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„Bürgerkrieg in Syrien droht in Vergessenheit zu geraten“

„Bürgerkrieg in Syrien droht in Vergessenheit zu geraten“

Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT berichtet von Helferkonferenz

04.04.2022 aktuelles
Elf Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien erinnert KIRCHE IN NOT an die extreme Not der dortigen Bevölkerung und der christlichen Minderheit im Land. Das Hilfswerk spricht sich außerdem für ein Ende der Sanktionen aus, die vor allem bedürftige  Menschen treffen.

 

Die Sorge und Betroffenheit der Partner in Syrien sei angesichts des Kriegs in der Ukraine hoch, berichtet die Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. Sie hatte im März an einer internationalen Konferenz von Kirchenvertretern und Hilfsorganisationen in Damaskus teilgenommen. „Es ist jedoch auch wahr, dass der Konflikt in Syrien, der nun ins zwölfte Jahr geht, in den Medien in Vergessenheit zu geraten droht“, mahnt Lynch an.

Regina Lynch, Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT.
Die Lage in Syrien sei dramatisch: Mindestens 90 Prozent der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze. Unter den Christen des Landes stellt die Projektdirektorin Verzweiflung fest: „Sie haben in den vergangenen elf Jahren schreckliche Traumata erlitten. Sie haben Angehörige verloren, extreme Gewalt erlebt und wurden mit dem Tod bedroht, weil sie Christen geblieben sind.“

 

„Menschen haben schreckliche Traumata erlitten”

Die nach wie vor geltenden Sanktionen trügen zur Verschlimmerung der Lage bei, erklärte Lynch: „Es herrscht eine hohe Inflation, die Menschen können sich keine Medikamente mehr leisten, keine Operation, keine Milch für die Kinder. Sogar diejenigen, die Verwandte im Ausland haben, können wegen des Bankembargos kein Geld bekommen.“

Die Handelsbeschränkungen träfen besonders die armen Menschen. KIRCHE IN NOT habe dies bereits mehrfach angemahnt: „Die Ortskirche hat sich klar gegen die Sanktionen ausgesprochen, und wir unterstützen dies.“

Johnny Saygeh in seinem neuen Café. Er wurde vom Hoffnungszentrum unterstützt (Foto: Hope Center).
Immer mehr Menschen suchten die Kirchen auf, um Hilfe zu bekommen, Trost zu finden oder Kontakte zu pflegen, die infolge des Krieges und der Covid-19-Pandemie gelitten hätten. „Vielen Christen mangelt es an Hoffnung. Aber die Hoffnung, die sie noch haben, gibt ihnen die Kirche mit ihren Initiativen“, stellt Lynch fest. Das gelte gerade auch für junge Menschen, die sich mehr denn je „bei den Pfadfindern, in Camps und bei Veranstaltungen“ beteiligten.

 

„In verzweifelten Situationen Hoffnung geben”

KIRCHE IN NOT sähe es als seine Hauptaufgabe an, den „Menschen in verzweifelten Situationen Hoffnung zu geben“. Darum unterstütze das Hilfswerk unter anderem die sogenannten „Christian Hope Center“ in Damaskus und Syrien.

Die Zentren fördern sogenannte Mikroprojekte, also Gründungs- oder Berufsideen mit einem geringen Budgetumfang. Christliche Familien erhalten Fördermittel, um neue Unternehmen zu gründen oder berufliche Projekte wiederaufzunehmen, die während des Krieges unterbrochen wurden. Auf der Förderliste stünden auch Sommercamps „für arme Kinder, damit sie in schwierigen Situationen Freude erleben können“, betont Lynch.

Medikamentenausgabe von KIRCHE IN NOT in Syrien.
Ansprechpartner für das Hilfswerk seien die katholischen und orthodoxen Kirchen Syriens. Diese versorgten vorrangig ihre Gemeindemitglieder – auch um ein weiteres Ausbluten des Christentums im Land zu verhindern.

 

Dennoch profitierten von der Hilfe auch Angehörige anderer Religionen, hebt die Projektdirektorin hervor. So würden zum Beispiel an den katholischen Schulen in Syrien muslimische Kinder unterrichtet – auch weil die kirchlichen Bildungseinrichtungen einen sehr guten Ruf genießen.

Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche für die Menschen in Syrien mit Ihrer Spende –  entweder online oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Syrien

Das Leben der Christen in Syrien nach dem Krieg

Veranstaltungs-Tipp:

Am Samstag, 28. Mai, findet im Rahmen des Katholikentags 2022 in Stuttgart das Podiumsgespräch „Religionsfreiheit – ein bedrohtes Menschenrecht?” statt. Unter anderem spricht Schwester Annie Demerjian aus Damaskus über die aktuelle Lage in Syrien und die Unterstützung von KIRCHE IN NOT. Die Veranstaltung beginnt um 11:00 Uhr im Saal Bambus im Willi-Bleicher-Haus (Willi-Bleicher-Straße).

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