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Flüchtlinge

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Immer mehr Menschen in Afrika müssen ihre Heimat verlassen, da in zahlreichen Ländern des Kontinents blutige Konflikte und Terror zunehmen.

 

Besonders die Christen litten unter dem Konflikt mit den Fulani-Stämmen in den westafrikanischen Staaten Nigeria und Burkina Faso, zumal auch die Terrormiliz „Boko Haram“ in beiden Ländern noch nicht unter Kontrolle sei. Darauf weist die Leiterin der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, hin.

Die Anwältin und Autorin Ewelina Ochab ergriff im September 2017 nach einer von KIRCHE IN NOT veranstalteten internationalen Konferenz in Rom die Initiative, um die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf Verletzungen der Religionsfreiheit zu lenken.

August 2014: Tausende geflüchtete Menschen kampieren unter freiem Himmel in Erbil (Foto: ankawa.com).
„Vor allem im Norden und Osten Burkina Fasos kommen Terroristen in Dörfer und zwingen Christen zur Flucht. Das verbreitet immer mehr Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung“, berichtet sie. Das sei insofern bedauerlich, da Burkina Faso in der Vergangenheit für das gute Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen bekannt gewesen sei. „Dieses Verhältnis sei nun vergiftet“, sagt Lynch.

 

Jeden Tag kommen 37 000 Flüchtlinge weltweit hinzu

Auch in anderen Regionen seien Christen immer wieder Bedrohungen durch Dschihadisten ausgesetzt, wie zum Beispiel im Niger oder in Kamerun. „Aber wir müssen den Menschen immer wieder vor Augen halten, dass nicht alle Muslime Extremisten sind“, so die Vertreterin von KIRCHE IN NOT.

Laut dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) müssen pro Tag im Schnitt 37 000 Menschen weltweit ihre Habseligkeiten zusammenpacken und ihre Heimat verlassen. Nicht alle Flüchtlingsdramen sind in den Medien hierzulande präsent.

Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände des Priesterseminars des Bistums Bangassou/Zentralafrikanische Republik (Foto: Fundación Bangassou).
„Im Nordwesten Ugandas leben über 1,2 Millionen Flüchtlinge aus dem Südsudan. Hinzu kommen Geflüchtete, die in der Hauptstadtregion um Kampala leben. Vor allem viele junge Menschen sind traumatisiert, weil sie eigene Verletzungen erlitten haben oder die Ermordung ihrer Eltern mit ansehen mussten“, berichtet Lynch.

 

Kirche als erste Anlaufstelle für Hilfsangebote

Weitere Beispiele sind Tansania, wo riesige Flüchtlingslager mit bis zu 150 000 Menschen entstanden sind, oder Äthiopien, wo immer mehr Menschen aus Eritrea Zuflucht suchen.

Von staatlicher Seite kommt in den genannten Ländern meist keine Hilfe, Versorgungsstrukturen müssen oft erst mühsam aufgebaut werden. Doch die Kirche ist immer schon vor Ort. „In vielen Ländern bietet die Kirche Erstanlaufstellen und Camps für Flüchtlinge, die von KIRCHE IN NOT unterstützt werden“, erklärt Lynch.

Verteilung von Lebensmitteln an Mütter mit Kindern.
Durch den Kontakt zu den Projektpartnern vor Ort habe man einen guten Überblick über die Lage und könne dort helfen, wo es notwendig ist.

 

Materielle, psychologische und pastorale Hilfe

„Dabei geht es um grundlegende Dinge zum Leben, wie zum Beispiel Lebensmittel, Kleidung oder Hygienebedarf), psychologische Hilfe, aber auch das Angebot pastoraler Hilfe wie Unterstützung beim Bau von Kirchen und Gebetsräumen in zerstörten Dörfern oder den Kontakt zu einem Priester.“

Neben der praktischen Hilfe durch Spenden sei aber auch das Gebet für die Christen in Not wichtig, um sich mit ihnen zu verbinden und auf diese Weise Solidarität auszudrücken, so Lynch.

„Das größte Geschenk, das die lang ersehnte Begegnung zwischen dem Präsidenten des Südsudan und dem Anführer der Rebellen hervorbringen könnte, wäre ein dauerhafter Frieden.“

Dies sagte Weihbischof Daniel Adwok anlässlich der laufenden Gespräche der Bürgerkriegsparteien in dem ostafrikanischen Land. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge haben Präsident Salva Kiir Mayardit und Rebellenchef Riek Machar, der frühere Vizepräsident, mittlerweile ein Friedensabkommen unterzeichnet, das bereits am 30. Juni in Kraft treten soll.

Erst am 22. Juni war der Dialog für gescheitert erklärt worden. Vorangehende Waffenruhen hielten meist nur wenige Stunden.
In einem Flüchtlingscamp nahe der sudanesischen Stadt Kusti.
Wasserstelle in einem Flüchtlingscamp für Südsudanesen im Sudan.

„Ein Friedensabkommen würde es den Vertriebenen ermöglichen, nach Hause zurückzukehren und in Würde zu leben, anstatt in Flüchtlingslagern auszuharren, in denen sie so viel Not leiden“, sagte Adwok.

Jeder Dritte im Südsudan ist auf der Flucht

Der Weihbischof koordiniert von der sudanesischen Hauptstadt Khartum aus die Versorgung der Menschen, die vor dem bewaffneten Konflikt im Süden geflohen sind. Aktuellen Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks zufolge ist im Südsudan jeder Dritte auf der Flucht – über vier Millionen Menschen.

Allein 200 000 Flüchtlinge hielten sich in neun Flüchtlingscamps nahe der Stadt Kusti im Grenzgebiet zum Südsudan auf, teilte Weihbischof Adwok mit.

Viele Menschen dort hätten nicht einmal eine Plastikplane als provisorisches Dach über dem Kopf. Lebensmittel seien stark rationiert; das führe zu Unterernährung und Krankheiten. „Die Lebensmittel reichen nicht. Viele Flüchtlinge bekommen nur eine kleine Mahlzeit am Tag“, sagte Adwok.

Zugang zu Flüchtlingscamp verweigert

Erschwerend komme hinzu, dass die Regierung des Sudan humanitären Hilfswerken den direkten Zugang zu den Flüchtlingscamps verweigere. Die Kirche findet dennoch einen Weg: Zwei Ordensschwestern und drei Priester leisten geistlichen wie materiellen Beistand.

KIRCHE IN NOT unterstützt ihre Arbeit, die für die Flüchtlinge lebensnotwendig sei, so der Weihbischof: „Die Menschen brauchen dringend Hilfe.”

Weihbischof Daniel Adwok aus dem Sudan.

2011 hatte der Südsudan seine Unabhängigkeit ausgerufen. Viele Bewohner erhofften dadurch eine stärkere Beachtung ihrer religiösen und ethnischen Rechte. Die Mehrheit der Bewohner des Südsudan sind Christen, während im Sudan die Muslime überwiegen.

Die Hoffnungen auf eine friedliche Entwicklung erfüllten sich nicht: Seit fünf Jahren tobt im Südsudan ein Bürgerkrieg, dessen Ursachen unter anderem in ethnischen Konflikten liegen. Über 50 000 Menschen haben bei den Kämpfen bislang ihr Leben verloren.

Helfen Sie den Flüchtlingen im Sudan und Südsudan

Um weiterhin die Nothilfe für Flüchtlinge aufrechterhalten und die Arbeit der Kirche im Südsudan unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden.

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