auf den Libanon, wo sich nach wie vor viele syrische Flüchtlinge aufhalten. Im syrischen Aleppo konzentriert sich die Hilfe auf rund 300 mittellose Familien. Die Ordensfrauen leisten Beihilfen für die Miete und versorgen sie mit Lebensmitteln und Medikamenten. Diese seien nach wie vor ein besonders rares Gut, erzählt Schwester Annie: „Ich weiß von vielen Menschen, dass sie ihre Medikamente nur alle paar Tage einnehmen. Sie strecken sie, damit sie möglichst lang den Bedarf decken können.“
Die Ordensfrauen bieten außerdem Musik- und Kunsttherapie für traumatisierte Kinder an: „Das Trauma, das unsere Kinder erlitten haben, ist sehr stark, besonders bei denen, die während des Krieges geboren wurden“, sagte Schwester Annie. Ein weiteres Augenmerk liege auf dem Bereich Arbeit und Bildung: Die Ordensfrauen unterstützen Studentinnen und die Förderung künftiger Führungskräfte, zum Beispiel mit Stipendien und Kleinkrediten. Es gibt auch spezielle Kurse zur Berufsförderung, an denen bislang etwa 400 Personen teilgenommen haben. In der Kleinstadt Maalula im Südwesten Syriens nahe der libanesischen Grenze hat die Gemeinschaft von Schwester Annie eine Nähwerkstatt aufgebaut, in der über 20 Frauen Arbeit und Lohn finden.
Das Geld für diese und weitere Projekte stammt unter anderem von „Kirche in Not“. Trotz der sehr schwierigen Situation sei die Hoffnung unter den syrischen Christen sehr lebendig, betont Schwester Annie: „Die Hoffnung ist immer da. Unser Glaube ist während des Krieges noch stärker geworden, weil die Barmherzigkeit und Vorsehung Gottes erlebt haben. Wir bekommen oft unverhofft Hilfe.“
Das Interview ist danach auch auf der Mediathek von „Kirche in Not“ abrufbar: www.katholisch.tv
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– Rückblick auf unsere Podiumsveranstaltung auf dem Katholikentag mit Schwester Annie aus Syrien
– KIRCHE IN NOT fordert Erleichterungen für humanitäre Hilfen
– Syrien: „Sanktionen haben keine andere Folge, als Menschen weiter ins Elend zu stürzen“
– KIRCHE IN NOT unterstützt Gründer-Zentrum für Christen in Damaskus
– Weitere Beiträge aus und über Syrien in unserer Mediathek
„Der Dialog ist nicht einfach“
Papst Franziskus wird von 3. bis 6. November den Golfstaat Bahrain besuchen. Er wird dabei mit der christlichen Minderheit auf der arabischen Halbinsel zusammentreffen, aber auch am „Bahrain Forum for Dialogue“ teilnehmen. „Der Dialog ist nicht einfach“, erklärte Bischof Hinder.
Moderater Kurs der Toleranz gegenüber Christen
Laut Bischof Hinder leben etwa 80 000 Katholiken in Bahrain, das sind knapp fünf Prozent der Bevölkerung. Die meisten von ihnen seien Wanderarbeiter aus Ländern wie Indien, Sri Lanka oder den Philippinen – viele bitterarm und in prekären Verhältnissen. Trotz der geringen Zahl einheimischer Katholiken werden zum Gottesdienst mit Papst Franziskus am kommenden Samstag 28 0000 Gläubige im Nationalstadion Bahrain erwartet. Es reisten viele Katholiken aus den Nachbarländern an, „darunter auch mindestens zweitausend aus Saudi-Arabien“, betonte Hinder.
„Bahrain hat Brückenfunktion zwischen Saudi-Arabien und Iran“
Dennoch pflegt die führende Schicht in Bahrain gegenüber Christen einen Kurs der Toleranz: So stellte König Hamad bin Isa Al Chalifa Land für den Bau der Kathedrale „Unsere Liebe Frau von Arabien“ in Awali zu Verfügung, die größte christliche Kirche in der Golfregion. „Kirche in Not“ hatte den Bau unterstützt. Christen in Bahrain machten zahlreich von ihren Freiheiten Gebrauch; die Gottesdienste seien meist überfüllt, betonte Hinder.
Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Bahrain und auf der arabischen Halbinsel mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
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– Grundsteinlegung für die Kathedrale in Bahrain
– Aufatmen für verfolgte Christen? Lichtblicke und Rückschläge in der arabischen Welt, Teil 1 (Audio)
– Aufatmen für verfolgte Christen? Lichtblicke und Rückschläge in der arabischen Welt, Teil 2 (Audio)
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– Stellen Sie in unserer Virtuellen Kapelle eine Kerze auf
– Katechese-Begleiter auf Deutsch und Arabisch
Ordensfrau und ein Patient verbrannten in geplündertem Krankenhaus
Der Überfall auf das Krankenhaus fand am 19. Oktober im Dorf Maboya im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo nahe der Grenze zu Uganda statt. „Rebellen griffen das Krankenhaus an. Sie plünderten alles, was sie finden konnten, und setzten das Gebäude schließlich in Brand“, schilderte Pater Marcello die Ereignisse. „Eine Ordensschwester, die Ärztin ist und Nachtdienst hatte, verbrannte zusammen mit einem Patienten.“
Noch mehr Tote?
Die getötete Schwester Marie-Sylvie Kavuke Vakatsuraki gehörte dem Orden der „Kleinen Schwestern der Darstellung unserer Lieben Frau im Tempel“ aus Butembo in der Provinz Nord-Kivu an. Verschiedene Medien sprachen nach dem Überfall sogar von bis zu sieben Toten; die Projektpartner von „Kirche in Not“ bestätigten bislang zwei. Allerdings gelten noch zahlreiche Personen als vermisst, teilte Pater Marcello Oliveira mit: „Mehrere Personen sind verschwunden, möglicherweise um die geplünderten Medikamente und anderen Güter transportieren zu helfen.“
Krieg um Bodenschätze
Seit Jahren wird das rohstoffreiche Grenzgebiet zwischen der Demokratischen Republik Kongo und dem Nachbarland Uganda von Rebellen der Miliz ADF überrannt. Die ADF wird von Jamil Mukulu angeführt, einem zum Islam konvertierten ehemaligen Christen. Dem kongolesischen Militär und der UN-Friedensmission MONUSCO gelingt es nicht, die Region zu befrieden.
Die Provinz Nord-Kivu gilt als Epizentrum der Gewalt. Menschenrechtsorganisationen zufolge ereignet sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo die am längsten dauernde humanitäre Krise Afrikas. In der Region lagern Gold, Diamanten, Kobalt und Coltan in der Erde. Dabei handelt es sich um wichtige Rohstoffe zum Beispiel für die IT- oder Fahrzeugindustrie.
Papst Franziskus hatte im Juli dieses Jahres einen Besuch in der Demokratischen Republik Kongo angekündigt. Dieser musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen verschoben werden, teilte der Vatikan damals mit.
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– Kongo: Das kranze Herz Afrikas (Radiointerview mit mit Maxime François-Marsal, KIRCHE IN NOT)
– Demokratische Republik Kongo: „UN-Friedensmission ist vollkommen uneffektiv“
– Mehr über die „Töchter der Auferstehung“
– Angriffe auf Kirchen in der Demokratischen Republik Kongo
– Afrika: „Kirche ist die am besten funktionierende Institution“
– Afrika: Katholische Radiosender bringen Hoffnung
„Unmenschliche Freiheitsberaubung“
Ein Video, das über verschiedene Medien verbreitet wurde und während der Geiselhaft entstand, zeigt die Gruppe in einem sehr schlechten Zustand. Eine der Geiseln bittet um Hilfe. Nach lokalen Angaben soll der Clip vor rund zwei Wochen entstanden sein, als bereits Verhandlungen über die Freilassung liefen.
Konflikt zwischen Sprachgruppen
Der Konflikt verschlimmerte sich seit 2016, als die englischsprachigen Regionen eine Rückkehr Kameruns zum föderalen Regierungssystem forderten, um mehr Selbstständigkeit und politischen Einfluss zu erhalten. Separatisten riefen eine „Republik Ambazonien“ aus, die auch unter dem Namen „Förderale Republik Südkamerun“ firmiert. In der Folge kam es zu brutalen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und dem militärischen Arm der anglophonen Aufständischen, den sogenannten „Amba Boys“.
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„Komplett niedergebrannt“
„Als ich Karakosch vier Tage nach der Befreiung zum ersten Mal wieder besuchte, herrschte hier totale Verwüstung“, erzählte der Priester Georges Jahola. Er stammt aus Karakosch und hat den Wiederaufbau in den Dörfern und Städten der Ninive-Ebene in Zusammenarbeit mit „Kirche in Not“ koordiniert. „Die Kirche war komplett niedergebrannt. Ich war sehr traurig, denn diese Gemeinde war vor der Eroberung sehr aktiv gewesen.“
Zögerliche, aber kontinuierliche Rückkehr
Zögerlich, aber kontinuierlich kehrten ab 2016 die Gemeindemitglieder aus dem kurdischen Teil des Irak zurück, wohin sie vor dem IS geflüchtet waren. Mittlerweile lebt etwa die Hälfte der Vertriebenen wieder in ihrer alten Heimat. Die Orte der Ninive-Ebene sind jahrtausendealtes Siedlungsgebiet der Christen. Karakosch, etwa 32 Kilometer südöstlich von Mossul, ist ein wichtiges Zentrum in der Region. Vor den Eroberungen war die Stadt zu 98 Prozent von Christen bewohnt.
„Wiederaufbau gibt den Menschen Kraft“
Auch der Pfarrer der Gemeinde St. Behnam und Sarah, Boutros Sheeto, betonte im Gespräch mit „Kirche in Not“: „Die Restaurierung gibt der Gemeinde psychologische und moralische Kraft. Ohne diesen Wiederaufbau würden noch mehr Familien über eine Auswanderung nachdenken.“ Dass sich viele Christen für eine Rückkehr in die Ninive-Ebene entschlossen hätten, bedeute nicht, dass sie keine Angst vor einer Wiederkehr der Verfolgung hätten, betont der Pfarrer.
Für die Christen im Irak gehörten Diskriminierung und Verfolgung zu ihrer Identität, erklärte Pfarrer Boutros Sheeto: „Eine Kirche, die nicht verfolgt wird, ist eine Kirche, die Christus nicht trägt. Wir müssen mit ihm leiden, damit wir auch Boten der Auferstehung und der Hoffnung sein können. Ich danke allen, die unser Zeugnis der Hoffnung im Irak unterstützen.“
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Vor einigen Monaten hatte der Leiter Pater Hanna Kanaan alle Eltern zu einer Versammlung einbestellt. Angst machte sich breit: Würde die Schule angesichts der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise aufgeben müssen?
Der Libanon, einst das wohlhabendste Land des Nahen Ostens, ist am Ende. Politikversagen, Korruption, der Einbruch ganzer Wirtschaftszweige wie des Tourismus, die Instabilität in der gesamten Weltregion und der Zusammenbruch von Banken haben in eine Abwärtsspirale geführt. Die Inflation liegt bei rund 168 Prozent. Die Währung hat innerhalb kurzer Zeit 90 Prozent an Wert verloren. Die Folgen: 80 Prozent der libanesischen Bevölkerung lebt in Armut, viele gut ausgebildete Bewohner wandern aus, auch die christliche Gemeinschaft schrumpft unaufhörlich. Sidon war früher ein mehrheitlich christliches Gebiet. In den vergangenen Jahren sind fast alle Christen aus der Stadt weggezogen. Heute leben nur noch in den Dörfern im Umland Christen.
Die Krise geht auch am „Haus der Vorsehung“ in Sidon nicht vorbei. Viele Eltern könnten sich die Schulgebühren nicht mehr leisten, erklärt Pater Hanna. „Einige zahlen zwar weiter, aber das Geld ist weniger wert – unsere Kosten aber sind gleich hoch geblieben.“ Umgerechnet etwa 6000 Euro kostet etwa die Betreuung eines behinderten Kindes pro Schuljahr; die Ordensgemeinschaft hat bislang ein Drittel der Kosten übernommen.
„Kein Schüler muss gehen“
Die Sorge und Spannung bei der Elternversammlung war mit Händen zu greifen. Aber Pater Hanna hatte erlösende Nachrichten: „Wir garantieren, dass wir unsere Schule nicht schließen. Ja, die Situation ist schlimm, aber wir werden die Familien weiterhin unterstützen. Keiner der Schüler muss gehen, weil seine Eltern nicht mehr zahlen können.“ Ein Aufatmen ging durch die Reihen – auch bei den 82 Lehrkräften. „In den vergangenen drei Jahren haben wir niemand entlassen. Wir haben die Gehälter aufgrund der Inflation um 40 Prozent erhöht und zahlen jetzt auch die Fahrtkosten der Lehrer“, erzählt Pater Hanna nicht ohne Stolz.
Hilfe für über 200 christliche Schulen
Das „Foyer de la Providence“ ist eine von über 200 christlichen Schulen im Libanon, die „Kirche in Not“ unterstützt. Davon profitieren über 30 000 Schüler und mehr als 6 000 Lehrer. Auch 19 Berufsschulen gehören zum Förderprogramm – sie bieten nicht nur Christen eine solide Ausbildung, sondern stehen auch Angehörigen anderer Religionen offen. „Unser Zentrum ist offen für alle“, betont Pater Hanna. „Eine unserer Aufgaben ist es, unseren Schülern das friedliche Zusammenleben beizubringen.“
Fouad ist einer von ihnen. Er macht eine Ausbildung zum Elektrotechniker. Die Schule ist sein Garant, im Libanon zu bleiben, bekennt er: „Es wird immer schlimmer. Wir wissen nicht, wie lange wir hier noch überleben können.“ Das „Haus der Vorsehung“ ist für ihn und seine Mitschüler der einzige Hoffnungsanker.
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Verwendungszweck: Libanon
– Interview mit P. Raymond Abdo (Audio)
– Weiteres Projektbeispiel aus Libanon
– Radiointerview mit Reinhard Backes über die Hilfe von KIRCHE IN NOT im Libanon
– Ein Strahl der Hoffnung – KIRCHE IN NOT hilft in Beirut
– KIRCHE IN NOT schnürt zweites Hilfspaket für Beirut
Bischof Tuchapets tat das Gegenteil. Seine erste Anweisung nach Kriegsbeginn war: Alle Priester seiner Diözese bleiben in ihren Gemeinden. Sicher ein großes Opfer: Viele Priester der griechisch-katholischen Kirche sind verheiratet und haben Kinder. Sie mussten nun ihre Familien in Sicherheit bringen – ohne zu wissen, ob sie ihre Lieben jemals wiedersehen. Tuchapets wusste, was er verlangte, ist aber dennoch überzeugt: „Die Priester sollen keine Angst haben. Wenn sie weggingen, wäre das ein großer Verlust für alle.“
Diese Nähe der Kirche zu den Menschen gerade jetzt wüssten viele Menschen zu schätzen, erzählt der Bischof dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN). Menschen, die er noch nie in der Kirche gesehen hatte, sprachen ihn an: „Danke, dass Sie bei uns geblieben sind.“
Das griechisch-katholische Exarchat von Charkiw wurde 2014 errichtet. Es umfasst ein Gebiet etwa in der Größe Österreichs. Hier, im Osten der Ukraine, gehören die meisten Menschen der orthodoxen Kirche an. Auch die atheistische Politik der früheren Sowjetunion wirkt hier noch stärker nach als anderswo.
Die Türen der Kirche stünde im Krieg mehr denn je für alle offen, betont Bischof Tuchapets. Jeden Tag kämen Menschen zu ihm. Sie suchten nicht nur humanitäre Hilfe. „Sie wollen beten. Sie haben Fragen und suchen nach Antworten. Manche wollen nach Jahren heiraten oder ihr Kind taufen lassen.“
„Wir brauchen weiterhin Hilfe“
Gottesdienst feiert Bischof Tuchapets mit seiner Gemeinde in der Unterkirche seiner Kathedrale. Der Hauptraum wird im Krieg als Warenlager genutzt. Schon kurz nach Kriegsbeginn trafen die ersten Hilfslieferungen in Charkiw ein. Jeden Tag sortieren Priester, Ordensfrauen und Freiwillige Kleidung, Medikamente, Hygieneartikel, Kindersachen und mehr.
Acht Monate Krieg und niemand kann sagen, was die Zukunft bringt. Der griechisch-katholische Bischof ist dennoch zuversichtlich: „Unsere Infrastruktur funktioniert nach wie vor. Wir bleiben nahe bei den Menschen und wir bleiben zusammen. Möge der Herr Sie für alle Unterstützung segnen, die für die Arbeit unserer Kirche so wichtig ist!“
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Der Bischof teilte mit, er werde eine Untersuchung einleiten, um zu überprüfen, ob die Schwester Maria de Coppi den Märtyrertod starb: „Sie arbeitete als Krankenschwester und versorgte unterernährte Kinder. Sie war wie eine Mutter und hat wirklich jedem mit Liebe und Demut geholfen.“ Der Betrieb der Missionsstation in Chipene könne aktuell aus Sicherheitsgründen noch nicht wiederaufgenommen werden.
Trotz der Morde an Christen betonte Bischof Vera Aréjula, dass es sich bei den seit Jahren anhaltenden Kämpfen im Norden Mosambiks nicht um einen religiösen Konflikt im eigentlichen Sinn handle. „Diejenigen, die eine islamistische Agenda verfolgen, kommen in der Regel aus dem Ausland. Sie bauen Moscheen und stiften Verwirrung. Die einheimischen Muslime hier fühlen sich mit den Christen vereint und leben Seite an Seite mit ihnen.“
Der Norden Mosambiks wird seit 2017 von islamistischen Truppen überrannt. Sie gelten als Splittergruppen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Ihr Vorgehen dürfte auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitung – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.
In jüngster Zeit gewinnt jedoch auch die religiöse Komponente eine immer stärkere Bedeutung, wie der jüngste Angriff auf die katholische Missionsstation zeigt.
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„Es herrscht ein unbeschreibliches Chaos. Bewaffnete Gangs haben die Macht übernommen. Auch die Kirche ist Opfer der Gewalt geworden“, sagte Schwester Marcella. Sie erinnerte an die Missionarin Luisa Dell´Orto, ebenfalls Italienerin. Die Ordensschwester war am 25. Juni 2022 ermordet worden. „Erst hieß es, es sei ein Raubüberfall gewesen. Aber ich bin überzeugt, dass jemand dafür gezahlt hat, sie zu töten. Es konnte immer noch kein Täter gefasst werden“.
Zwei Wochen später hätten Bandenangehörige die Kathedrale der Hauptstadt in Brand gesetzt, berichtet Schwester Marcella. „Als die Feuerwehrleute kamen, haben sie versucht, sie zu töten. Anschließend wollten sie mit einem Lastwagen die Mauern der Kirche einreißen.“
In anderen Landesteilen sei es ebenfalls zu Übergriffen auf kirchliche Einrichtungen gekommen: „In Port-de-Paix, Les Cayes und in weiteren Städten haben bislang unbekannte Täter in die Einrichtungen der Caritas eingebrochen. Sie nahmen alle Hilfsgüter mit, die dort eingelagert waren. Anschließend haben sie die Büros der Mitarbeiter zerstört“, sagte Schwester Marcella.
Auch ihr Kloster in der Hauptstadt sei angegriffen worden: „Vergangenen Monat wurde unsere Kapelle in Brand gesetzt. Wir haben keinen Altar mehr, keine Kirchenbänke.“ Kriminelle Gangs hätten das Stadtviertel, in dem Schwester Marcella arbeitet, abgeriegelt. Ihr Orden habe sie deshalb gebeten, nach einem Heimaturlaub in Italien vorerst nicht nach Haiti zurückzukehren. „Es soll nicht noch eine Ordensfrau zur Märtyrerin werden. Es ist sehr hart für mich, nicht bei meinen Leuten zu sein.“
Die Lage der Menschen in Port-au-Prince und anderen Landesteilen sei verheerend: „Die Stadt ist in den Händen von Gangs. Die Menschen hungern. Die Schulen sind geschlossen. Die Krankenhäuser machen zu, weil sie keinen Strom mehr haben. Es ist unmöglich, unter diesen Bedingungen zu leben“, erklärte Schwester Marcella. In dem Stadtviertel, in dem sie ihr Waisenhaus betreibt, lebten aktuell mehr als 100 000 Menschen in Blechhütten, ohne Strom und Wasser.
Das Schmerzlichste für sie sei jedoch die Gleichgültigkeit gegenüber der Lage in Haiti, beklagt Schwester Marcella: „Es sieht so aus, als ob sich niemand dafür interessiert, was in Haiti passiert. Niemand spricht über uns. Niemand weiß, was vor sich geht.“
Haiti befindet sich seit Jahren in einer bürgerkriegsähnlichen Situation. Nach der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 ist der Inselstaat ohne funktionsfähige politische Führung. Es gibt bislang keinen Termin für Neuwahlen. Der Machtkampf wird auf den Straßen ausgetragen. Menschen demonstrieren gegen die Bandengewalt. Die Not wird durch die Folgen mehrerer Naturkatastrophen verschärft – wie zuletzt ein schweres Erbeben im August 2021.
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