Frau Lynch, das Jahr 2023 ist vorüber. Wie fällt ihr Fazit aus?
KIRCHE IN NOT (ACN) hat 2023 seinen aktuellen Bericht zur Religionsfreiheit veröffentlicht. Wir haben 196 Länder untersucht und festgestellt, dass religiöse Diskriminierung und Verfolgung weltweit zugenommen haben und dass sich die Situation in 47 dieser Länder verschlechtert hat. Zu letzteren gehören große Länder wie Indien, China und Pakistan, aber auch viele afrikanische Länder, vor allem in der Sahelzone Westafrikas. Es gibt einige Länder, in denen sich die Situation zaghaft verbessert hat, wie Ägypten, aber in 28 anderen Ländern gibt es eine eklatante Verfolgung, und in weiteren 33 Ländern werden Christen diskriminiert. 62 % der Weltbevölkerung lebt in Ländern lebt, in denen die Religionsfreiheit eingeschränkt oder verletzt wird. Das bedeutet nicht, dass alle diese Bürger verfolgt werden, aber trotzdem ist die Lage sehr ernst.
Natürlich beschäftigt uns das Heilige Land im Moment sehr, wegen des schrecklichen Konflikts, der die Christen im Westjordanland und auch die kleine Gemeinschaft in Gaza sehr hart trifft. KIRCHE IN NOT (ACN) versucht zu helfen, aber wir befürchten, dass der Konflikt auf den Libanon übergreifen könnte, der nach wie vor das Land mit der höchsten Konzentration an Christen im Nahen Osten ist. Es wäre tragisch, denn wir wissen, dass Christen in der ganzen Region versucht sind, das Land zu verlassen.
In Syrien kann man nicht von Verfolgung sprechen, aber wir zählen nun bereits das dreizehnte Kriegsjahr. Es gibt immer noch viele Konflikte, und das Erdbeben hat alles noch schwieriger gemacht. Es besteht stets die Gefahr, dass Syrien vom Radar verschwindet, daher ist es wichtig, dass wir uns weiterhin auf dieses Land konzentrieren und die Menschen daran erinnern, was dort vor sich geht.
Was den Irak betrifft, so hat sich die Situation für Christen nach dem Besuch von Papst Franziskus im Jahr 2021 etwas verbessert. Die Christen sehen einige positive Zeichen, aber sie haben auch Angst vor einem neuen Ausbruch der Gewalt.
Wir werden uns weiterhin stark auf den Nahen Osten konzentrieren. Außerdem wird Afrika im Fokus stehen: Eines der Länder, das vermutlich nach Nigeria am stärksten von Gewalt betroffen ist, ist Burkina Faso, wo dschihadistische Anschläge zunehmen. Und wir wollen uns auch Mali und Niger widmen, um die Kirche in ihrer Arbeit für Vertriebene zu unterstützen.
Wir sind außerdem sehr besorgt über die Demokratische Republik Kongo, wo die Situation jeden Moment eskalieren könnte. Dort kämpfen die Länder dieser Region sowie bewaffnete Gruppen um Bodenschätze und stürzen die lokale Bevölkerung ins Elend. Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen waren von Gewalt geprägt.
Asien macht uns ebenfalls Sorgen. In vielen Ländern hat sich die Situation zusehends verschlechtert. Indien ist ein Beispiel: Obwohl die Verfassung des Landes Religionsfreiheit garantiert und das Land eine ausgeprägte Form des Säkularismus hat, der sich um Toleranz bemüht, erleben wir seit Amtsantritt von Premierminister Narendra Modi einen Abwärtstrend mit weniger Toleranz gegenüber Minderheiten wie Christen und Muslimen. Es gibt derzeit zwölf Bundesstaaten mit Anti-Konversionsgesetzen, die den Übertritt zu einer anderen Religion als dem Hinduismus verbieten. Es gab viele Fälle, in denen Menschen deswegen angegriffen, inhaftiert und fälschlicherweise beschuldigt wurden.
Und natürlich dürfen wir Lateinamerika nicht vergessen, wo viele Ressentiments gegen die Kirche gesät werden, obwohl sie in der Gesellschaft eine herausragende Rolle im Bereich der Erziehung und des Gesundheitswesens spielt und ihr durch die Verbreitung ihrer Soziallehre hilft. Wir sind sehr besorgt über Nicaragua, wo im vergangenen Jahr Dutzende von Priestern verhaftet wurden. Vor kurzem wurden die meisten wieder freigelassen, aber ein Bischof ist nach wie vor im Gefängnis und ein anderer wurde erst vor wenigen Tagen verhaftet.
Niemand weiß, wann der Krieg in der Ukraine enden wird. Wir arbeiten weiterhin mit der katholischen, insbesondere der griechisch-katholischen Kirche zusammen, um das Überleben von Priestern und Ordensschwestern zu sichern, die sich unter anderem um die Binnenvertriebenen kümmern. Im Moment ist die Traumaheilung ein großes Thema, zu der wir hoffentlich beitragen können. Jeder ist dort auf die eine oder andere Weise betroffen. Die Kirche ist sich dessen bewusst und bemüht sich, Wege zu finden, um die Traumata der Bevölkerung zu heilen.
Was ist Ihre Vision für KIRCHE IN NOT in den kommenden Jahren?
Wir wollen weiterhin eine führende Stimme für verfolgte und bedürftige Christen auf der ganzen Welt sein, indem wir die Öffentlichkeit auf die Notlagen aufmerksam machen und sie mit unseren Gebeten und unserer materiellen Hilfe unterstützen.
Ich hoffe, dass wir in den kommenden Jahren bei der Erfüllung dieser Aufgabe noch stärker werden und insbesondere in Ländern, in denen die Kirche verfolgt wird oder Not leidet, noch enger mit unseren Projektpartnern zusammenarbeiten können.
Für uns steht das Gebet im Mittelpunkt unseres Handelns, es ist extrem wichtig. Es gibt Länder auf der Welt, in denen es schwierig sein kann, materielle Hilfe zu leisten, oder in denen die Situation so schlimm ist, dass sie es uns nicht erlaubt, Hilfe zu schicken. Aber was wir tun können, ist: die wunderbare Familie unserer Wohltäter zu mobilisieren, die ein wahres „Kraftwerk“ des Gebets sind und die wir immer wieder bitten, für die verfolgte und bedürftige Kirche zu beten. Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um diese geistliche Hilfe zu bewahren und zu fördern.
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Wie der Leiter der Kommunikationsabteilung der Diözese Pankshin, Pater Andrew Dewan, gegenüber KIRCHE IN NOT (ACN) bestätigte, richteten sich die Angriffe speziell gegen Christen: „Ich wohne in derselben Gemeinde und kann bestätigen, dass die Opfer in den Gebieten, in denen sie sich ereignet haben, mit wenigen Ausnahmen zu 100 % Christen sind“, so Dewan.
Attacken haben auch religiöse Gründe
„Ich war an jenem Morgen zur Weihnachtsmesse für die katholische Gemeinde gegangen. Von Tudun Mazat aus fielen Fulani-Terroristen über Maiyanga her und töteten 13 Menschen. Etwa 20 weitere Gemeinden wurden in dieser Nacht angegriffen“, sagt Pater Andrew. Alles deute darauf hin, dass Milizionäre der muslimischen Volksgruppe der Fulani-Hirten für dieses Massaker an Christen verantwortlich sind. „In Gemeinden, in denen Christen Seite an Seite mit Fulani leben, waren keine Fulani betroffen, und es wurden keine Fulani-Häuser niedergebrannt. Überlebende Zeugen haben keinen Zweifel, dass die Angreifer Fulani waren“, so Pater Andrew.
Pater Andrew prangerte die Passivität der Sicherheitskräfte bei der Verhinderung der Tragödie an, obwohl es seit Tagen Gerüchte gab, dass die Fulani einen Angriff in diesen Dörfern planten. „Das hätte die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzen müssen, aber wie üblich wurden sie überrumpelt. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem der Drang der Menschen, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen, sehr stark ist“, warnte er.
Die geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT International, Regina Lynch, bedauert diese neue Welle der Gewalt gegen Christen in Nigeria: „Dieses Jahr begann mit der brutalen Ermordung von Pater Isaac Achi am 15. Januar und endet nun mit der sinnlosen Tötung von mehr als 170 Christen. Viele andere haben im Laufe des Jahres ihr Leben durch Gewalt verloren. Wir fordern die Regierung auf, sich endlich mit diesem Problem zu befassen und für die Sicherheit ihrer Bürger zu sorgen. Wir bitten unsere Freunde und Wohltäter dringend, weiterhin für Nigeria zu beten. KIRCHE IN NOT wird alles tun, um weiterhin in jeder erdenklichen Weise zu helfen. Unsere christlichen Brüder und Schwestern in Nigeria und anderen Ländern der Welt sind die ‚heiligen Unschuldigen‘ des 21. Jahrhunderts. Wir sind zuversichtlich, dass ihr Blut, das sie als Nachfolger Jesu vergießen, die Saat für neue Christen sein wird“.
KIRCHE IN NOT (ACN) werde weiterhin verfolgte Christen in Nigeria unterstützen, wo die Christen neben den schrecklichen Konflikten, die von den Fulani verursacht werden, auch unter den Angriffen der Boko Haram-Terroristen und des Islamischen Staates von Westafrika im Norden des Landes leiden.
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Verwendungszweck: Nigeria
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Nach dem Überfall der palästinensischen Hamas auf Israel Anfang Oktober und die dadurch ausgelöste Gegenwehr hat das israelische Militär mehrfach Raketen auf Standorte der Hisbollah im Südlibanon abgefeuert. Die Region gilt als Hauptstützpunkt der islamistischen Gruppierung und enger Verbündeter der Hamas. Angaben der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wurden seit Oktober neben 94 Hisbollah-Kämpfern bislang auch mindestens 17 Zivilisten getötet.
In einigen Ortschaften hätten ganze Familie bei Angehörigen in der Hauptstadt Beirut oder anderen Landesteilen Zuflucht gesucht; oft sei nur ein Familienmitglied zurückgeblieben, um den Besitz vor Plünderungen zu schützen. Lokalen Quellen zufolge seien vor Weihnachten auch einige Christen wieder zurückgekehrt. Aufgrund der unsicheren Sicherheitslage habe sich diese Bewegung jedoch verlangsamt, sagte Bisits. „Die Menschen haben große Angst, in die Olivenhaine oder auf die Tabakfelder zu gehen, die wichtige Einnahmequellen für die Bevölkerung sind. Das hat schwere wirtschaftliche Folgen.“
Der angespannten Sicherheitslage zum Trotz seien alle Geistlichen und Ordensleute der christlichen Konfessionen in der Region geblieben. Die Bischöfe der maronitischen und melkitischen Kirchen hätten kürzlich die am meisten betroffenen Orte an der Grenze zu Israel besucht und dort Gottesdienste gefeiert. Besondere Sorge gelte den älteren Menschen, die zu gebrechlich seien, um sich in Sicherheit zu bringen, berichtete Bisits. Ordensfrauen in der Ortschaft Debl hätten deshalb begonnen, diesen Menschen in ihrem Kloster Unterschlupf zu gewähren.
In anderen Landesteilen stockten die Kirchengemeinden ihre Aufnahmekapazitäten auf, um für den Fall einer größeren Flüchtlingswelle gerüstet zu sein. All dies geschehe in einem Umfeld, das durch eine schwere wirtschaftliche und politische Krise ohnehin schon äußerst prekär sei, betonte Bisits: „Der Libanon ist ohne funktionsfähige Regierung. Die Lage ist besorgniserregend. Die Menschen haben Angst vor einem erneuten Krieg.“
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Verwendungszweck: Libanon
– Libanon und Syrien: Weiteres Millionenpaket für katholische Schulen
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– Radiointerview mit Reinhard Backes über die Hilfe von KIRCHE IN NOT im Libanon
– Ein Strahl der Hoffnung – KIRCHE IN NOT hilft in Beirut
Die bundesweit größten Veranstaltungen fanden in den Kathedralen von Dresden, Regensburg und Paderborn statt. Außerdem organisierte KIRCHE IN NOT Gebets- und Informationsabende in der Kirche St. Quintin in Mainz, der Pfarrei St. Sebastian in München und im Passauer Dom. Das Erzbistum Freiburg beteiligte sich mit einer heiligen Messe im Freiburger Münster. Die Pfarrei St. Antonius in Bad Wünnenberg gestaltete einen ganzen Tag mit Reliquien des heiligen Stephanus in den Anliegen des „Red Wednesday“.
Als „Zeugen“ aus der Weltkirche zu Gast waren in Freiburg der Priester Patrick Bonzi aus Burkina Faso; in Balderschwang, München, Dresden, Bad Wünnenberg und Paderborn der armenisch-orthodoxe Bischof von Aleppo (Syrien), Magar Ashkarian, sowie in Mainz, Regensburg und Passau der Erzbischof von Lahore (Pakistan), Sebastian Shaw.
Die ausführlichen Berichte der „Zeugen“ des Red Wednesday 2023 sind auf www.katholisch.tv in voller Länge als Video abrufbar.
Deutlich positionierten sich mehrere deutsche Bischöfe gegen die weltweite Christenverfolgung und für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit. Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Bentz und der Paderborner Weihbischof Matthias König zeigten sich in ihren Ansprachen solidarisch mit den Gästen aus der Weltkirche und würdigten den „Red Wednesday“ als belebendes Signal aus der Weltkirche für den Glauben in Deutschland.
„Dieses sichtbare Zeichen der Einheit hat mich unglaublich berührt“, sagte der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka, im Anschluss an den Gebetsabend in Dresden. „Angesichts der gegenwärtigen Krisen und Probleme müssen wir die Zeichen der Zeit erkennen und gemeinsam unsere Stimmen erheben.“
Nähere Informationen zur Aktion „Red Wednesday“ finden sich auf der Webseite www.red-wednesday.de.
Der Bischof von Kafanchan, Julius Kundi, erhob nach dem Angriff schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte. Er sagte gegenüber KIRCHE IN NOT: „Der Überfall dauerte mehr als eine Stunde, aber es gab keine Reaktion oder Unterstützung seitens der Streitkräfte. Einen Kilometer entfernt gibt es einen Kontrollpunkt, aber es gab keinerlei Reaktion von dort.“ Dies sei kein Einzelfall, so Kundi weiter: „Nigerianische Bürger genießen keinen Schutz. Wir bekommen kaum Hilfe von den Sicherheitskräften.“
Die Aussagen des Bischofs werden durch die Tatsache bestätigt, dass am Tag des tödlichen Überfalls nach Informationen von KIRCHE IN NOT im nigerianischen Bundesstaat Kaduna ein weiterer Priesterseminarist entführt wurde. Ezequiel Nuhu ist Seminarist in Abuja und verbrachte zusammen mit seiner Familie den Urlaub im Süden Kadunas, wo er nun zusammen mit seinem Vater entführt wurde.
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– Nigeria: Katholiken nach Präsidentenwahl vorsichtig optimistisch
– „Das Blut unseres Bruders hat uns befreit“
– Nigeria: Mehr als 35 Tote bei Fulani-Angriff am Karfreitag
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Insgesamt habe die mit einer Million Einwohnern nur dünn besiedelte westukrainische Region Transkarpatien 400 000 Binnenvertriebene aus anderen Teilen des Landes aufgenommen. Weihbischof Luchok erklärte, das Bistum unterstütze mit Hilfsgeldern von KIRCHE IN NOT unter anderem die psychologische Trauma-Beratung für Kriegsopfer, zurückgekehrte Soldaten und Familien von Gefallenen.
Viele Familien mit Kindern seien unter den Binnenflüchtlingen, berichtet Weihbischof Luchok. Deshalb habe die Diözese Sommerlager für Kinder in den Bergen organisiert. Auch die örtliche Bevölkerung leide weiterhin unter dem Krieg. Manche hätten alle Mittel verloren, um sich und ihre Familien zu versorgen. „Viele Menschen haben die Region Transkarpatien verlassen, darunter viele Führungskräfte“, betonte der Weihbischof. „Eine der Herausforderungen bestand also darin, die täglichen Abläufe völlig neu zu organisieren.“
Bischof Luchok appellierte an die Unterstützer von „Kirche in Not“, mit ihrer Hilfsbereitschaft nicht nachzulassen: „Wir sind ‚Kirche in Not‘ sehr dankbar für die Hilfe, die wir erhalten haben. Wir hoffen, dass wir sie auch weiterhin erhalten werden, denn der Krieg dauert an und hat viele Verluste in unserem Leben verursacht.“
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Verwendungszweck: Ukraine
Pakistan sei in mehrere Gefährdungszonen unterteilt, erklärte der Bischof. „Mein Bistum Multan liegt in der roten Zone. Derzeit sind mehrere Kirchengebäude geschlossen, weil sie die aktuellen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen.“
Bislang habe es nach der Koranverbrennung verbale Kritik und Drohungen in den sozialen Medien gegeben, so Sohan. Er verurteilte die Koranverbrennung und bedauerte, dass die Handlung eines einzelnen Mannes in Schweden so negative Auswirkungen in einem Land wie Pakistan habe. In dem mehrheitlich muslimischen Land kann die Schändung des Korans zu lebenslanger Haft führen.
Die katholische Kirche Pakistans bezeichnete in einer Erklärung der „Kommission für Gerechtigkeit und Frieden“ die Koranverbrennung als „eklatante Provokation, respektlos und einen Akt von Rassismus und Intoleranz“. Sie drückte ihre Solidarität mit den Muslimen aus und forderte die schwedische Regierung auf, „Maßnahmen zu ergreifen, um den Respekt für alle Religionen in der Gesellschaft zu gewährleisten.“
Ende Juni hatte ein Iraker vor der Hauptmoschee in Stockholm Seiten aus dem Koran verbrannt. Die Tat ereignete sich am Opferfest (Eid al-Adha), den höchsten muslimischen Feiertagen. Der Täter, der sich selbst als atheistisch bezeichnet, und andere Gruppierungen in Schweden kündigten weitere Koranverbrennungen an. Die schwedischen Sicherheitsbehörden hatten die Aktion nicht verboten. In der Folge kam es zu weltweiten Protesten, nicht nur in der muslimischen Welt. Auch Papst Franziskus hatte in einem Interview erklärt: „Ich bin empört und angewidert von diesen Aktionen. Jedes Buch, das von seinen Verfassern als heilig angesehen wird, muss aus Respekt vor den Gläubigen respektiert werden“.
Bitte unterstützen Sie die bedrängte christliche Minderheit in Pakistan mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
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Mehr als die Hälfte der von KIRCHE IN NOT geförderten Ferienaktivitäten findet in Syrien statt. Dort nehmen zwischen Juni und September allein über 45 000 Kinder und Jugendliche aus verschiedenen christlichen Konfessionen an Feriencamps teil. Gastgeber sind unter anderem die Diözesen Homs, Aleppo, Latakia, Hama und Damaskus. Viele Kinder leiden unter den Kriegsfolgen oder waren mit ihren Familien vom Erdbeben Anfang Februar betroffen. Für diese Kinder hat KIRCHE IN NOT zusätzliche Mittel bereitgestellt.
Weitere Ferienaktivitäten finden in Ägypten, Jordanien, den Palästinensischen Gebieten, Israel oder Armenien statt. Viele haben eine lange Tradition; KIRCHE IN NOT fördert sie schon seit Jahren.
„Bei der Sitzung der Hilfswerke für die Ostkirchen Ende Juni in Rom dankte uns Papst Franziskus für die Unterstützung der jungen Menschen in Osteuropa und im Nahen Osten. Er ermutigte uns, auf die Sehnsüchte zu hören, die sie in ihren Herzen tragen“, erklärte Marco Mencaglia, Projektdirektor in der Zentrale von KIRCHE IN NOT (ACN) in Königstein im Taunus. Unser Hilfswerk verstärkt darum massiv sein Engagement für die jungen Menschen in diesen Ländern. „Wir wollen Teil dieses Programms für die Zukunft sein.“
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„Ihr Herz begann wieder zu schlagen” – Das Beispiel Syrien
„Der Winter wird schwierig“ – Das Beispiel Ukraine
KIRCHE IN NOT (ACN) hatte die Veranstaltung zum größten Teil finanziert. Sie bestand aus Gottesdiensten, Katechesen, Workshops, Konzerten und Diskussionsrunden. Das dreitägige Treffen war das erste dieser Art nach der Befreiung der christlichen Siedlungsgebiete im Nordirak von den Truppen des „Islamischen Staates“ (IS).
„Die Christen im Irak stehen seit der Belagerung durch den IS vor vielen Herausforderungen. Sie erwarten von der Kirche, dass sie ihnen hilft, ihre Zukunft zu gestalten“, erklärte der gastgebende Erzbischof Bashar Warda aus Erbil gegenüber KIRCHE IN NOT. „Wir streben eine Generation bewusster junger Menschen an. Das Jugendtreffen hat einen wichtigen Anteil daran, diese Hoffnung zu verwirklichen.“ Warda verwies auf die Wiederaufbauleistungen in den vergangenen Jahren: So betreibe die Kirche im Nordirak unter anderem vier Schulen, eine Universität, ein Krankenhaus, ein Priesterseminar und mehrere katechetische Zentren.
Die Sorge, junge Christen zum Bleiben zu bewegen, ist nach wie vor allen Verantwortlichen anzumerken. Infolge der Irakkriege und der Verfolgung durch den IS hat im Irak ein Exodus der Christen eingesetzt: Seit den 1990er-Jahren ist ihre Zahl von 1,5 Millionen auf schätzungsweise 150 000 zurückgegangen.
Unter den Teilnehmern am Jugendtreffen befanden sich viele, die in den Jahren der IS-Herrschaft Angehörige verloren haben oder fliehen mussten. Doch das habe den Glauben und die Zuversicht der jungen Menschen nicht geschwächt, betonte Khorany: „Wir haben den starken Wunsch zu bleiben und die Kirche zu unterstützen, damit das Christentum nicht aus dem Irak verschwindet. Wir sind Menschen des Friedens und wir wollen mit allen anderen Gruppen und Religionen im Land friedlich zusammenleben. Das ist die Botschaft dieses Treffens.“
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Verwendungszweck: Irak
Die Situation in Cherson sei „psychisch schwer auszuhalten“, so der Ordensmann. In der nach wie vor umkämpften Stadt seien vor allem ältere, kranke, aber auch jüngere Menschen zurückgeblieben, „die nirgendwo hingehen können“. Viele müssten unter freiem Himmel kampieren, da ihre Wohnungen zerstört seien. Bettlägerige oder gebrechliche Menschen seien überwiegend sich selbst überlassen. „Ihre Lage tut mir im Herzen weh“, sagte Pater Ignatius. „Sie brauchen etwas zu essen, sie brauchen Hygieneartikel, Windeln, Waschpulver, diese Sachen fehlen in Cherson.“
Täglich kämen Menschen zu seinem Kloster, um Unterstützung zu erhalten, aber auch um die heilige Messe zu besuchen, die Sakramente zu empfangen oder ein Seelsorgegespräch zu führen. „Die Menschen stellen sich viele Fragen und suchen eine Antwort darauf“, so der Ordensmann.
Im März 2022 eroberten russische Truppen die Stadt Cherson und hielten sie neun Monate besetzt. Nach erbitterten Kämpfen gewann das ukrainische Militär Anfang November wieder die Kontrolle. Es begann eine große Evakuierungsaktion, da die Stadt im Winter überwiegend ohne Strom und Heizung war. Anfang 2023 wurde die Zahl der Einwohner auf noch 40 000 geschätzt.
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Verwendungszweck: Ukraine
In einer Rede vor muslimischen Geistlichen erklärte El-Rufai, warum er keine Christen in die lokale Regierung aufgenommen habe: „Diejenigen, die keine Muslime sind, wählen unsere Partei nicht – zumindest die meisten von ihnen. Warum sollte ich ihnen also das Amt des Vize-Gouverneurs geben?“ Im Süden des Bundesstaats Kaduna sind die Christen in der Mehrheit, im Norden die Muslime. In Nigeria liegt das Verhältnis von Christen und Muslimen bei etwa 50:50.
In einem Schreiben an den seit Ende Mai amtierenden Gouverneur von Kaduna, Uba Sani, das dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) vorliegt, bezeichnete eine Gruppe katholischer Priester die Äußerungen seines Vorgängers als „spalterische, hasserfüllte, jedem staatsmännischen Denken entbehrende Deklaration der politischen Vorherrschaft des Islam in Nigeria“. Die christlichen Gemeinden seien in den vergangenen Jahren „Leidtragende der Schrecken einer ineffizienten Regierungsführung“ gewesen, schreiben die Seelsorger.
Trotz dieser scharfen Kritik betonten die Priester aus dem Bundesstaat Kaduna ihren Willen zur Zusammenarbeit mit der Regierung: „Die Religion sollte den Platz einnehmen, der ihr nach der Verfassung zusteht, und darf niemals zur Verschleierung von Inkompetenz und Versagen verwendet werden. Der Frieden und Fortschritt unseres Staates sollen nie einem politischen Zweckdenken weichen.“
Bitte unterstützen Sie Arbeit der Kirche in Nigeria mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
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Verwendungszweck: Nigeria
Schätzungsweise 50 000 Menschen hätten bereits die Grenze von Sudan nach Südsudan überquert, aber bisher seien noch nicht viele in Wau angekommen. „Wir haben hier noch keine Flüchtlingslager, da die Menschen vornehmlich zu Fuß kommen. Aber nach und nach werden sie hier eintreffen“, ist sich Schwester Beta Almendra sicher.
„Es kann Monate dauern, bis man in Sicherheit ist“
Wie in den meisten gewaltsamen Konflikten litten die armen Menschen unverhältnismäßig stark, da sie nicht die Mittel hätten, sich in Sicherheit zu bringen. „Jeder, der über Geld oder Ersparnisse verfügt, hat es geschafft, mit dem Auto oder dem Flugzeug das Land zu verlassen. Alle anderen mussten zu Fuß gehen, und es kann Monate dauern, bis sie einen sicheren Ort wie Wau erreichen. Wir erwarten sie dort und werden sie willkommen heißen“, sagte Schwester Almendra.
Nach jahrzehntelangen bewaffneten Auseinandersetzungen spaltete sich Südsudan 2011 von Sudan ab und wurde ein unabhängiger Staat. Seit Mitte April kämpfen im Sudan – insbesondere in dessen Hauptstadt Khartum – rivalisierende Fraktionen des herrschenden Militärs gegeneinander. Bei den Auseinandersetzungen sind bisher mindestens 500 Personen ums Leben gekommen. Tausende sind geflohen und haben Zuflucht in anderen Ländern wie Äthiopien, Ägypten, dem Tschad und Südsudan gesucht.
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Verwendungszweck: Südsudan