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Die Welt ist im Fußballfieber. Die Weltmeisterschaft findet noch bis zum 15. Juli 2018 in Russland statt. KIRCHE IN NOT und die Projektpartner in über 140 Ländern organisieren jeden Tag „eine Weltmeisterschaft“ der Hilfe, der Solidarität und des Glaubens – dank der Hilfe unserer Wohltäter!

Verfolgte und notleidende Christen weltweit brauchen unsere Hilfe. Unter ihnen sind auch viele Nationen, die an der Weltmeisterschaft teilnehmen – zum Beispiel Nigeria, Mexiko, Kolumbien, Ägypten, Serbien und andere mehr.
Fußballmannschaft eines Priesterseminars aus der Demokratischen Republik Kongo.
Junge mit Fußball
Fußballer in der Ukraine.
Fußball bringt zusammen.
Hoffnung auf eine friedliche Zukunft: Fußballturnier in Karakosch in der Ninive-Ebene im Irak.

In vielen Ländern leiden Christen unter Verfolgung und Terror, Armut und Diskriminierung.

Sie sollen nicht zu den Verlierern gehören!

In den nächsten WM-Wochen stellen wir hier einige Beispiele unserer Arbeit vor. Das gilt erst recht für die Länder, in denen Kinder in Trümmern und Elend Fußball spielen – vor allem in den Flüchtlingslagern im Nahen Osten.

KIRCHE IN NOT hilft, damit Wunden des Krieges heilen können und die Menschen eine Zukunft in Ihrer Heimat haben. Ein besonders enges Band verbindet KIRCHE IN NOT auch mit dem WM-Gastgeber Russland. In der Zeit des kommunistischen Terrors schlug unser Gründer, Pater Werenfried van Straaten, eine Brücke der Solidarität über Mauern und Stacheldraht.

Brücke der Solidarität

Viele Bischöfe, Priester und Laien verschwanden spurlos in Gulags und Gefängnissen. Christen konnten vielfach nur heimlich die Messe feiern. KIRCHE IN NOT sicherte ihr Überleben. Nach dem Ende der Sowjetherrschaft nahm unser Gründer auf Wunsch des heiligen Papstes Johannes Paul II. auch die russisch-orthodoxe Kirche in die Hilfe von KIRCHE IN NOT auf. Und wieder entstanden Brücken der Ökumene, des Glaubens und des Neuanfangs aus materiellen wie moralischen Trümmern.

Mit dem historischen Treffen von Papst Franziskus und Patriarch Kyrill im Februar 2016 ging auch für KIRCHE IN NOT ein Traum in Erfüllung. Die Zusammenarbeit wurde intensiviert, zum Beispiel im Einsatz für das Leben oder beim Wiederaufbau in den kriegsgeplagten Irak und Syrien.

Neues „Fairplay“ – allen Gegensätzen und weltpolitischen Fouls zum Trotz – damit der Glaube gewinnt, weltweit! Helfen Sie mit!

Die Ukraine ist ein Land im Fadenkreuz: Die Auseinandersetzung mit Russland hat im Osten des Landes zu einem Krieg geführt, in dem bis heute Menschen sterben. Wie schon oft in seiner Geschichte ist die Ukraine ein Spielball der Mächtigen, zerrissen von politischen und wirtschaftlichen Interessen.

Zerrissenheit prägt auch die Kirche des Landes. Nicht nur verschiedene christliche Konfessionen stehen sich gegenüber, auch die Jahre der kommunistischen Verfolgung wirken noch nach.

KIRCHE IN NOT engagiert sich seit über fünf Jahrzehnten für die Christen in der Ukraine. Über alte Wunden und neue Herausforderungen hat sich Tobias Lehner, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei KIRCHE IN NOT Deutschland, bei einer Reise informiert. Mit Berthold Pelster, Experte für Fragen in Angelegenheiten zur Religionsfreiheit, sprach er über seine Erfahrungen.
Marsch für das Leben in Kiew.
Brennende Häuser in der Ostukraine nach Raketenbeschuss.
Junge Erwachsene aus der Ukraine beim Beten.
Studenten am Priesterseminar in Lemberg (L’viv).
BERTHOLD PELSTER: Vor gut vier Jahren blickte die Weltöffentlichkeit auf die Ukraine: Blutige Proteste in der Hauptstadt Kiew, Annexion der Halbinsel Krim durch Russland und Krieg in der Ostukraine. Heute ist es ruhig um das Land geworden. Trügt die Stille?

TOBIAS LEHNER: Absolut. Die Ukraine ist ein Land im Krieg. Er ist allgegenwärtig in den Erzählungen der Menschen – auch wenn diese in vergleichbarer Sicherheit und Frieden leben. Trotz zweier Waffenstillstandsabkommen wird Tag für Tag in der Donbass-Region im Osten des Landes geschossen. Die Zahl der Opfer ist auf über 10 000 gestiegen.

Ich bin einem Priester begegnet, der immer wieder in die Kriegsregion reist und den Menschen beisteht. Er erzählte mir, dass genau an dem Tag, als wir miteinander sprachen, der Hilfskonvoi eines Mitbruders beschossen wurde und komplett ausbrannte – Gott sei Dank waren der Priester und die freiwilligen Helfer kurz zuvor ausgestiegen und in Sicherheit.

„Begegnungen, die unter die Haut gehen”

In Charkiw nahe der russischen Grenze habe ich eine Frau getroffen. Sie war mit ihrem Mann und zwei kleinen Kinder erst eine Woche zuvor Hals über Kopf aus dem Kriegsgebiet geflüchtet. Sie hatten nur das bei sich, was sie am Leib trugen. Jetzt wird sie in einem Zentrum des Bistums versorgt. Solche Begegnungen gehen schon unter die Haut.

Ein weiterer Konfliktherd ist nach wie vor die Halbinsel Krim. Sie wurde im März 2014 von Russland annektiert. International wurde dies als völkerrechtswidrig eingestuft. Was konnten Sie über die Lage dort erfahren?

Der Weihbischof der Diözese Odessa-Simferopol, Jacek Pyl, der für die katholische Minderheit auf der Krim zuständig ist, berichtete von einer zwiespältigen Situation.

Zum einen leben die Menschen dort in Frieden, auch wenn er brüchig ist. Auch die Kirche kann ihrer Arbeit weitgehend nachgehen.

Zum anderen ist die humanitäre Lage für viele Menschen auf der Krim äußerst angespannt. Die Lebensmittelpreise sind stark gestiegen. Gerade Familien mit Kindern oder alte Menschen können sich das Lebensnotwendigste nicht mehr leisten. Das Bistum hilft mit Lebensmittelpaketen und wird dabei von KIRCHE IN NOT unterstützt.

Mein Eindruck war: Die Wunde Krim schmerzt stark. Aber die Kirche nimmt die Situation an, wie sie ist und versucht jenseits der Politik für die Menschen da zu sein.

Politisch stark involviert war die Kirche bei den Protesten im Winter 2013/2014 auf dem Maidan-Platz in Kiew. Diese richteten sich gegen die Politik des damaligen Präsidenten Wiktor Janukowitsch. Die Proteste wurden blutig niedergeschlagen. Ein Ziel wurde aber erreicht: vorgezogene Neuwahlen, bei denen Petro Poroschenko die Macht errang. Steht der Maidan in der Wahrnehmung der Menschen für Scheitern oder Sieg?

Die Ereignisse des Maidan sind überall im Land präsent. In Kiew haben alle Gesprächspartner erzählt, wie sie in den Kirchen und Klöstern Demonstranten aus dem ganzen Land aufgenommen und Verwundete versorgt haben.

Seit dem Maidan ist für die Mehrheit der Ukrainer unumstößlich klar: Der Weg geht nach Europa. Das war vorher nicht so selbstverständlich.

Die „Revolution der Würde“, wie die Maidan-Proteste auch genannt werden, hat vielen Ukrainern, auch der Kirche, neues Selbstbewusstsein gegeben. Die verschiedenen christlichen Konfessionen in der Ukraine standen zusammen. Die Menschen haben die Kirche als Anwältin des Volkes erlebt. Das bleibt – auch wenn viele Menschen mit Enttäuschung auf den Maidan zurückblicken.

Inwiefern?

Korruption und Oligarchie liegen nach wie vor wie Mehltau über dem Land. Der Krieg in der Ostukraine findet kein Ende. Die Machtbegierden Russlands sind eine ernsthafte Bedrohung. Der Eindruck vieler meiner Gesprächspartner war, dass die Regierung Poroschenko dem zu wenig entgegensetzt.

Insofern liegen große Erwartungen auf den anstehenden Präsidentschaftswahlen, die für 2019 geplant sind. Sie bergen aber auch die Gefahr neuer Unruhen …

Sie haben das komplexe Verhältnis der christlichen Konfessionen angesprochen. Wie steht es um die Ökumene?

Die Lage ist für einen Westeuropäer wirklich unübersichtlich: Es existieren im Wesentlichen drei orthodoxe Kirchen in der Ukraine, und auch die katholische Kirche tritt in zwei unterschiedlichen Erscheinungsformen auf: in der römisch-katholischen Form, wie wir sie kennen, und in der griechisch-katholischen.

Diese Kirche pflegt die ostkirchliche Liturgie und Kirchenbräuche, steht aber in voller Einheit mit dem Papst. Bedingt durch historische und politische Einflüsse ist das Verhältnis der Kirchen nach wie vor nicht spannungsfrei. Es gibt aber Signale der Annäherung.

Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew im April 2014.
Pater-Werenfried-Plakette im Priesterseminar von Lemberg.
Lebensmittelhilfe für eine Familie auf der Halbinsel Krim.
Gedenkstätte für Opfer der Maidan-Proteste in Kiew.
Drei orthodoxe und zwei katholische Kirchen

So fand zum Beispiel Anfang Juni in Kiew ein großer „Marsch für das Leben“ statt, den der römisch-katholische Bischof von Kiew organisiert hatte.

Christen aller Konfessionen und auch Vertreter der Muslime gingen gegen die Gender-Ideologie, für das Recht auf Leben und den Schutz der Familie auf die Straße. Das waren rund 10 000 Menschen! Solche Signale braucht die ganze ukrainische Gesellschaft dringend.

Was meinen Sie damit?

Nicht nur Korruption und Krieg, auch Armut und Drogen drohen die Ukraine zu zerreißen. Die Kirche geht mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen an.

Zwei Beispiele: In einem Kloster der Kapuziner erzählte man mir, dass für einen Neubau in der Regel enorme Bestechungsgelder fällig werden. Die Ordensmänner folgen der strikten Devise: Mit Korruption machen wir uns nicht gemein; wir zahlen nicht. Die Folge sind nicht nur Verzögerungen beim Bau, sondern auch manche Anfeindungen.

Großes Vertrauen in die Kirche

Beispiel zwei: Ich habe ein Mutter-Kind-Haus bei Charkiw besucht, das von Ordensfrauen geleitet wird. Schwangere Frauen, viele von ihnen aus schwierigen Verhältnissen und oft drogenabhängig, finden dort Unterkunft. Eine erst 18-Jährige, bereits zweifache Mutter, gestand: „Ohne die Schwestern hätte ich abgetrieben.“

In der Ukraine konnte ich erfahren, was im besten Wortsinne katholische, also „allumfassende“ Hilfe bedeutet: Hilfe ohne Ansehen der Person und Religion.

Das ist der große Unterschied zu den Sekten, die in der Ukraine immer mehr an Zulauf gewinnen. Der Bischof von Kiew, Witalij Krywyzkyj, sagte mir: „Die Kirche ist die einzige Institution, der die Menschen noch vertrauen.“

Das überrascht ja erst einmal, wenn man sich vor Augen führt, dass die Ukraine fast ein Dreivierteljahrhundert kommunistisch beherrscht war. Teilweise war die Kirche blutig verfolgt. Wie steht es um das kirchliche Leben?

Ich war beeindruckt, eine so lebendige katholische Kirche in der Ukraine zu erleben – obgleich sie eine Minderheit von etwa fünf Millionen Menschen ausmacht; die Mehrheit der Ukrainer ist russisch-orthodox.

Die Gottesdienste sind gut besucht, viele junge Leute und Kinder kommen. Die neuen geistlichen Gemeinschaften spielen eine große Rolle in der Ukraine und haben regen Zulauf.

Wichtig für die Glaubensverbreitung ist auch die kirchliche Medienarbeit, die KIRCHE IN NOT ebenfalls unterstützt. Wenn man die Kirche in der Ukraine sieht, versteht man, was Papst Johannes Paul II. mit Neuevangelisierung gemeint hat!

Es gibt auch viele Berufungen. In Lemberg (L’viv) zum Beispiel befindet sich eines der größten Priesterseminare der Welt, das zur griechisch-katholischen Erzeparchie gehört: 202 Seminaristen und 40 Kandidaten im ersten Studienjahr!

Eines der größten Priesterseminare der Welt

Es ist eine Freude zu sehen, wie enteignete Kirchen wiederaufgebaut, geschlossene Klöster zum Leben erweckt wurden. Gleichzeitig sind die Wunden der Verfolgung noch überall sichtbar: die Erinnerung an die Märtyrer während der kommunistischen Herrschaft, kirchliche Häuser, die noch immer nicht zurückgegeben werden, die prekäre Situation vieler Geistlicher und der Gläubigen.

Also nach wie vor ein weites Feld für die Hilfe …

Vor 55 Jahren hat der Gründer von KIRCHE IN NOT, Pater Werenfried van Straaten, mit der Ukraine-Hilfe begonnen. Im Priesterseminar von Lemberg hat man ihm sogar ein Denkmal errichtet. Auch an anderen Orten, wo wir waren, sagte man uns: „Ohne die Hilfe von KIRCHE IN NOT hätten wir nicht überleben können.“ Und das gilt nach wie vor.

„Das Land droht auszubluten”

Die Kirche in der Ukraine ist heute zwar nicht mehr verfolgt, aber sie leidet. Das gilt im Hinblick auf die materielle wie geistliche Not der Menschen, die in einfachsten Umständen leben und von denen immer mehr keine Zukunft mehr in der Heimat sehen. Das Land droht auszubluten.

Die Kirche leidet aber auch in den großen Mühen ihrer Seelsorger. Ein Pfarrer in Odessa sagte mir: „Ich spare lieber das Geld für meine Krebsbehandlung, damit ich für meine Dorfgemeinde eine Kapelle bauen kann.“ Solche zupackende Hingabe habe ich überall in der Ukraine vorgefunden. Und die guten Früchte dieser Hilfe sind überall zu sehen.

Tobias Lehner, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei KIRCHE IN NOT Deutschland.
Jacek Pyl, Weihbischof in der Diözese Odessa-Simferopol/Ukraine.
„Die aktuellen Abtreibungszahlen machen unendlich traurig und sind ein Alarmsignal an die Teile von Politik und Gesellschaft, die Schwangerschaftsabbrüche bagatellisieren und das Werbeverbot aufheben wollen.“

Das erklärte die Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland, Karin Maria Fenbert, zu den jüngst veröffentlichen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach ist 2017 in Deutschland die Zahl der Abtreibungen um 2,5 Prozent gestiegen. 101 200 Kinder wurden im Mutterleib getötet. 13 Jahre lang war die Zahl rückläufig.

„Der konsequente Einsatz für das Leben von der Zeugung bis zum natürlichen Tod gehört gewissermaßen zur DNA unseres weltweiten päpstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT und eigentlich jedes glaubenstreuen Christen“, sagte Fenbert.
Eröffnung des Zentrums für Mütter in Stawropol.
Zimmer im kirchlichen Frauen- und Familienzentrum in Stawropol.
Russische Frauen mit ihren Kindern in einer kirchlichen Einrichtung in Magadan/Russland.
Lachendes Baby in einem Zentrum für das Leben in Magadan/Russland.
Metropolit Kyrill aus Stawropol spricht bei der Eröffnung des Zentrums mit einer Mutter.

Der Gründer von KIRCHE IN NOT, Pater Werenfried van Straaten (1913-2003), hatte in Predigten und auf Kundgebungen stets konsequent gegen die Tötung Ungeborener und für eine lebensbejahende Beratung von Schwangeren plädiert.

Pater Werenfried setzte sich stets für den Lebensschutz ein

„Während in der westlichen Gesellschaft immer mehr eine stillschweigende Toleranz zur Praxis der Schwangerschaftsabbrüche herrscht, sind die orthodoxen Kirchen des Ostens ein Vorbild in der Treue zur Lehre des Evangeliums“, erklärte Fenbert.

Zu beobachten ist dies zum Beispiel in der südrussischen Stadt Stawropol, etwa 500 Kilometer nordöstlich der Olympia-Stadt Sotschi. Dort hat die russisch-orthodoxe Kirche im vergangenen Herbst eine Unterkunft für 42 mittellose Mütter eröffnet. Das Zentrum bietet den Frauen einen geschützten Raum, Unterstützung und Beratung, um Alternativen zur Abtreibung zu eröffnen. Auch nach der Geburt können die Frauen mit ihren Kindern noch in der Unterkunft bleiben, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben.

„Dieses Projekt ist lebenswichtig”

KIRCHE IN NOT hat den Aufbau dieses Zentrums unterstützt. „Dieses Projekt ist lebenswichtig. Es unterstützt schwangere Frauen, die häufig ohne jede Hilfe dastehen“, erklärte der Russland-Referent von KIRCHE IN NOT, Peter Humeniuk.

Das Hilfswerk unterhält seit über 25 Jahren intensive Beziehungen zur russisch-orthodoxen Kirche. Auf ausdrücklichen Wunsch des heiligen Papstes Johannes Paul II. hat KIRCHE IN NOT auch Projekte der orthodoxen Kirche in das Förderprogramm aufgenommen. So auch das Zentrum für Mütter in Stawropol. Es geht auf eine gemeinsame Initiative von katholischen und russisch-orthodoxen Kirchenvertretern zurück. Gemeinsam hatten sie an einer internationalen Konferenz zum Lebensschutz teilgenommen, zu der das Moskauer Patriarchat eingeladen hatte.

Mutter mit Kind in einer kirchlichen Einrichtung in Magadan/Russland.
„Achtung des unveräußerlichen Rechts auf Leben“

Der damals entstandene ökumenische Aufruf zur „Achtung des unveräußerlichen Rechts auf Leben“ wurde später Teil der gemeinsamen Erklärung von Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill bei ihrer ersten Begegnung am 12. Februar 2016 auf Kuba.

Diese Erklärung wurde zur Initialzündung „für weitere konkrete Schritte im Geist der Ökumene“ beim Thema Lebensschutz, erklärt Humeniuk. Dazu traf sich die Delegation in Mailand mit einer katholischen Organisation, die Schwangerschaftsberatung anbietet und bereits rund 20 000 Kindern das Leben gerettet hat.

Schnell sei klar geworden, dass diese Unterstützung für schwangere Frauen in Krisensituation in Russland äußerst notwendig sei: „Bedauerlicherweise ist Abtreibung in Russland weit verbreitet. Das lässt sich bis in die Sowjetzeit zurückverfolgen“, sagte Humeniuk. Durch die demografische Entwicklung würden jetzt viele Menschen in Russland für dieses Thema sensibilisiert.

„Das Zentrum in Stawropol und andere Projekte für Mütter sind ein Beitrag, um Frauen adäquat zu betreuen und so der ,Kultur des Lebensʼ, die der heilige Johannes Paul II. so oft verkündet hat, zum Durchbruch zu verhelfen“, erklärt Karin Maria Fenbert.

Darüber hinaus arbeite das Hilfswerk auch in anderen Bereichen eng mit der russisch-orthodoxen Kirche zusammen, zum Beispiel beim Unterhalt eines Rehabilitationszentrums für Drogenabhängige und vor allem bei der Dokumentation von christlichen Märtyrer-Schicksalen und Kriegsschäden an Kirchen in Syrien. Damit sollen erste Grundlagen für einen Wiederaufbau geschaffen werden.

Diese ökumenische Zusammenarbeit sei nicht nur für KIRCHE IN NOT ein Mut machendes Symbol, so Fenbert: „Das Miteinander von katholischer und russisch-orthodoxer Kirche kann Früchte bringen für die Neuevangelisierung in Europa – und den konsequenten Einsatz für das Leben. Das ist heute dringend notwendiger denn je.“

Helfen Sie mit Ihrer Spende

Um das Zentrum für Mütter in Stawropol und weitere Einrichtungen für das Leben zu fördern und den gemeinsamen Einsatz mit der russisch-orthodoxen Kirche für die verfolgten Christen im Nahen Osten weiter voranzubringen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden