Länderbericht Honduras

Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa.

Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa.

Einwohner: 7,2 Millionen

Fläche: 112 088 qkm (etwas größer als Bayern und Baden-Württemberg)

Religion:
Christentum: 97 Prozent (darunter 5,9 Millionen Katholiken)
Sonstige: 3 Prozent

Die Religionsfreiheit wird von Artikel 77 der Verfassung garantiert und auch von den guten Beziehungen gefördert, die zwischen den verschiedenen religiösen Gruppen im Land bestehen. Es gibt keine Staatsreligion.

In der Regel berät sich die Regierung mit der katholischen Kirche und weist katholischen Repräsentanten gelegentlich Schlüsselpositionen in mehr oder weniger offiziellen Kommissionen zu, die gebildet werden, um einige der chronischen Probleme in Honduras zu bekämpfen. So wurden zum Beispiel verschiedene Kampagnen gegen die weit verbreitete Korruption gestartet. Auch etliche evangelische Kirchen sind im nationalen Anti-Korruptions-Rat vertreten.

Die katholische Kirche übt – durch formelle Anträge – weiterhin Druck auf die Regierung aus, um Besitz von historischer Bedeutung zurückzuerhalten, der 1825 von der honduranischen Regierung beschlagnahmt worden war. Auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Konfessionen im Land wurde bereits hingewiesen.

70 Prozent leben unterhalb der Armutsgrenze

Die Bischofskonferenz von Honduras ernannte Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa, zum offiziellen Vertreter für ökumenische Beziehungen, und der Erzbischof richtete in seiner Diözese ein Büro für interreligiösen Dialog ein.

Berichten zufolge nimmt die gewalttätige Intoleranz gegenüber Menschen arabischer Herkunft zu. Das Auftreten solcher Vorfälle wird durch die zuweilen negative Haltung der Presse zum Islam und auch durch unbestimmte Anschuldigungen gefördert, die arabische Bürger mit Terroranschlägen in Verbindung bringen.

Wie die Nachrichtenagentur Zenit berichtete, waren die zentralen Themen bei der Audienz, die Papst Benedikt XVI. dem Präsidenten von Honduras, José Manuel Zelaya Rosales, am 24. November 2006 gewährte, die Entwicklung in Lateinamerika, Bildung und der Kampf gegen die Korruption. Zelaya Rosales wurde im Januar 2006 zum Präsidenten gewählt, in einem Land, wo immer noch 70 Prozent unterhalb der Armutsgrenze leben.

Am 28. Juni 2009 gab es einen Staatsstreich, bei dem der Präsident festgenommen und außer Landes gebracht wurde.

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2008. Stand: 2008)

29.Jun 2009 12:01 · aktualisiert: 9.Feb 2010 11:44
KIN / S. Stein