Länderbericht Honduras

Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa.

Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa.

Einwohner: 7,6 Millionen

Fläche: 112 088 qkm (etwas größer als Bayern und Baden-Württemberg)

Religion:
Christentum: 96,7 Prozent (darunter 6,2 Millionen Katholiken)
Sonstige: 3,3 Prozent

Gesetzliche Änderungen

In dem Beobachtungszeitraum gab es keine Änderungen an der bisherigen Gesetzgebung.

Die Katholische Kirche und ihre Beziehungen zum Staat

Mit der politischen Situation in Honduras im Jahr 2009 und der unsicheren Lage, die mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen und durch die beginnende Ablösung von Präsident Manuel Zelaya hervorgerufen wurde, zog das Land die internationale Aufmerksamkeit auf sich.

In dieser Situation bildete sich die Kirche als Vermittler heraus und versuchte zu verhindern, dass die politische Krise in noch mehr Gewalt ausartete. In einer offiziellen Stellungnahme der Bischofskonferenz forderte der Erzbischof von Tegucigalpa, Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga, dass Manuel Zelaya nicht mehr in das Land zurückkehren solle, um ein Blutbad zu verhindern. Dieser Aufruf brachte ihm die Kritik ein, ein Bündnis mit der neuen Regierung von Micheletti zu haben sowie den Spitznamen „der Golpe-Kardinal“.

Der Kardinal hielt zwar die juristischen Erwägungen zur Amtsenthebung von Präsident Zelaya für rechtsgültig, aber er war gegen dessen Ausweisung nach Costa Rica, und bekräftigte, dass sich die Kirche nicht auf eine Seite schlagen könne. Anhänger von Manuel Zelaya bezeichnen die Kirche als eine Macht, welche die Regierung des früheren Senatspräsidenten verteidigt. In einem Kommuniqué unterstützte die Honduranische Bischofskonferenz eine politische Einigung, welche dem Land die institutionellen Voraussetzungen zur Lösung seiner Probleme geben könnte.

In dieser Zeit erhielt Pater Víctor Ruiz, Pfarrer jener Kirche, in der die Statuette der Jungfrau von Suyapa (Schutzheilige von Honduras) steht, vier Morddrohungen. Aus diesem Grund wurde die Statuette aus der Kirche entfernt. Während dieser Zeit wurden aus einem fahrenden Auto Schüsse auf das Theologische Seminar in Tegucigalpa abgegeben. Die Schüsse trafen die Mauer des Gebäudes, ohne jemanden zu verletzen. Im November wurde der guatemaltekische Priester, Pater Miguel Ángel Hernández, gekidnappt und umgebracht.

Quellen:
The Wall Street Journal http://online.wsj.com
Zenit www.zenit.org

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2010. Stand: 2011)

29.Jun 2009 12:01 · aktualisiert: 27.Jun 2012 17:25
KIN / S. Stein